Spenden-Offensive ab Montag
Flutkatastrophe: Feudingen sammelt für Helfer in Dernau

Die Bilder der Zerstörung in Dernau an der Ahr lassen niemanden kalt. Eine der größten Herausforderungen dürfte jetzt darin bestehen, die riesigen Berge aus Müll, Schutt und Geröll abzutransportieren.
  • Die Bilder der Zerstörung in Dernau an der Ahr lassen niemanden kalt. Eine der größten Herausforderungen dürfte jetzt darin bestehen, die riesigen Berge aus Müll, Schutt und Geröll abzutransportieren.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Feudingen. Die Dorfgemeinschaft Feudingen will alles dafür tun, dass der von den Wassermassen in der Vorwoche schwer getroffene Ort Dernau an der Ahr wieder eine Zukunft hat. „Wir haben so viele Helfer unten vor Ort, die anpacken. Für uns ist klar, dass wir nicht außen vor bleiben werden“, betont der 1. Vorsitzende Rolf Kaden. Letztlich gehe es darum, dass von allen Beteiligten an einem Strick gezogen werde. Christoph Schneider, 2. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, nennt ein weiteres gewichtiges Argument: „Wir haben in Feudingen im Jahr 2018 eine tolle 800-Jahr-Feier auf die Beine gestellt – und dabei viel externe Hilfe erhalten.“ Deshalb wolle man jetzt gerne etwas zurückgeben. „Wir möchten hier vor Ort alles tun, damit es im Krisengebiet weitergeht.“

Ab Montag wird in Feudingen für Helfer in Dernau gesammelt

Bedeutet im Klartext: Am kommenden Montag, 26. Juli, startet in Feudingen eine Straßensammlung, bei der um Unterstützung für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer sowie konkret um Projekte in Dernau gebeten wird. Die Ortschaft wird unter mehreren Sammlern aufgeteilt, die den Feudingern sicher bekannt sind. Die Sammlung läuft über mehrere Tage, zumal das Hilfsprojekt auch ein längerfristiges sein wird. „Unsere Unternehmer leben es vor, das ist der richtige Ansatz“, macht Rolf Kaden deutlich.

"Arbeit für die nächsten Jahre"

Der Bauunternehmer Christian Bernshausen war mit seinen Mitarbeitern und weiteren Helfern bereits Anfang der Woche in Richtung Ahr gestartet, am Wochenende kommt Christian Knoche vom gleichnamigen Landmarkt mit einem Helfer-Team dazu. Der hatte in den vergangenen Tagen darum gebeten, Werkzeug, Schaufeln und Besen zu spenden, damit die Helfer gut ausgerüstet sind. 30 Schubkarren finanziert die Dorfgemeinschaft Feudingen. Wie die SZ erfuhr, formieren sich in Wittgenstein weitere Gruppen, die Dernau zum Ziel haben.

Gemeinschaftsverein Feudingen steuert "Wittgenstein wäscht"

Der Gemeinschaftsverein Feudingen will zudem die Initiative „Wittgenstein wäscht“ koordinieren. Zur Erläuterung: Die Wittgensteiner Helfer, die in Dernau eingesetzt werden, bringen in den nächsten Tagen immer wieder Säcke mit schmutziger Wäsche mit, die entsprechend beschriftet sind. Aus Gründen der Hygiene und auch aufgrund der Tatsache, dass man gern „seine eigenen Sachen“ trägt, ist auch diese Aktion ein wichtiger Beitrag, um den Menschen in Dernau so etwas wie Alltag zurückzugeben.

Wittgenstein wäscht Helfer-Wäsche

Rolf Kaden kündigt an, dass die Wäschesäcke an einem zentralen Ort gesammelt werden sollen, um sie dann an die Haushalte weiter zu verteilen. Die Planungen dafür liefen. „Auch hier ist es einfach nur beeindruckend, wie viele Menschen sich hier beteiligen wollen.“
Menschen aus Feudingen, die in den nächsten Tagen nicht von den Geldsammlern persönlich angetroffen werden, können ihre Geldspende unter dem Kennwort „Fluthilfe Dernau“ auch gerne auf eines der beiden Konten der Dorfgemeinschaft Feudingen überweisen:

  • Sparkasse Wittgenstein, IBAN: DE 16 4605 3480 0000 2210 28
  • Volksbank Wittgenstein, IBAN: DE 56 4606 3405 0361 5596 00
Wittgensteiner Helfer sind Tag und Nacht im Einsatz Bauunternehmer Christian Bernshausen, der mit seinem Team seit dieser Woche intensiv in Dernau an der Ahr mitarbeitet, ist immer noch geschockt: „Die Lage vor Ort ist noch viel schlimmer als es Fotos zeigen können. Wir haben erstmal einen Lagerplatz eingerichtet, um uns überhaupt mal zu zentralisieren und die Fahrzeuge von der Straße wegzubekommen.“ Der Verkehr sei wie das Handynetz eine einzige Katastrophe. Und weiter: „Wir arbeiten jetzt in Schichten und nutzen die Nacht, um Müll abzufahren, weil dann die Straßen frei sind. Unser Raupen-Fahrer Jens muss heute Nacht auch auf der Deponie durcharbeiten, weil die zweite Raupe ausgefallen ist.“ Schlaf funktioniere, so Christian Bernshausen, nur stundenweise. Und weiter: „Mittlerweile sind es bis Sonntag 70 Helfer aus Wittgenstein, jeden Tag kommen noch welche dazu. Meine Jungs gehen mit dem 30-Tonnen-Kettenbagger in den Ort und räumen die Straßen wieder frei. Meine Hochachtung an alle privaten Helfer vor Ort, die mit uns da sind. Die räumen die Häuser frei mit etlichen Kubikmetern Schlamm und Müll – mit Händen, Schaufeln, Eimern und Schubkarren. Eine ganz harte Aufgabe.“
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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