Erinnern ist die Aufgabe

Laaspher Freundeskreis für Christlich Jüdische Zusammenarbeit regt weiterhin Gespräche an

awe Bad Laasphe. »Geschichtsvergessenheit und Egozentrik nehmen zu. Und die alten Zerr- und Feindbilder beginnen wieder, Hochkonjunktur zu feiern – in einer Zeit, in der die Angst und Unsicherheit zunehmen.« Ernste Worte wählte Gisela Weissinger als Einleitung für den Jahresbericht des Bad Laaspher Freundeskreises für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Für die Geschichtsvergessenheit nannte die Vorsitzende des Freundeskreises dann auch ein noch recht aktuelles Beispiel: Die evangelische Allianz hat den 9. November in diesem Jahr zum Gebetstag für verfolgte Christen erklärt. Auch der Protest der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit habe die Vereinigung der evangelikalen Christen bisher nicht zu einer Änderung des Termins bewegen können. Wachsam sein, sensibel bleiben – das sind Trainingsziele, die sich im Veranstaltungskalender des Freundeskreises niederschlagen.

Der Höhepunkt in diesem Jahr, die geplante Reise nach Vilnius und Minsk, fand - zum Bedauern der Reisewilligen - nicht statt. Die Reisevorbereitungen - eine Reihe von Vorträgen - waren rückblickend nicht vergeblich. Gisela Weissinger berichtete unter anderem von dem Projekt »Heim statt Tschernobyl«, das im Februar von Irmgard und Dietrich Bodelschwingh in Bad Laasphe vorgestellt wurde. Inzwischen liefern zwei Windkraftanlagen den Strom für umgesiedelte Menschen aus dem verstrahlten Umkreis des Unglücks-Reaktors. Das Projekt sei Ende November mit dem Marion-Dönhoff-Förderpreis in Hamburg ausgezeichnet worden, berichtete Gisela Weissinger. »Und auch das interessiert vielleicht: Der bisherige Chefarzt des Krankenhauses in Kredenbach will im Rahmen des Projektes eine Ambulanz- und Sozialstation in Sanarotsch aufbauen.« Von einem weiteren Projekt in Minsk knüpfen sich ebenfalls Fäden bis nach Bad Laasphe: Manfred Zabel, Mitglied des Freundeskreises, hat die Initiative für eine Geschichtswerkstatt auf einem ehemaligen Ghetto-Gelände erfolgreich anstoßen können.

Als eine zusätzliche Geschichtswerkstatt, die gerade auch jungen Leuten wichtiges Werkzeug an die Hände gibt, sollen in Zukunft die Veranstaltungen des Freundeskreises auch in den Schulen angekündigt werden. Dass Interesse vorhanden ist, belegte das diesjährige Programm zum Gedenktag am 9. November: Die Lesung mit Marianne Brentzel und die Ausstellung zur »Nesthäkchen«-Autorin Else Ury stieß auch bei jungen Menschen auf Interesse. Das Programm für das kommende Jahr befindet sich noch in Planung. Als nächsten Termin hat Gisela Weissinger einen weiteren Vorschlag gegen Geschichtsvergessenheit: Für den 27. Januar möchte sie gern zu einem Tischgespräch einladen, an dem Arnold Hony und Irmgard Dorn eventuell teilnehmen könnten, deren Familien beide aus Laasphe stammen. Max Hony, der Vater von Arnold, überlebte die Nazizeit versteckt bei niederländischen Bauern. Irmgard Dorn, die heute in Wiesbaden lebt, war die große Liebe seines Lebens.

Die Veranstaltungen im kommenden Jahr wird ein kaum veränderter Vorstand organisieren: Gisela Weissinger wurde wieder zur Vorsitzenden gewählt, als ihr Stellvertreter wurde Manfred Dinger bestimmt. Das Amt des Schriftführers übernimmt Rainer Becker von Werner Dürr, der in die Riege der Beisitzer mit Marieluise Nier, Helma Sauer, Reinhard Schmidt und Dieter Kuhli rückte. Kassenwart bleibt Walter Homrighausen, Kassenprüfer sind Walter Otto und Petro Nahorniak. Heinz Schindler schied aus dem Vorstand aus. Insgesamt gehören derzeit 77 Mitglieder dem Freundeskreis ein.

Wer sich erinnern lassen möchte an das jüdische Laasphe, kann übrigens demnächst einen Flyer mit entsprechenden Informationen vom Freundeskreis an die Hand bekommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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