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Straße zur Hälfte aufgerissen
Flickenteppich auf der Ammelshelle

Für die Erneuerung der Wasserleitung musste die Ammelshelle in Feudingen zur Hälfte aufgerissen werden. Anwohner hätten sich gewünscht, gleich eine komplette Asphaltdecke darüberzulegen. „Die hätte uns alle überlebt.“
  • Für die Erneuerung der Wasserleitung musste die Ammelshelle in Feudingen zur Hälfte aufgerissen werden. Anwohner hätten sich gewünscht, gleich eine komplette Asphaltdecke darüberzulegen. „Die hätte uns alle überlebt.“
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

howe Feudingen. Die Ammelshelle in Feudingen hat die Besonderheit, dass sich das Anwohnersträßchen rund 350 Meter durch den kleinen Siedlungsbereich schlängelt und irgendwann ganz hinten bei Kuhlis vor dem Haus endet. Da ist dann sozusagen Sackgasse, weil es hier nicht mehr weitergeht. Nun hat das Wasserwerk der Stadt Bad Laasphe jüngst die Anschlussarbeiten für eine neue Wasserleitung vorgenommen. Die ist inzwischen 60 Jahre alt und musste dringend erneuert werden. Während der Baußmaßnahme ging in der Ammelshelle natürlich gar nichts, die Straße musste gesperrt werden – ein Umstand, den die Anwohner hinnahmen.Nun kommt mit so einer Leitung freilich auch die Straße selbst in die Jahre.

howe Feudingen. Die Ammelshelle in Feudingen hat die Besonderheit, dass sich das Anwohnersträßchen rund 350 Meter durch den kleinen Siedlungsbereich schlängelt und irgendwann ganz hinten bei Kuhlis vor dem Haus endet. Da ist dann sozusagen Sackgasse, weil es hier nicht mehr weitergeht. Nun hat das Wasserwerk der Stadt Bad Laasphe jüngst die Anschlussarbeiten für eine neue Wasserleitung vorgenommen. Die ist inzwischen 60 Jahre alt und musste dringend erneuert werden. Während der Baußmaßnahme ging in der Ammelshelle natürlich gar nichts, die Straße musste gesperrt werden – ein Umstand, den die Anwohner hinnahmen.Nun kommt mit so einer Leitung freilich auch die Straße selbst in die Jahre. Und weil das Kommunale Abgabengesetz (KAG) aktuell in aller Munde ist und der Feudinger Sasselberg sozusagen als Paradebeispiel für den Widerstand gegen die hohen Straßenbeiträge dient, schauen die Anwohner der Ammelshelle auch etwas genauer hin.

Straße zur Hälfte aufgerissen

Und da fällt auf, dass das bauausführende Unternehmen im Auftrag des Wasserwerks die Ammelshelle fast schon wie an der Schnur gezogen zur Hälfte aufgerissen hat, um alles nach dem Bau der neuen Wasserleitung wieder zu verfüllen und – so dürfte es vorgesehen sein – halbseitig zu asphaltieren. Mit dem Ergebnis: Die Ammelsheller haben dann eine halbseitig neue und halbseitig alte Straße mit einer mittigen Naht. Also alles nur halbe Sachen? Sabine und Kerstin Kuhli, die Anwohner des allerletzten Hauses in der Straße, sehen das so. Sie hätten sich gewünscht, dass man die Ammelshelle gleich komplett ertüchtigt hätte. „Die halbe Straße, die aufgerissen wurde, bröckelt nach, wenn alles verbaut wurde.“ In ein, zwei Jahren, wenn dann Glasfaser gelegt werde, reiße man die Straße erneut auf. „Und dann ist sie endgültig kaputt.“ Also hätte man doch ganz einfach mit der Wasserleitung auch Leerrohre verlegen können – quasi nach Rückershäuser Vorbild. Da hatte der örtliche Wasserverband im Eigenbetrieb die Baumaßnahmen koordiniert und die Akteure im Vorfeld in ein Boot geholt. Hier wurden Gas- und Wasserleitung sowie Leerrohre in einem Aufwasch verlegt, sodass die Straße hinauf zur Skihütte nicht mehrmals aufgerissen werden muss.

Unnötiger Flickenteppich

Und bei der Ammelshelle? „Wenn alles drin war, hätten die eine Asphaltdecke drüber gemacht, die hätte uns alle überlebt“, glaubt Sabine Kuhli im Namen mehrerer Anwohner. Schließlich, schaut man sich die schmale Straße an, hätte die andere Hälfte Asphalt den Braten auch nicht mehr fett gemacht. Jetzt, so glauben die Anwohner, bekommen die Ammelsheller einen unnötigen Flickenteppich. Die Stadt sieht das komplett anders: Nach Auskunft des Breitbandkoordinators des Kreises, Martin Schreier, sei ein Glasfaserausbau in der Straße „Zur Ammelshelle“ und ein damit verbundener, abermaliger Aufriss der Straße zu einem späteren Zeitpunkt weder beim jetzigen Ausbau noch beim künftigen „6. Call“ vorgesehen, heißt es aus der Pressestelle. Die Stadt und das Wasserwerk seien bestrebt, bei Baumaßnahmen „die größtmöglichen Synergieeffekte“ zu nutzen und sich mit anderen Versorgern abzustimmen, um die Anzahl der Baustellen zu reduzieren und die Belastung für die Bürger so gering wie möglich zu halten. „Die Straße musste zur Hälfte aufgerissen werden, weil nicht nur das Leitungsrohr in dem Graben Platz finden musste, sondern weil die Wasserwerker auch noch Raum zum Arbeiten benötigten. Hier spielten auch Aspekte wie Arbeitsschutz und -sicherheit eine große Rolle, die beide gesetzlich fixiert sind. Eine geringere Grabenbreite hätte den Mitarbeitern des Wasserwerks keinen ausreichenden und sicheren Raum zum Arbeiten gelassen.“

Für andere Hälfte ist die Stadt zuständig

Dass die Straße nicht komplett asphaltiert werde, liege daran, dass der Eigenbetrieb Wasserwerk über die Wassergebühren, die ja seine Haupteinnahmequelle seien, keinen Straßenausbau betreiben dürfe. Für die Asphaltierung der anderen Hälfte oder eine anschließende Asphaltierung der kompletten Straße wäre die Stadt Bad Laasphe im Rahmen der Straßenunterhaltung oder des Straßenausbaus zuständig. „Eine einfache Asphaltierung würde eine Oberflächensanierung darstellen, die jedoch bei dieser Straße nicht ausreichen würde, wie bei einem Besichtigungstermin festgestellt wurde.“ Und weiter: Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltssituation der Stadt sei deshalb von einer alleinigen Oberflächensanierung abgesehen worden. Vielmehr müsste in der Straße „Zur Ammelshelle“ ein grundlegender Ausbau nach KAG stattfinden, der ganz andere Standards mitbringe. Derzeit gebe es in Bad Laasphe jedoch bekanntermaßen ein Moratorium, wonach das beschlossene Straßenausbauprogramm weiter ausgesetzt sei.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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