Feudinger ist einer der besten Steinmetz-Gesellen

Eugen Frisorger wurde Sechster im Bundesvergleich

JG Feudingen. Der 20-jährige Eugen Frisorger aus Feudingen war auf Bundesebene einer der erfolgreichsten Steinmetz-Gesellen des vergangenen Jahres. Im vergangenen Sommer legte er seine Prüfung ab. Und sein Wandbrunnen aus Sandstein war zunächst das beste Gesellenstück der heimischen Steinmetz-Innung, wurde dann Sieger im Kammerbezirk und bescherte schließlich dem Wittgensteiner einen sechsten Platz im bundesweiten Vergleich. Der Wettbewerb mit dem schönen Namen »Die gute Form« bewertete dabei in erster Linie das Gesellenstück, wichtig war aber auch eine unter Aufsicht angefertigte Arbeitsprobe sowie die Prüfungsnote der Fachtheorie.

Ein großer Erfolg für den Feudinger, der eigentlich nur durch Zufall zum Steinmetz-Handwerk kam. Erst im April 1998 war der Spätaussiedler aus Kasachstan nach Deutschland gezogen, hatte die Laaspher Hauptschule besucht und in den Oster- sowie in den Sommerferien einen Ferienjob gesucht. Deshalb habe er auch im Steinmetzbetrieb Bernshausen auf der Feudingerhütte nachgefragt. Und der Chef Albrecht Bernshausen erinnerte sich jetzt im Gespräch mit der Siegener Zeitung noch genau, dass er schon nach kurzer Zeit Eugens Talent für diesen Beruf erkannt habe. Nach der Schule wollte der junge Mann dann eigentlich in die Industrie, doch auch ihm machte die Arbeit in dem Betrieb immer mehr Spaß.

Und so entschloss sich Eugen dann doch für die dreijährige Ausbildung zum Steinmetz. Die Berufsschule absolvierte er im Blockunterricht in Gelsenkirchen, die überbetriebliche Ausbildung führte ihn sogar ins norddeutsche Königslutter. Immer wieder wurde über die verschiedenen Arbeitsmaterialien und deren Eigenschaften gesprochen, bei den angehenden Steinmetzen nimmt jedoch auch die wichtige Stilkunde der verschiedenen Epochen einen breiten Raum ein. Der Umgang mit Verzierungen oder auch Schriften will akkurat erlernt sein. Wobei für Albrecht Bernshausen der Anfang der Ausbildung die entscheidende Zeit ist. Der Lehrling bekomme zu Beginn einfach einen Stein und Werkzeug in die Hände – und die spannende Frage der ersten Tage laute: »Was passiert, wenn du auf dem Stein 'rumschlägst.« Diese Phase sei ganz wichtig, um die für den Beruf notwendige Sensibilität gegenüber dem Material zu bekommen. Wobei Fingerspitzengefühl in diesem Traditionsberuf auch im anderen Sinne gefragt ist, schließlich hat der Steinmetz – wenn er mit Hammer und Meißel Grabsteine vorbereitet – auch immer wieder mit dem schwierigen Thema »Tod« zu tun.

Mal geht es um Grabsteine oder Restaurierungsarbeiten, mal um Fensterbänke oder Fußböden. Neben dem häufigen Arbeiten an der frischen Luft ist es diese Vielfalt des Berufs, die Eugen besonders viel Spaß macht. Und seit er jetzt Geselle ist, führt ihn sein Chef an ein weiteres interessantes Arbeitsfeld heran. Seit zwei oder drei Jahren, so Albrecht Bernshausen, komme es wieder häufiger vor, dass Kunden sich Grabstätten individueller gestalten ließen. Hier gehe es darum, Gedanken und Gefühle in der Grabstein-Gestaltung umzusetzen. Dafür zeichnet Eugen jetzt auch schon mal Entwürfe.

Für sein prämiertes Gesellenstück hatte er insgesamt acht Entwürfe angefertigt, die unterschieden sich in Details, aber eines stand von vornherein für den Feudinger fest: Es sollte ein Wandbrunnen werden. Als Material wählte er Sandstein aus, neben der freundlichen Farbe war es entscheidend, dass Eugen für den Brunnen-Innenbereich viel Material wegnehmen musste. Der weiche Stein war dafür sehr gut geeignet, wobei das natürlich auch seine Tücken hatte: Hier brauchte man ein sicheres Händchen, denn schnell war zuviel abgetragen. 72 Stunden hatte Eugen für die Arbeit Zeit, aber schon nach 64Stunden hatte er aus einem einfachen Sandstein-Quader einen äußerst ansehnlichen Wandbrunnen hervorgezaubert.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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