Gegen Kirchturmsdenken

Auch als Feudinger wünscht sich der FWG-Kandidat Johannes Wickel (23), dass die Königstraße besser genutzt wird.
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jg Feudingen. „Es ist eine verschlossene Kiste“ - so wirke auf viele Leute die große Politik, aber auch schon die kleine Politik vor Ort. Da ist sich der 23-jährige Johannes Wickel aus Feudingen sicher. Dass er ein paar Einblicke in diese Kiste bekommen habe, habe mit den Projekten zu tun, die sein Vater im Oberen Lahntal angestoßen habe. Der möchte im Dernbach ein Hotel bauen und Wisente auf eine umzäunte Weide stellen. Wie das Projekt nach und nach Formen annahm und welche Schritte dafür nötig waren, bekam Johannes zwangsläufig mit. Und er fand es spannend. So wurde er in der Partei aktiv, die sein Vater vor eineinviertel Jahr mit aus der Taufe gehoben hatte: in der FWG. Johannes bewirbt sich im Laaspher Wahlbezirk 14 - also in Feudingen - um Stimmen für die Freie Wähler-Gemeinschaft.

Dabei fühlt er sich sehr wohl in der Gruppierung, die von früheren Sozialdemokraten gegründet wurde und in der laufenden Wahlzeit mit vier Sitzen im Laaspher Stadtrat vertreten ist. In den großen Parteien mit Bundes- und Landesebene würden durch Positionierungen im Großen doch Entscheidungen oft vorweggenommen. Er habe den Eindruck, dass die FWG da viel unabhängiger sei und er sich auch selbst besser einbringen könne.

Der Ansatz von Johannes ist dabei ein demütiger. Wenn er bei der FWG mitarbeite, dann sei das „so eine Art Lehre“, er wolle etwas lernen. Eine echte Ausbildung hat Johannes schon absolviert. Er habe Industriekaufmann gelernt, jetzt studiere er im dritten Semster in Gießen Agrarwissenschaften und Politik auf Berufsschul-Lehramt. Wenn er an seine Ausbildung und den Weg dorthin denkt, dann fällt ihm sofort etwas ein, was für eine Laaspher Ortsumgehung spricht. Es sei komisch, wenn er von Feudingen bis Laasphe zehn Minuten gebraucht habe und dann durch Laasphe durch noch mal genauso lange. Noch lieber als eine Umgehung wäre ihm eine vernünftige Einbindung von Wittgenstein in das deutsche Fernstraßen-Netz.

Wenn er sich Bad Laasphe anguckt, dann ist sein Urteil zwiespältig. Zum einen ist er sicher: „Laasphe ist nicht so schlecht im größeren Vergleich.“ Aber zum anderen findet er, dass man aus Bad Laasphe noch viel mehr machen könnte. „Der alte Stadtkern ist echt schön“, aber hier fehle das Leben. Die Königstraße müsste doch eigentlich das „Markenzeichen“ der Stadt sein. Voll Anerkennung blickt er da nach Bad Berleburg. Seit hier die große Hauptstraße gemacht worden sei, wirke Bad Berleburg sehr attraktiv. Hier gebe es fast schon Sauerländer Flair.

Wenn man hingegen durch die Königstraße gehe, „dann ist da niemand“. Dabei erkennt Johannes sehr wohl, dass man mit Privatinitiative hier nicht allein weiterkommt. Hier sieht er die Stadt stärker in der Pflicht, etwas zu tun, damit die Altstadt gefühlsmäßig wieder der Mittelpunkt der Stadt werde. Und das sagt er auch als Oberlahntaler, denn Probleme der Kernstadt seien auch nicht gut für ihre Dörfer. Egal ob Oberes Lahntal, Banfetal oder Kernstadt, jeder habe seine Stärken, darauf müsse man sich konzentrieren, diese gelte es weiterauszubauen. Eindeutig positioniert sich Johannes dabei gegen das Kirchturmsdenken, das es leider viel zu oft in Wittgenstein gebe. Am Ende sei nur eines wichtig: „Hauptsache, es läuft rund.“Das hört sich nach einer Fußballer-Weisheit an, kommt vielleicht daher, dass Johannes tatsächlich beim TuS Volkholz kickt. Genau wie Dirk Peczkowski. Der junge Mann ist der gleiche Geburtsjahrgang wie Johannes und steht im Wahlbezirk 16 für die Grünen auf der Wahlliste.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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