Architekturstudenten entwerfen Modelle für Radwanderbrücke
Goldene Brücken für mehr Sicherheit für Radfahrer

Sieben Entwürfe gab es, Nicole Gerlach und Vanessa True überzeugten die Jury mit ihrem Entwurf (Bildmitte) und landeten auf dem 1. Platz.
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tika Bad Laasphe. In Stein gemeißelt ist längst nichts. Vielmehr ging es darum, mehr als nur Luftschlösser zu bauen. Und deshalb hat die Stadt Bad Laasphe mit der Universität Siegen kooperiert und einen Wettbewerb zum Entwurf einer Radwanderbrücke für die Lahnstadt initiiert. Insgesamt 13 Bachelorstudenten der Fachrichtung Architektur hatten in der Folge sieben Modelle erarbeitet, die zumindest theoretisch alle Vorgaben zur Realisierung erfüllen. Denn bereits seit längerer Zeit existiert die Idee, den Lahntalradweg tatsächlich auch direkt an die Lahn zu verlegen – und Radfahrern eine Fahrt durch die Innenstadt von Bad Laasphe und damit über die vielbefahrene Bundesstraße 62 zu ersparen. Neben dem Ansatz eines deutlich reizvolleren Abschnitts für den Radweg steht dabei vor allem der Aspekt der Verkehrssicherheit im Fokus.

Nicole Gerlach und Vanessa True entwerfen Siegermodell

Nach der Planungsphase zeichneten die Verantwortlichen die Modelle und ihre Ideengeber am Mittwoch im großen Saal des Hauses des Gastes in Bad Laasphe aus. Eine elfköpfige Jury – bestehend aus Vertretern der Universität Siegen, der Stadtverwaltung sowie der Ratsfraktionen – hatten die Modelle Anfang Juli gemeinsam betrachtet und bewertet. Den überzeugendsten Entwurf für eine Brücke über die Lahn westlich des „Hohen Steins“ – das Bauwerk soll die Straße „In der Stockwiese“ mit dem Bereich „Unterm Hombach“ verbinden – lieferten die Architekturstudenten Nicole Gerlach und Vanessa True. „Die Brücke ist mit einer Harmonie und Ruhe in die Landschaft eingebettet“, erklärte Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thorsten Weimar. Der Leiter des Lehrstuhls für Tragekonstruktion an der Universität Siegen hatte den Ideenwettbewerb koordiniert. Er hob vor allem die zwei Abspannseile an jeder Seite der Brücke hervor, die besonders markant seien und als Eingangsportal dienten. „Die Brücke als solche ist sehr geradlinig und einfach in ihrer Form. Das Bauwerk ist als Holzkonstruktion gedacht, eingefasst in ein Fachwerk. Die Brückendecke liegt dabei leicht über dem Fachwerk – dies unterstreich die Leichtigkeit und Filigranität des Bauwerks“, erklärte Thorsten Weimar. Bevor die beiden Studentinnen die Brücke entworfen hatten, hatten sie sich die bereits vorhandenen Brücken in der Stadt Bad Laasphe angesehen und sich dann bewusst an deren Ästhetik orientiert.

Blick auf die Altstadt und das Schloss

Apropos Ästhetik: Käme dieser Vorschlag tatsächlich zur Umsetzung, hätten Radfahrer und Wanderer auf dem Mittelpunkt der Brücke die Möglichkeit, direkt auf die Altstadt sowie das Schloss von Bad Laasphe zu blicken und damit eine Orientierung zu erhalten. Für den aus Sicht der Jury siegreichen Vorschlag erhielt das Duo ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro, die zweitplatzierten Larissa Lukas und Dimitri Udovenco gewannen 200 Euro und Jan Weyand sowie Mohammed Mahmud – sie landeten mit ihrem Modell auf Rang 3 – sicherten sich 100 Euro. Die weiteren vier Teams erhielten ebenfalls durch die Fraktionen gestiftete Preise für ihre Ideen, die insgesamt überzeugend waren. Und die allesamt ihre Reize hatten. Letztlich war jedes einzelne Modell eine goldene Brücke für die Zukunft – geschlagen durch die Studenten für die Stadt Bad Laasphe.Gerade deshalb stehen sie nun auch bis Freitag, 26. Juli, zur Besichtigung im Foyer des Hauses des Gastes. Interessierte haben die Möglichkeit, Anmerkungen dazu abzugeben und ihren Favoriten zu wählen. Auf dieser Grundlage wollen die Verantwortlichen den Prozess forcieren. „Wichtig war es für uns zu sehen, mit welchen Brücken wir arbeiten können. Es gibt jetzt eine grobe Richtung. Jetzt wollen wir aber die Anmerkungen und die Favoriten der Bürger sammeln“, erklärte Dr. Torsten Spillmann. Der Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe verdeutlichte damit zugleich, dass die durch die Jury favorisierte Brücke nun keinesfalls zwingend zur Realisierung kommt. Im Gegenteil: „Es wäre sogar denkbar, zwei Modell miteinander zu verknüpfen und daraus gewissermaßen eine Brücke zu entwerfen, sollten die Bürger eine andere Brücke favorisieren“, verriet Dr. Torsten Spillmann.

"Wir haben keine Zeitschiene definiert"

Ohnehin ist noch vollkommen offen, ob es tatsächlich zur Umsetzung kommt und künftig wieder eine Brücke an der entsprechenden Stelle steht – alles eine Frage der Kosten, vor allem in Zeiten der Geldnot. Bad Laasphe befindet sich derzeit schließlich im Nothaushalt, könnte ein solches Projekt aus eigener Kraft nicht realisieren. Offen ist auch, wann es zu einer Umsetzung kommen könnte. „Wir haben keine Zeitschiene definiert. Es gibt ja verschiedene Förderprogramme und wir müssen schauen, welche Programme es wann gibt. Zudem müssen wir uns vor einem Bau natürlich auch noch mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein abstimmen“, berichtete der Bürgermeister.Noch ist also alles Theorie, allerdings nicht mehr derart fiktiv wie noch vor dem Wettbewerb der Architekturstudenten. Und gerade dies formulierte Dr. Torsten Spillmann letztlich als Mehrwert im laufenden Prozess. „Das Ganze ist nun vorstellbar. Es gibt konkrete Modelle“, erklärte der Verwaltungschef. Modelle, für deren Planung es zunächst keine Grenzen gab – lediglich eine Vorgabe: Die Bauwerke sollten resistent gegen Hochwasser sein, denn in einem solchen Hochwassergebiet soll eine Brücke entstehen.
Dies vor allem deshalb, weil die Stelle als Querung besonders geeignet ist und weil dort ein entsprechendes Nutzungs- und Wegerecht für den Zugang der Brücke besteht. Dass diese Stelle als Übergang geeignet ist, hat zudem die Vergangenheit bewiesen. Genau dort hatte bis vor einigen Jahren schon einmal eine Brücke gestanden. Sie war allerdings des Fluten des Hochwassers zum Opfer gefallen. „Danach wurde sie nicht mehr wiederaufgebaut“, erinnerte sich Dr. Torsten Spillmann. Der Lerneffekt ist also durchaus vorhanden. Baulich hat dies nämlich zur Folge, dass die Brückenmodelle keinerlei Stützpfeiler direkt in der Lahn vorsehen. Auf diese Weise hätte eventuelles Hochwasser keine Auswirkungen auf eine Brücke.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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