BIS AUF WEITERES
Eine Belastungsprobe

SZ-Redakteur Björn Weyand.

Wer gerne Spieleabende mitmacht, der kennt ja ganz sicher auch deren enorme Gefahren: Wenn es da ums Ganze geht, kann schon mal der Umgangston etwas rauer werden. Es fallen Flüche und ab und zu sogar Kraftausdrücke – ich kann mich davon auch nicht freisprechen. Sowohl Beziehungen als auch Freundschaften werden daher heftigsten Belastungsproben unterzogen – denn wer will schon gerne verlieren und sich der allgemeinen Häme aussetzen?
Daher steigt schon der Blutdruck, wenn bei den „Siedlern von Catan“ die Räuber immer wieder auf dem Feld landen, das der eigenen Stadt die meisten Rohstoffe liefert. Oder wenn der Gegenspieler mit seinen Straßen den Weg zum gewünschten Hafen verbaut.
Gereizt reagiert so mancher auch, wenn die anderen Spieler bei „Azul“ besser und vor allem schneller „abfliesen“ können und sich auf dem eigenen Spielfeld die Steine verstärkt auf den Minusfeldern aneinander reihen. Geradezu zum Ausflippen ist es auch, wenn beim Doppelkopf ein Solo gegen ein Kontra mit 119 Punkten verloren geht. Oder wenn der Gegenspieler beim Pokern seinen Bluff zeigt, auf den man reingefallen ist.
Nicht jedem Gegenspieler lasse ich es auch gerne durchgehen, wenn er (oder in diesem Fall sie) bei „Codenames“ mit nonverbaler Kommunikation (in diesem Fall ein allzu offensichtliches Augenzwinkern) versucht, der Mitspielerin zu der richtigen Antwort zu verhelfen.
Wer all diese Spiele kennt, weiß sicher, was ich meine. Das Nonplusultra aller Spiele, die bei übermäßigem Gebrauch unweigerlich früher oder später zu dem berühmten Herzkasper führen würden, ist allerdings „Munchkin“. Ich erinnere mich an Spieleabende, die erst in den Morgenstunden einen Sieger gebracht haben, da nicht jede Regel ganz klar formuliert ist, ja nach Interessenlage ausgelegt werden kann und deshalb ausdiskutiert werden muss. Dabei konnte es durchaus laut werden, denn Recht hatte auch schon mal der- oder diejenige, die das stärkste Organ hatten.
„Es ist nur ein Spiel“, heißt es zwar so schön. Aber am Ende geht es auch ums Prinzip – und ums Gewinnen. Daher gilt bei mir: Ich mag ein Spiel immer dann besonders, wenn ich gewinne …

b.weyand@siegener-zeitung.de

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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