Streit um Impf-Reste
Große Solidarität mit geschasstem Impfarzt

Mit dem Arzt Frank Leyener gibt es große Solidarität in den Sozialen Medien. Der Kreis hat ihm und anderen Ärzten die Impf-Lizenz entzogen.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

juka/vö Siegen/Feudingen. Pragmatischer Umgang mit dem knappen Impfstoff, wie er von einzelnen Virologen gefordert wird, oder verantwortungsloses Handeln? In der Diskussion um übrig gebliebenen Corona-Impfstoff und das Vorgehen des Feudinger Arztes Frank Leyener, der das Vakzin lieber an seine Patienten verimpft hat, statt die Reste – wie vorgeschrieben – ins Impfzentrum nach Eiserfeld zurückbringen zu lassen, erhält der Mediziner breite Rückendeckung in den sozialen Netzwerken.
Eine regelrechte Welle der Solidarität hat Leyener erfasst, dem der Auftrag zum Impfen entzogen worden ist. Auch zwei Ärzte in Bad Berleburg und Burbach werden für das Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein nach Verstößen gegen die Verordnung nicht mehr berücksichtigt.
Frank Leyener wird für sein schnelles und unbürokratisches Verhalten gefeiert, viele Leser fordern ein Umdenken beim Impfvorgang und wünschen sich mehr Flexibilität mit bürokratischen Regelungen in diesem Zusammenhang.

„Diese Haltung sollte ausdrücklich unterstützt werden“, meint Lutz Stähler. „Aber Abweichung von der Norm und der Bürokratie darf es offensichtlich nicht geben“, kritisiert er. „Wir verkommen immer mehr zu einem Land der Verbote und Verordnungen“, prangert Claudia Schuhen an. „Kein Wunder, dass wir mit dem Verimpfen nicht voran kommen. Da sind andere Länder cleverer.“
Bereits nach dem Bekanntwerden des Vorgehens von Frank Leyener und der damit verbundenen Kritik der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hatte sich eine breite Masse der Leserschaft im Netz hinter den Mediziner gestellt, was bei der KV und dem Impfzentrum für großes Unverständnis sorgte. Durch den Entzug der Lizenz hat sich der Protest nun noch einmal ausgeweitet. „Unmöglich. Dem Arzt gehört ein Orden und kein Knüppel zwischen die Beine“, moniert Simone Kühn und steht mit dieser Meinung nicht allein da.

Corona-Impfung: Einige Facebook-Nutzer sind auf der Linie des Kreises Siegen-Wittgenstein

Vereinzelt werden kritische Stimmen laut. Etwa in der Form: „Es gibt eine Impfverordnung, und an die hat sich jeder Impfarzt zu halten. Wenn jeder machen würde, was er wollte, dann wäre ich gespannt auf die Reaktionen im Netz“, hält Ilsedore Kunz fest. Das ist die Linie, die Dr. Thomas Gehrke, Leiter des Impfzentrums und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), im SZ-Gespräch deutlich gemacht hatte: „Er priorisiert und impft Menschen, die keine 80 Jahre alt sind. Dieses eigenmächtige Vorgehen lehnt der Ärzteverband auch ab.“ Er sei sicher, so Gehrke, dass die KV das Thema in aller Ruhe aufarbeiten werde.
Eine langjährige Kommunalpolitikerin aus dem Raum Bad Laasphe machte dagegen im SZ-Gespräch deutlich, „dass wir in Feudingen den besten Arzt der Welt haben“. So weit gehen die Meinungen in diesen Tagen auseinander – auch in der Redaktion der Siegener Zeitung.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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