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Unhaltbarer Zustand seit Wochen in der Kita Banfe
Eltern haben die Notbetreuung satt

Wegen Personalmangels befindet sich die AWo-Kita in Banfe seit mehreren Wochen in der Notbetreuung.
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  • Wegen Personalmangels befindet sich die AWo-Kita in Banfe seit mehreren Wochen in der Notbetreuung.
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howe Banfe. „Das Dilemma ist nicht von der Hand zu weisen“, gibt Lisa Lauber, AWo-Abteilungsleiterin Elementarpädagogik für Bad Berleburg und Bad Laasphe, offen und ehrlich zu. Dass die Eltern der Kindertagesstätte in Banfe sauer seien, könne sie verstehen. „Ich weiß, dass wir die Eltern belasten. Das tut mir wirklich leid.“ Für die Entschuldigung der Arbeiterwohlfahrt als Trägerin des Banfer Kindergartens können sich die Mütter und Väter natürlich nichts kaufen – schon gar keinen Platz in der Einrichtung. Seit Mai befindet sich der Kindergarten am Immenseifen immer mal wieder – mit Unterbrechungen – in der Notbetreuung. Dann geht es mal ein paar Wochen gut, seit August jedoch dauert die unbefriedigende Situation an. Drei Mitarbeiterinnen von sechs sind seit Langem krank.

howe Banfe. „Das Dilemma ist nicht von der Hand zu weisen“, gibt Lisa Lauber, AWo-Abteilungsleiterin Elementarpädagogik für Bad Berleburg und Bad Laasphe, offen und ehrlich zu. Dass die Eltern der Kindertagesstätte in Banfe sauer seien, könne sie verstehen. „Ich weiß, dass wir die Eltern belasten. Das tut mir wirklich leid.“ Für die Entschuldigung der Arbeiterwohlfahrt als Trägerin des Banfer Kindergartens können sich die Mütter und Väter natürlich nichts kaufen – schon gar keinen Platz in der Einrichtung. Seit Mai befindet sich der Kindergarten am Immenseifen immer mal wieder – mit Unterbrechungen – in der Notbetreuung. Dann geht es mal ein paar Wochen gut, seit August jedoch dauert die unbefriedigende Situation an. Drei Mitarbeiterinnen von sechs sind seit Langem krank. Und das stellt den Kindergarten vor große Herausforderungen, die für die betroffenen Eltern unannehmbar sind. Deshalb hatten einige der Mütter die SZ-Redaktion dieser Tage darum gebeten, die Situation mal zu schildern, sozusagen stellvertretend für alle anderen Erziehungsberechtigten.

Kindergartenleitung in Banfe ohne Schuld

Wobei eines klar sei: Die Kindergartenleitung treffe da keine Schuld. Im Gegenteil: Sie stehe mitunter allein auf weiter Flur, arbeite über das normale Maß hinaus und gebe sich alle Mühe, den Betrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. „Uns geht es darum, dass wir wieder planen können“, sagt Vanessa Heinrich-Schäfer. „Ich muss meine Arbeitszeiten wechseln und mit meinem Mann abstimmen. Sonst funktioniert das nicht.“

Die Notbetreuung haben die Eltern freilich inzwischen satt. Einige von ihnen fordern im SZ-Gespräch – stellvertretend für alle Eltern – endlich Entlastungen und Verbesserungen in der Einrichtung.
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Und Caroline Schmidt ergänzt: „Ich muss auch gucken, wie ich das mit den Schichten meines Mannes geregelt bekomme.“ Dass die Kinder wegen der angespannten Personalsituation in der Banfer Kita nun öfters zu Hause bleiben müssen, „ist auch reine Nervensache“, so Kim Wille. „Die Kinder sind nicht ausgelastet. Du kannst zuhause nicht mit denen so spielen und dich beschäftigen wie in einer Kita.“ Für Kim Wille und alle anderen Mütter ist der aktuelle Zustand unmöglich: „Das kann doch nicht sein, dass wir drei Monate lang in der Notbetreuung sind. Wegen Corona ist die Lage viel sensibler geworden. Die Kinder haben fast zwei Jahre lang nur herum gehockt. Und jetzt fehlt das Personal, um sie zu betreuen?“

AWo wird dem Anspruch auf Kindergartenplatz nicht gerecht

Die Eltern haben einen Anspruch auf den Kindergartenplatz. Und dem werde die AWo nicht gerecht, heißt es. Und das Ärgerliche: „Wir haben in einer E-Mail mitgeteilt bekommen, dass die Notbetreuung die nächsten Wochen bestehen bleibt. Es ist also kein Ende in Sicht“, sagt Kim Wille. Was aktuell im Banfer Kindergarten abläuft, ist für die Eltern kein Zustand. Mütter werden „eingestellt“, um die eine oder zwei übrig gebliebenen Erzieherinnen zu unterstützen. Auch diese Maßnahme führt zu Konflikten. Denn die ein oder andere Mutter möchte ihr Kind vielleicht nicht einer anderen Mutter „anvertrauen“ – schon allein aus Scham, Privates preisgeben zu müssen. Anders betrachtet stellt sich die Frage, ob eine Mutter als Hilfserzieherin vielleicht nicht doch eher ihr eigenes Kind im Blick hat als alle anderen. Ganz zu schweigen vom vermeintlichen Hygieneschutz. Sonst durften Eltern den Kindergarten nicht betreten.

AWo klagt über Fachkräftemangel

„Wir haben unsere Kleinen wie die Päckchen an der Tür abgegeben“, weiß Vanessa Heinrich-Schäfer. Aber zum Unterstützen beim An- und Ausziehen der Knirpse habe man das Haus nicht betreten dürfen. Und jetzt dürfen plötzlich die Eltern zur Betreuungshilfe hereingelassen werden? „Uns wurden wegen der Personalsituation sogar die Stunden gestrichen“, so Vanessa Heinrich-Schäfer. „Ich musste meinen Sohn um halb Fünf statt um halb Drei abholen, damit nachmittags der Papierkram gemacht werden konnte.“ Da fragt Caroline Schmidt zu Recht: „Was machen eigentlich die Eltern, die niemanden haben wie Oma oder Opa?“ Was die Banfer Mütter fordern, ist klar: Für sie besteht in Banfe ein absolutes Ungleichgewicht zu anderen Einrichtungen. Da stellt sich die Frage, ob nicht eine Erzieherin aus dem Kindergarten A oder B in Banfe aushelfen könnte.

„Wir hatte ja schon Unterstützung aus Fischelbach“, erinnert sich AWo-Abteilungsleiterin Lisa Lauber. „Aber auch in den anderen Einrichtungen fällt immer mal jemand aus.“ Lisa Laubers Hilferuf ist nicht zu überhören: „Wir haben einen großen Fachkräftemangel. Ich arbeite zurzeit wirklich auf Hochtouren daran, eine gute Lösung zu finden.“ Falle mal eine Erzieherin aus, bekomme man so eine Situation besser gestemmt. „Aber ich finde niemanden. Es bewirbt sich keiner.“

Wegen Personalmangels befindet sich die AWo-Kita in Banfe seit mehreren Wochen in der Notbetreuung.
Die Notbetreuung haben die Eltern freilich inzwischen satt. Einige von ihnen fordern im SZ-Gespräch – stellvertretend für alle Eltern – endlich Entlastungen und Verbesserungen in der Einrichtung.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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