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Facebook-Account "gehackt"
Friseurmeisterin fassungslos über angebliche Werbeaktion

Irini Wickel aus Feudingen ist immer noch fassungslos. Der Account der Facebook-Seite ihres Frisörladens im Dernbach wurde „gehackt“ und mit einer „Mega-Werbeaktion“ bestückt, bei der viel Geld ausgeschüttet werden sollte.
  • Irini Wickel aus Feudingen ist immer noch fassungslos. Der Account der Facebook-Seite ihres Frisörladens im Dernbach wurde „gehackt“ und mit einer „Mega-Werbeaktion“ bestückt, bei der viel Geld ausgeschüttet werden sollte.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Feudingen. Da traute Irini Wickel dieser Tage ihren Augen und Ohren nicht, als die Mitarbeiterin fragte: „Bist Du das gewesen?“ – mit Betonung auf „Du“. Was meinst Du – entgegnete die Frisörmeisterin aus Feudingen, die völlig auf dem Schlauch stand. „Du hast doch die Kunden angeschrieben. Und bevor wir jetzt hin- und herschreiben, dachte ich mir, ich rufe Dich eben an“, so die Mitarbeiterin. Der kam die Aktion des kleinen Frisör-Handwerksbetriebs „Haar-genau Irini“, bei dem sie beschäftigt ist, nämlich irgendwie spanisch vor. Als ob die gebürtige Griechin Irini Wickel eigenmächtig so eine Gewinn-Geschichte bei Facebook posten würde. Ohne Absprache? Niemals.
Facebook-Account "gehackt"Als Irini Wickel daraufhin aufgeklärt wurde, fiel ihr die morgendliche Kaffeetasse aus der Hand.

howe Feudingen. Da traute Irini Wickel dieser Tage ihren Augen und Ohren nicht, als die Mitarbeiterin fragte: „Bist Du das gewesen?“ – mit Betonung auf „Du“. Was meinst Du – entgegnete die Frisörmeisterin aus Feudingen, die völlig auf dem Schlauch stand. „Du hast doch die Kunden angeschrieben. Und bevor wir jetzt hin- und herschreiben, dachte ich mir, ich rufe Dich eben an“, so die Mitarbeiterin. Der kam die Aktion des kleinen Frisör-Handwerksbetriebs „Haar-genau Irini“, bei dem sie beschäftigt ist, nämlich irgendwie spanisch vor. Als ob die gebürtige Griechin Irini Wickel eigenmächtig so eine Gewinn-Geschichte bei Facebook posten würde. Ohne Absprache? Niemals.

Facebook-Account "gehackt"

Als Irini Wickel daraufhin aufgeklärt wurde, fiel ihr die morgendliche Kaffeetasse aus der Hand. Irgendjemand hatte ihren Facebook-Account offenbar „gehackt“ und sich über die Seite „Haar-genau Irini“ eingeloggt. Zumindest hat sich, so dachte Irini Wickel nach der Sichtung der ersten „Posts“, jemand bei ihr auf der Seite ausgetobt und einen Scherz erlaubt. „Hallo an alle Kundinnen! Habt ihr Lust, bei einer Mega-Werbeaktion mitzumachen?“ – heißt es da auf der Facebook-Firmenseite. „Es gibt fünf Preise von 200, 400, 600, 800 und 1000 Euro für Euch. Alleine fürs Mitmachen bekommt jede einen 150-Euro-Gutschein von mir.“

Unseriöses Angebot

Zwar stolperte Irini Wickel über die grammatikalischen Unzulänglichkeiten und die Fülle an Rechtschreibfehlern, dennoch musste sie sich erst einmal setzen. „Ich habe doch nichts zu verschenken. Was glauben denn meine Kundinnen von mir? Das ist sowas von unseriös.“ Die Geschichte, die der Unbekannte im Folgenden auftischt, ist etwas wirr und schwer zu verstehen.

Jungen verwandeln sich angeblich in Kundinnen

Es geht angeblich darum, dass das Team von Irini Wickel zeigen wolle, was es mit Hair-Styling und Make-up alles anstellen könne. Vermeintliche freiwillige Helfer, alles Jungen im Alter von zwölf bis 19 Jahren, würden sich in die Kundinnen verwandeln. „Ja, wir erschaffen Eure Double oder Zwillinge. Mit Euch passiert gar nichts dabei“, heißt es – erneut gespickt mit Fehlern.

Wirres Konzept

Vier Outfits würden den Jungs angezogen, berichtet der oder die Unbekannte weiter. Geplant sei dann, bei einem abgesprochenen Termin „bei uns oder bei Euch“, die Outfits zu präsentieren. Das vorgestellte „Fake-Konzept“ denkt der Unbekannte offenbar nicht zu Ende. Das Ganze wird wirr. Und dennoch schaffte er es, dass sich die ersten Kundinnen meldeten. Beim zweiten Hinsehen entpuppten sich die Nachrichten auf Facebook für Irini Wickel als überhaupt nicht mehr so scherzhaft. Während sie selbst gar keinen Zugang mehr auf ihre eigene Firmen-Seite erhielt, bekam sie von ihren Kundinnen über Whatsapp und über ihren privaten Facebook-Auftritt die entsprechenden Dialoge mit dem Unbekannten zugesandt.

"Er wird Dein Zwilling"

Der hatte zwischenzeitlich die ersten Kundinnen, die dem Gewinnspiel-Aufruf gefolgt waren, geködert. Hier versuchte der Unbekannte, den Ablauf der Styling-Aktion nochmal zu erklären: Die jungen Burschen zögen die Outfits der Kundinnen an und würden von „Haar-genau“ auch haargenau so frisiert. „Haare wie Deine mache ich ihm. Er wird Dein Zwilling“, schreibt der „Hacker“ der Kundin. Erneut hat der Schreiber der Facebook-Zeilen auf dem fremden Unternehmer-Portal so seinen Kampf mit der deutschen Sprache. Groß- und Kleinschreibung gelingt ihm nicht immer, Kommasetzung Fehlanzeige, und vom Ausdruck her schafft er es nicht, auf den Punkt zu kommen.

Friseurin schaltet Polizei ein

„Trotzdem ist eine Kundin darauf angesprungen“, berichtete Irini Wickel im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Die habe der unbekannten Person Fotos mit entsprechenden Outfits zugesandt. „Wo die Bilder letztlich gelandet sind, wissen wir nicht.“ Eingeschritten sei sie an dem Punkt, als der „Hacker“ mit einer Kundin einen Termin habe vereinbaren wollen, um für die Aktion nach Hause zu kommen. Da habe sie die Polizei eingeschaltet. Offenbar, so Irini Wickel, hätten alle Kundinnen und Kunden die Einladung zur Werbe-Aktion erhalten, die ihren Facebook-Auftritt „gelikt“ hätten. Und Fakt sei jetzt: „Das ist geschäftsschädigend. Solche Aktionen würden wir niemals machen.“ Das Schlimme dabei: Einige Kundinnen hätten – eben aus Unwissenheit – mit dem Unbekannten kommuniziert.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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