»Grenze der Leidensfähigkeit«

Ex-Kreistagsmitglied Hermann Kuhli aus Feudingen unterstützt die Banfer SPD

sz Bad Laasphe. Hermann Kuhli aus Feudingen, langjähriges Ratsmitglied der SPD und für seine Partei seinerzeit im Kreistag, äußert sich zur Situation der Bad Laaspher Sozialdemokraten, nachdem der Ortsverein Banfetal jüngst den Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden Arno Vomhof gefordert hatte (die SZ berichtete). Auch Hermann Kuhli fordert Arno Vomhof auf, der Partei den Dienst zu erweisen und den Weg frei zu machen für eine überfällige, personelle und inhaltliche Erneuerung. Weder Häme noch Genugtuung hätten sich bei ihm eingestellt, wenn er die derzeitige Entwicklung der Laaspher SPD und ihr Erscheinungsbild nach außen betrachte, formuliert der Feudinger, obwohl er selbst viel Anlass gehabt hätte, noch immer offene Rechnungen mit dem Genossen Vomhof zu begleichen. Er wolle das nicht mit gleicher Münze heimzahlen.

Hermann Kuhli übt mitunter scharfe Kritik: Zur ehrlichen Wahrnehmung gehöre zunächst die Erkenntnis und Einsicht, dass die Bad Laaspher SPD seit 1994 nur noch »Rolltreppe abwärts« gefahren sei. Sie habe bis heute nahezu ein Drittel ihrer Mandate verloren. Die Gründe dafür seien in Bad Laasphe »hausgemacht«. Kuhli weiter: »Sie liegen insbesondere in der Art der Darstellung der SPD-Ratsfraktion durch ihren Vorsitzenden.« Seit Jahren ziehe eine Dämmerung vom Bad Laaspher Buhlschlag herauf, die sich bleiern auf die politische Kultur in dieser Stadt niedersenke. »Bei Ratssitzungen erlebe ich«, erläutert Hermann Kuhli, »wenn Partei übergreifendes Licht bei Problemlösungen aufleuchtet, der Fraktionsvorsitzende durch künstlich herbei geholte Bedenken, durch Anträge auf Vertagen und Unterbrechen den Tunnel verlängert.« Er nehme weiterhin wahr, wenn es für den Genossen Vomhof eng werde, dessen Kreidekonsum steige und sobald der Pulverdampf verraucht sei, die alten Verhaltensmuster wieder aufbrechen würden.

Dann begegne einem wieder der unerträgliche Anspruch auf die Unversehrtheit der eigenen Position und damit meist verbunden die Dämonisierung des Andersdenkenden. Wenn die Banfetaler SPD die Reißleine ziehe und an der Grenze ihrer Leidensfähigkeit mit diesem Vorsitzenden angekommen sei, wenn der Ortsverein laut darüber nachdenke wie diese Partei aus dem Tal der Tränen geführt und wieder mehrheitsfähig werden könne, »dann frage ich mich, was daran ehrenrührig oder Partei schädigend ist.«

Kritik übt Kuhli am Bad Laaspher Ortsverein, dessen Reaktionen (Politische Amokläufer, Dummheit, Selbstzerfleischung, Stilbruch, Steilvorlagen für politische Gegner) »ins Bild passen«. Man verdränge völlig, dass all diese Anschuldigungen geradezu potenziert auf einen selbst zurückfallen, man ignoriere, dass man selbst so vielen anderen all das schon angetan habe, was man beklage, wenn es einem selbst wiederfahre. »Dabei passiert nichts anderes als das Zurückschlagen des Pendels, welches man oft genug gegen andere geschwungen hat.«

Überhaupt nicht nachvollziehbar sei das immer wieder hervorgehobene Argument, der Fraktionsvorsitzende sei bis zum Ende der Legislaturperiode mehrheitlich gewählt. Doch wenn viele um den Zustand der Partei besorgte Genossen aus vielen Gründen einen Wechsel für notwendig hielten, dann sei die hartnäckige Besitzstandwahrung nicht zu begreifen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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