SZ

Hausdurchsuchung der Bundespolizei
Festnahme nicht in der Banfetalstraße

Bastian Weil (30) aus Banfe versichert im SZ-Gespräch: „Bei mir hat die Bundespolizei keinen Syrer festgenommen.“ Die Beamten hätten sich sogar bei ihm für den Großeinsatz entschuldigt.
  • Bastian Weil (30) aus Banfe versichert im SZ-Gespräch: „Bei mir hat die Bundespolizei keinen Syrer festgenommen.“ Die Beamten hätten sich sogar bei ihm für den Großeinsatz entschuldigt.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

howe/vö Banfe. Bastian Weil aus Banfe traute seinen Ohren nicht, als er um viertel vor sechs von einem Hämmern mit Faustschlägen an die Haustür geweckt wurde. Zwei Bundespolizisten standen dort, aufgerödelt, hielten dem 30-Jährigen ein Handy vor die Nase. Ob er „den“ kennen würde? „Ich habe denen gesagt, dass ich die Person nicht kenne“, erzählt Bastian Weil im SZ-Gespräch. Der Aufmarsch der Polizeibeamten, schätzungsweise 12 bis 15 Mann, hat den Banfer geschockt.

Dennoch: Er behielt die Ruhe, gab den Bundespolizisten bereitwillig Auskunft, die ihrerseits „sehr freundlich“ gewesen seien. Schließlich habe er nichts zu verbergen. „Die haben überall geguckt und gesucht. Ich habe ihnen alles gezeigt.

howe/vö Banfe. Bastian Weil aus Banfe traute seinen Ohren nicht, als er um viertel vor sechs von einem Hämmern mit Faustschlägen an die Haustür geweckt wurde. Zwei Bundespolizisten standen dort, aufgerödelt, hielten dem 30-Jährigen ein Handy vor die Nase. Ob er „den“ kennen würde? „Ich habe denen gesagt, dass ich die Person nicht kenne“, erzählt Bastian Weil im SZ-Gespräch. Der Aufmarsch der Polizeibeamten, schätzungsweise 12 bis 15 Mann, hat den Banfer geschockt.

Dennoch: Er behielt die Ruhe, gab den Bundespolizisten bereitwillig Auskunft, die ihrerseits „sehr freundlich“ gewesen seien. Schließlich habe er nichts zu verbergen. „Die haben überall geguckt und gesucht. Ich habe ihnen alles gezeigt.“ Oben unter dem Dach, in jedem Winkel: Was die Polizisten auch suchten, fündig wurden sie nicht. „In der Garage fragten sie nach der Säge. Ob hier eine Werkstatt sei. Nein. Nur eine Garage, antwortete ich.“ Das sei dann für die Männer in Ordnung gewesen.

"Bei mir haben die nichts gefunden."
- Bastian Weil, Hausbesitzer

„Natürlich war ich aufgeregt. Ich wusste ja nicht, was hier abläuft“, so Bastian Weil. Der Besitzer des Hauses, das am Donnerstag ganz früh morgens Objekt eines Großeinsatzes der Bundespolizei wegen der Suche nach Mitgliedern einer Schleuserbande war, versichert: „Bei mir haben die nichts gefunden.“ Unverrichteter Dinge seien die Beamten mit ihren Zivilfahrzeugen von der Banfetalstraße in Banfe weggefahren. „Entschuldigt haben sich die beiden Polizisten bei mir – für die Unannehmlichkeiten“, so Bastian Weil.

Durchsuchung dauert 20 Minuten

Nach 20 Minuten sei alles vorüber gewesen. Und jetzt habe der dicke Artikel in der Zeitung gestanden. Ein Zitat, das Bastian Weil ganz und gar nicht bestätigen kann: „Ein Mitglied einer bundesweit tätigen Schleuser-Bande wurde am frühen Mittwochmorgen in Banfe festgenommen. Schwer bewaffnete Polizeibeamte holten den Syrer aus einer Wohnung an der Banfetalstraße und brachten ihn in Untersuchungshaft.“ Und dann habe der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München bestätigt, ein Mann sei im Raum Bad Laasphe festgenommen worden. „Bei mir aber nicht.“

Er selbst könne ja viel ab. Aber es bleibe natürlich einiges hängen. „Die Oma hat sich aufgeregt“, sagt Bastian Weil. Viele Freunde und Bekannte hätten angerufen. „Wieso die auf mein Haus gekommen sind? Ich weiß es nicht“, erklärt Bastian Weil. Nur so viel: „Schön wäre es, wenn das aufgeklärt werden könnte.“ Denn bei ihm im Haus, so der 30-Jährige, sei definitiv kein Syrer gefunden worden, der irgendetwas mit Schleuserei zu tun habe, wie es berichtet worden sei. Und er möchte auch weiterhin die weiße Weste in der Öffentlichkeit behalten. „Ich bin sozial engagiert, bin aktiv beim Malteser Hilfsdienst und möchte gerne demnächst verstärkt in die Jugendarbeit einsteigen.“

Bestätigung aus München

Die Siegener Zeitung fragte nach der Berichterstattung nochmal nach bei Alexander Klunker, dem Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München. Dort werden die Ermittlungen gegen die international tätige Schleuser-Bande gebündelt, in deren Zuge zwei Festnahmen erfolgten und Bargeld in fünfstelliger Höhe sichergestellt wurde (die Siegener Zeitung berichtete). Alexander Klunker bestätigte die Schilderung von Bastian Weil. Allerdings: „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir zu den konkreten Umständen jedoch keine weiteren Angaben machen.“

Bedeutet im Umkehrschluss: Die Festnahme in Bad Laasphe hat offenbar stattgefunden – allerdings nicht im Rahmen des Einsatzes in Banfe.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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