Für Fundraising-Konzept

jg Bad Laasphe. Achim Schwarz brachte gestern als Vorsitzender vom Finanzausschuss im Kirchenkreis Wittgenstein den Entwurf für den kreiskirchlichen Haushalt 2010 ein. „Dieser kann relativ unproblematisch für uns sein“, es gebe keine wesentlichen Unterschiede zum Vorjahr, so der Girkhäuser. Dennoch sah der Pfarrer viel dunklere Wolken am weiteren Horizont. Die Kirchensteuer-Einnahmen werden in den nachfolgenden Jahren deutlich weniger werden, ab 2011 müssen die Wittgensteiner an ihre Rücklagen gehen, um den Haushalt gestemmt zu bekommen.

Außerdem zeigten Achim Schwarz die Zahlen, dass die bisherige Aufteilung der Kirchensteuer mit 60 Prozent für Kirchengemeinden und 40 Prozent für die kreiskirchlichen Dienste auf jeden Fall überprüft werden müsse, weil die Gemeinden künftig im direkten Vergleich stärker belastet werden, da die Griffe in die Finanzausgleichs-Kasse nur den kreiskirchlichen Diensten angerechnet werden. Mit der Aussicht auf die Überprüfung wurde der Haushaltplan 2010 mit einem Volumen von knapp 3,9 Mill. Euro einstimmig - bei einer Enthaltung angenommen. Dabei verwies Achim Schwarz darauf, dass die Rücklagen-Entnahmen keine Kopfschmerzen bereiten müssten, da sich deren Summe auf das Dreifache des Geforderten belaufe.

Dennoch wollen sich die Wittgensteiner auf die sich abzeichnenden großen Einbrüche der Kirchensteuer-Einnahmen - aufgrund der Demographie - einstellen. Um dem zu begegnen, stellte Claudia Latzel-Binder als Synodalassesorin des Kirchenkreises das „Netzwerk Zukunft“ vor, eine Konzeption fürs Fundraising. Hinter diesem englischen Wort verbirgt sich unter anderem die deutsche Vorstellung von Finanzmittelbeschaffung. Dass das nur eines der Ziele ist, verdeutlichte die Berleburger Pfarrerin jedoch. Es gehe darum, Menschen zu gewinnen, die der Kirche Zeit-, Geld- oder Sachspenden gewähren. Und dafür wollte Claudia Latzel-Binder zum einen die öffentliche Darstellung der kirchlichen Arbeit im Kirchenkreis stärken, zum anderen eine bessere Vernetzung zwischen Kirche und Menschen, Institutionen, Firmen schaffen. Deshalb gab es einen ganzen Konzeptions-Entwurf, nicht nur die Idee von einem einzigen Pfarrer mit Fundraising-Ausbildung, wie sie Achim Schwarz gerade macht, der allein loszieht, um Geld zu organisieren. Stattdessen sollte zu diesem Netzwerk in Zukunft eine halbe Fundraising-Pfarrstelle aus dem Topf der zusätzlichen Wittgensteiner Stellen gehören. Außerdem ein Drittel Sekretariat, das von der Superintendentur abgezwackt wird. Schließlich noch eine neu zu schaffende 100-Prozent-Stelle „Sachbearbeitung Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit“. Diese Bündelung biete sich aus thematisch-praktischen Gründen an, außerdem geht Michael Becker als bisheriger Öffentlichkeitsreferent des Kirchenkreises Ende des Jahres in Ruhestand.

In der Diskussion meldeten sich vor allem Leute zu Wort, die dem Ganzen wohlwollend gegenübergestanden, dennoch an der Konzeption einzelne Dinge auszusetzen hatten. Nur Berleburgs Pfarrer Frank Schröder sprach sich dezidiert dagegen aus. Aufgrund der Diskussion regte der Schwarzenauer Otto Marburger an, einene Grundsatzbeschluss zu fassen, wobei an der Konzeption noch gefeilt werden solle. Kirchenrat Dr. Arne Kupke schlug vor, man möge die Schaffung einer solchen Stelle zum 1. August 2010 beschließen, die Konzeption solle im Lichte der vorhergehenden Diskussion überarbeitet werden. Aus den Reihen der Synode wurden Thomas Dörr, Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Wittgenstein, und der Schmallenberger Pfarrer Peter Liedtke ausgewählt, die bei der Formulierung des Konzeptes dem Kreissynodalvorstand noch ein wenig zur Seite stehen sollen: Damit das Gewicht der Öffentlichkeitsarbeit deutlicher werde oder auch die Verlässlichkeit der Kirche und der Projekt-Grundgedanke der gesellschaftlichen Solidarität. Das Endergebnis könne der nächsten Wittgensteiner Synode vorgestellt werden. Bei vielen Enthaltungen stimmten 26 der Synodalen mit Ja, und neun mit Nein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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