Reaktionen auf die Schließung des Aldi Zentrallagers
„Ein Schlag ins Gesicht“

sz Bad Laasphe/Erndtebrück. Die Schließung des Aldi-Zentrallagers in Bad Laasphe hat für reichlich Aufsehen und Unverständnis in der Öffentlichkeit gesorgt. Am Freitag meldete sich die Stadt Bad Laasphe in der Redaktion, Bürgermeister Dirk Terlinden habe nun erste Gespräche mit Aldi Nord geführt.
Die Vertreter von Aldi Nord haben in einem persönlichen Gespräch Bad Laasphes Bürgermeister Dirk Terlinden, Dezernent Rainer Schmalz und Kämmerer Manfred Zode über Hintergründe der beschlossenen Standortaufgabe für das Zentrallager Bad Laasphe informiert.

Offene Fragen

Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit „betriebswirtschaftlichen und logistischen Gründen“. Unmittelbar nach der betriebsinternen Information tags zuvor hatte Dirk Terlinden am Donnerstag zunächst eine telefonische Vorabmitteilung der Geschäftsführung zu der erfolgten Konzernentscheidung erhalten. „Sowohl die Vorgehensweise des Unternehmens als auch die Begründung der Entscheidung lassen sicher Fragen offen. Im Ergebnis stellt die Konzernentscheidung eine hohe Belastung für den lokalen und regionalen Arbeitsmarkt dar. In allen anstehenden Gesprächen muss jetzt der Blick nach vorne gerichtet sein. Eine Antwort zu finden auf die Frage, wie es am Standort ab 2022 weitergeht – das ist für alle die Aufgabenstellung“, so der Verwaltungschef. Über mögliche Perspektiven zur Nachnutzung des modernen Lagerstandortes sind bisher noch keine Entscheidungen bekannt.

Ausdruck von Verantwortungslosigkeit

Für die geplante Schließung des Aldi-Zentrallagers in Bad Laasphe findet indes Karl Ludwig Völkel, ehemaliger Bürgermeister von Erndtebrück und Vorstandsvorsitzender des AWo-Kreisverbandes, deutliche Worte. Er wandte sich am Freitag ebenfalls an die SZ-Redaktion. Die Entscheidung sei „ein Schlag in das Gesicht eines jeden betroffenen Mitarbeiters“, schreibt Völkel in einer Stellungnahme. „Den betroffenen 160 Mitarbeitern muss nun unsere ganze Solidarität gehören, wir alle müssen Aldi deutlich machen, so geht man nicht mit verdienten Arbeitnehmern, so geht man nicht mit Menschen um. Hier werden ganz klar ausschließlich wirtschaftliche Interessen umgesetzt.“ Die Schließung von Aldi sei nach dem Rückzug des Automobilzulieferers Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) aus dem Banfetal (die SZ berichtete mehrfach) die nächste Hiobsbotschaft. Karl Ludwig Völkel: „Die Beschäftigten sind trotz ihrer hervorragenden Arbeit und ihres Einsatzes Opfer einer nur auf Gewinn orientierten Unternehmensstrategie geworden. Der Schritt ist Ausdruck von Verantwortungslosigkeit gegenüber den eigenen Mitarbeitern, einer Stadt und einer ganzen Region, die alles unternommen hat, um seinerzeit die Ansiedlung von Aldi zu ermöglichen.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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