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Käferholz lässt Technik glühen
Eine Herausforderung für den Harvester

Ein Harvester in Aktion: Sechs dieser Ungetüme fahren aktuell für die Amtshäuser Firma. Die Maschinen haben mit dem harten Schadholz zu kämpfen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

vc Amtshausen. Das Unternehmen Holz-Winter sorgt aktuell dafür, dass die vom Borkenkäfer befallenen Bäume aus Wittgensteins Wäldern verschwinden. Und ist damit in bester Gesellschaft. Dabei hat Unternehmer Martin Winter immer ein Auge auf die aktuelle Entwicklung des Waldes – und eben auf den Borkenkäfer.

Schon während des Gesprächs klingelt im Firmenbüro in Amtshausen oft das Telefon: Disponenten, Mitarbeiter und Lieferanten rufen unablässig an. „Durch den Käfer“, meint Inhaber Martin Winter ernst, „haben wir 50 Prozent mehr Harvester und Rückemaschinen laufen als in normalen Zeiten. Das geht jetzt aber schon im vierten Jahr so.“ Sechs Harvester, acht Rückezüge und drei Seilschlepper fahren aktuell für Holz-Winter.

vc Amtshausen. Das Unternehmen Holz-Winter sorgt aktuell dafür, dass die vom Borkenkäfer befallenen Bäume aus Wittgensteins Wäldern verschwinden. Und ist damit in bester Gesellschaft. Dabei hat Unternehmer Martin Winter immer ein Auge auf die aktuelle Entwicklung des Waldes – und eben auf den Borkenkäfer.

Schon während des Gesprächs klingelt im Firmenbüro in Amtshausen oft das Telefon: Disponenten, Mitarbeiter und Lieferanten rufen unablässig an. „Durch den Käfer“, meint Inhaber Martin Winter ernst, „haben wir 50 Prozent mehr Harvester und Rückemaschinen laufen als in normalen Zeiten. Das geht jetzt aber schon im vierten Jahr so.“ Sechs Harvester, acht Rückezüge und drei Seilschlepper fahren aktuell für Holz-Winter. 17 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen aktuell – denn Arbeit ist reichlich da.

Äste sind eine Gefahr

Im Büro des Familienunternehmens arbeiten Ursula und Martin Winter gemeinsam. Die Söhne Stefan und Ulrich Winter bedienen Forstmaschinen in den Wäldern.
Die Mitarbeiter bringen die Bäume mit einem Harvester zu Fall, dann werden die Stämme entastet. „Die Äste sind hart wie Stahl“, berichtet Martin Winter, der betont, dass das Schadholz eine Herausforderung sei. „Und zwar für Mensch und Maschine. Holz, das noch grün ist, ist weicher, flexibler und greift die Maschine nicht so an. Bei Borkenkäferholz sind die Aggregatmesser nach zehn Stämmen glühend heiß. Auch das Entasten ist eine Qual. Wenn der Harvester ungünstig steht, kann dir so ein harter Ast auch mal die Hydraulikschläuche aufreißen.“ Man höre bei der Verarbeitung richtig, wie das trockene Holz quietsche. „Das bremst auch die Arbeit aus und es ist auch eine Belastung für die Kollegen.“

"Ich frage mich, auch als Unternehmer, was kommt danach?"
Martin Winter
Firma Holz Winter

Martin Winter.

Nachdem die Stämme umgesägt und entastet sind, bringen sogenannte Rückemaschinen die Bäume zur Forststraße. Harvester und Rückezüge verfügen auch über Satellitennavigation (GPS), was präzises Arbeiten ermöglicht. Standorte und Holzmengen können so in Echtzeit übermittelt werden. Ab hier sind dann die Holztransporter zuständig. „Die Holzpolter sind übrigens ebenfalls mit GPS markiert. So können die Abfuhrunternehmen das Holz selbständig finden und holen. Das Ganze ist halt auch logistisch eine Herausforderung!“

Preisniveau deutlich gesunken

Nicht weniger herausfordernd ist die aktuelle Marktsituation für Holz-Winter. Das Unternehmen sorgt nicht nur im Wald für Nachschub. Die Amtshäuser verkaufen auch selbst Rundholz. Auftraggeber sind alteingesessene Kunden wie Privatwaldbesitzer und Waldgenossenschaften.

„Das Preisniveau für Rundholz war nicht schlecht, sinkt nun aber beständig. Die Sägewerke zahlen für Rundholz sehr wenig“, seufzt Martin Winter, „Hier regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Es gibt aktuell wieder sehr viel Holz auf dem Markt. Ich rate dringend dazu, die Ruhe zu bewahren.“ Alternativ verkaufen die Wittgensteiner das Rundholz an Abnehmer in Übersee. „Da sind die Preise besser“, berichtet Ursula Winter.

Die Mannschaft von Holz-Winter habe sehr viel Arbeit, betont der Inhaber. „Ich hoffe aber, dass die Borkenkäferplage zurückgeht. Aber aktuell ist der Käfer aggressiver denn je. In den Hitzetagen ist er aus den Stämmen und dem Boden gekommen, zwei Generationen gleichzeitig. Das sind Milliarden Exemplare, die gerade den restlichen Fichtenbestand angehen. Ich frage mich, auch als Unternehmer, was kommt danach?“

Wege in keinem guten Zustand

Das werde eine Herausforderung, so wie es jetzt für die Waldbesitzer eine Herausforderung sei, das Käferholz aus den Wäldern bringen zu lassen. „So etwas habe ich vorher noch nicht erlebt. Momentan geben wir für Kunden im Altkreis Wittgenstein, Hessen, Siegerland und Hochsauerlandkreis unser Bestes“, meint Martin Winter, dass sich die Situation irgendwann wieder bessere.
Bis dahin hat der Unternehmer eine Bitte an Radfahrer und Wanderer: „Wenn ein Gebiet wegen Holzfällarbeiten gesperrt ist, beachten sie bitte die Absperrungen. Die Wege sind dann in keinem guten Zustand und es ist sehr gefährlich, sich dort zu bewegen.“

Ein Harvester in Aktion: Sechs dieser Ungetüme fahren aktuell für die Amtshäuser Firma. Die Maschinen haben mit dem harten Schadholz zu kämpfen.
Martin Winter.
Autor:

Christian Völkel

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