Kurpark den Insekten überlassen
Flächendeckendes Anlegen von Blühwiesen

Jörn Reuter, Björn Strackbein und Daniela Rupprecht (v.l.) stellen am Donnerstag die Idee vor, städtische Flächen als Blühflächen für Blumen und Obstbäume zur Verfügung zu stellen.
  • Jörn Reuter, Björn Strackbein und Daniela Rupprecht (v.l.) stellen am Donnerstag die Idee vor, städtische Flächen als Blühflächen für Blumen und Obstbäume zur Verfügung zu stellen.
  • Foto: Holger Weber
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howe Bad Laasphe. Björn Strackbein hatte die Idee in 2017, als er vorschlug, im Kurpark eine Blumenwiese anzulegen. Hintergrund damals: Das Insektensterben schritt voran, mitunter wurden seinerzeit katastrophale Szenarien abgebildet. Also machte sich der passionierte Imker Gedanken und organisierte über das „Netzwerk Blühende Landschaft“ das nötige Saatgut und Material, um mit Zustimmung der Stadt Bad Laasphe in der Nähe des Steinchens im Kurpark eine große Blumenwiese anzulegen.

Blumenwiese in die Tonne getreten

Hier sollten sich die Insekten wohlfühlen. Sozialdemokrat Björn Strackbein nahm den Kindergarten „Farbklecks“ mit ins Boot, der sich von der Blütenpracht und der Vielzahl und Schmetterlingen begeistert zeigte. So wurden die Kinder dafür sensibilisiert, die Natur nachhaltig zu schützen. In 2018 zogen die Grünen nach. Die Fraktion beantragte im Umweltausschuss, die städtischen Flächen einmal auf deren Naturhaushalt prüfen zu lassen und ein sogenanntes Naturflächen-Kataster zu erstellen. Und was ist draus geworden? Björn Strackbein verschlug es am Donnerstag im Kurpark die Sprache: „Die haben hier im Kurpark alles englisch gemacht.“ Sprich: das Grün kurz gehalten und dabei die schöne Blumenwiese – wie Björn Strackbein erläuterte – „in die Tonne getreten“. Statt bunte Pracht zeigten die Flächen, dass sie eben weil sie so kurz gehalten worden seien, inzwischen von der Sonne verbrannt seien, so Björn Strackbein.

Genug städtische Flächen kann man der Natur überlassen

Seine Fraktion hat nun für den kommenden Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss seinen eigenen Faden und den Grünen-Antrag von damals wieder aufgenommen. Entstanden ist die Forderung, Streuobstwiesen mit alten Sorten auf öffentlichen Flächen in allen Ortsteilen anzulegen und diese zeitgleich als Blühfläche anzulegen sowie die Pflanzflächen im Stadtgarten mit mehrjährigen Stauden zu bepflanzen.

„Lasst generell die Blumen blühen“, so Björn Strackbein. Das habe mehrere positive Aspekte – nämlich Lebensräume für Insekten und Vögel sowie Obstbäume und Blühflächen. Noch ein Effekt: „Der Bauhof wird entlastet. Er muss nicht alle 14 Tage mähen.“ Daniela Rupprecht erläuterte, dass der Bauhof auf den Dörfern zwar nicht alle 14 Tage oder regelmäßig die städtischen Flächen mähe. Dennoch müsse auch hier mal genau geschaut werden, welche Flächen für Blühwiesen zur Verfügung stehen könnten. Genau darum sei ja auch ein Kataster sinnvoll. Dass man Spiel- oder Bolzplätze kurz halte, sei klar. „Aber es gibt genug städtische Flächen, die man der Natur erst mal überlassen kann.“

Zum Beispiel die Flächen um die Dorfgemeinschaftshäuser oder etwa die bei der Volkshalle. Björn Strackbein hat für das Vorhaben auch finanzielle Mittel im Blick, die es vom Kreis Siegen-Wittgenstein gibt. „Da liegt ein Programm mit 20.000 Euro, von dem nur 8000 abgerufen wurden.“ Die 12.000 Euro könne man sich doch einfach nach Bad Laasphe holen. Der Fachausschuss tagt am Mittwoch, 23. Juni (18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses von Bad Laasphe).

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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