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"Obere Weide" sieht hervorragend aus
Ein Musterbeispiel für Deckschicht-Sanierung

Klaus Preis und Michael Ermert demonstrierten jetzt, wie gut die Obere Weide nach zehn Jahren immer noch im Schuss ist. Damals erhielt die Straße lediglich eine neue Deckschicht.
  • Klaus Preis und Michael Ermert demonstrierten jetzt, wie gut die Obere Weide nach zehn Jahren immer noch im Schuss ist. Damals erhielt die Straße lediglich eine neue Deckschicht.
  • Foto: howe
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Mit ihrem Antrag zum Straßeninstandhaltungsmanagement hat die Bad Laaspher SPD-Fraktion zuletzt im Bauausschuss den Nerv vieler Ratsmitglieder getroffen. Denn seit einigen Jahren blockiert das kontrovers diskutierte Thema der Anliegerbeiträge nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) den Straßenbau. Der wäre zum Teil dringend notwendig. Denn wie sagte es Bürgermeister Dirk Terlinden während der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses: Je länger ein Moratorium den Ausbau stoppe, umso mehr abgängige Straßen landen in den Schadensklassen 4 und 5. Mehr noch: Nicht zu vergessen diejenigen Straßen der besseren Klassen, die von 1 in 2, von 2 in 3 und so weiter rutschen. Sprich: Der Zustand der Straßen werde ja nicht besser.

howe Bad Laasphe. Mit ihrem Antrag zum Straßeninstandhaltungsmanagement hat die Bad Laaspher SPD-Fraktion zuletzt im Bauausschuss den Nerv vieler Ratsmitglieder getroffen. Denn seit einigen Jahren blockiert das kontrovers diskutierte Thema der Anliegerbeiträge nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) den Straßenbau. Der wäre zum Teil dringend notwendig. Denn wie sagte es Bürgermeister Dirk Terlinden während der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses: Je länger ein Moratorium den Ausbau stoppe, umso mehr abgängige Straßen landen in den Schadensklassen 4 und 5. Mehr noch: Nicht zu vergessen diejenigen Straßen der besseren Klassen, die von 1 in 2, von 2 in 3 und so weiter rutschen. Sprich: Der Zustand der Straßen werde ja nicht besser.

 „Straße mit geringen Mitteln möglichst lange erhalten“

Aktuell befassen sich die Ratsfraktionen wieder intensiv mit der Thematik. Und es hat zurzeit den Anschein, als würde sich eine Mehrheit aus allen Fraktionen dafür stark machen, von den hohen, kostspieligen Ausbaustandards abzurücken. Entsprechende Ausführungen hierzu machten SPD und FDP in der letzten Bauausschusssitzung, als Sozialdemokrat Björn Strackbein forderte, „generell eine Vorgehensweise zu entwickeln unter dem Aspekt von KAG und Moratorium, und zwar um Kosten zu reduzieren.“ Björn Strackbein brachte auf den Punkt: Es müsse doch mit wenig Aufwand möglich sein, zu prüfen, ob bei den Schadensklassen 5 eine Oberflächensanierung möglich sei. Ins gleiche Horn blies Klaus Preis (FDP). Das Moratorium sei ja die Basis, vorerst würden keine Aufträge vergeben. Nun schaue sich der Bauausschuss die Straßen an und überlege, ob man mit wenig Mitteln die jeweiligen Trassen erhalten und verkehrssicher erhalten könne. „Mit geringen Mitteln eine Straße möglichst lange erhalten“, das sei das Ziel. Dieser Tage erinnerten die Freidemokraten Klaus Preis und Michael Ermert an eine Straße, die 2010 sozusagen als einer der ersten Versuche nur mit einer Oberflächensanierung ertüchtigt wurde. Die „Obere Weide“ zwischen Rückershausen und Weide erhielt damals ganz bewusst – und eben aus Kostengründen – eine neue Schicht mit acht Zentimeter Bitumenasphalt und vier Zentimeter Asphaltfeinbeton.

Nicht mal 50.000 Euro Kosten

Und siehe da: Die Straße sieht heute, bis auf den ein oder anderen kleineren Riss, der mal verfüllt werden müsste, noch ganz hervorragend aus. „Das reicht doch vollkommen aus.“ Die Straße habe bereits zehn Jahre gehalten und halte auch weitere zehn, vielleicht sogar insgesamt 30 Jahre. Michael Ermert forderte gar, zu überlegen, ob die aufwendigen Ausbauten überhaupt noch zeitgemäß seien und ob nicht die Erneuerung der Deckschicht ausreiche. Klaus Preis wusste, dass die Obere Weide im Jahr 2007 bewertet und ins Straßenausbauprogramm 2009 bis 2012 aufgenommen worden sei. Damals habe er das Gespräch mit Dieter Kasper geführt, der in Anbetracht leerer Kassen nach einer Lösung gesucht habe. „Wir haben der Verwaltung vorgeschlagen, die Obere Weide zu sanieren, und zwar mit einer neuen Schicht.“ 62.000 Euro seien zunächst veranschlagt gewesen, nach der Submission habe man bei 47.500 Euro gelegen. „Am Ende waren die Kosten für die 2200 Quadratmeter Asphalt nur unwesentlich höher, keine 50.000 Euro. Damals hätten Politik und Verwaltung übereinstimmend erklärt, man wolle diese Straße mal beobachten, ob daraus nicht gängige Praxis werden könne. Und jetzt: Die Obere Weide passt hundertprozentig in die aktuelle Diskussion. Klaus Preis erneuert nochmal die eigene und die SPD-Sicht: die Straßen alle anschauen, ob sie sich eignen, in ähnlicher Weise saniert zu werden. „Wir wollen ja auch der Stadt Kosten sparen“, so Michael Ermert. Mit dieser Sanierung bleibe man unter den 40 Prozent des Eigenanteils der Stadt.

„Bürger vor KAG bewahren“ Sozialdemokrat Otto Wunderlich geht in Sachen Oberflächensanierung der Bad Laaspher Straßen sogar einen Schritt weiter. Gemeinsam mit Parteifreund Björn Strackbein hat er sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. „Ich bin froh, dass Klaus Preis und Michael Ermert das Beispiel mit der Oberen Weide anführen.“ Da, wo Straßen instandgesetzt werden müssten, solle man eine Tragdeckschicht aufbringen. „Und fertig.“ Eine ganz andere Frage, mit der sich die Stadt Bad Laasphe befassen müsse, sei die der Erschließung. Es gebe nämlich immer noch Straßen, für die bislang noch keine Erschließung stattgefunden habe. „Da muss man nachjustieren.“ Eine bereits erschlossen Straße, so Otto Wunderlich, sei kostenfrei instand zu setzen. Ganz wichtig dabei: „Die Bürger vor KAG bewahren.“ Letztlich gehe es um eine Kategorisierung, was unter KAG falle und was unter der Erschließung. Bei der Erneuerung reiche eine Deckschicht aus. „Wir brauchen diese protzigen Straßen nicht.“

Klaus Preis entdeckte übrigens beim Stöbern im digitalen SZ-Archiv einen aktuellen Artikel vom Januar dieses Jahres. Darin berichtet die Siegener Zeitung über den Oberen Falkenweg in Wenden, der eben nicht in den qualifizierten Straßenausbau fällt. Statt aufwändig und kostspielig für die Anwohner soll die Straße nun mit einer neuen Asphalt-Deckschicht versehen werden. „Hier funktioniert so etwas auch“, stellte Klaus Preis fest.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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