Grünes Licht für Koch-Gelände

Laaspher Ausschüsse stimmten neuem Einzelhandelskonzept mit großer Mehrheit zu

Bad Laasphe. Die große Mehrheit der Bad Laaspher Kommunalpolitiker macht sich für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf dem Koch-Gelände in der Stockwiese stark. Dies wurde in der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Planungsausschuss sowie Wirtschaftförderungs- und Kulturausschuss deutlich. Der Bauausschuss votierte mit 13:1 Stimmen für das entsprechende Einzelhandelskonzept, im Wirtschaftsförderungsausschuss lautete das Ergebnis 11:4. Allerdings gab es auch einige kritische Stimmen zum Gutachten der BBE Handelsberatung aus Münster.

Lahnstadt verliert viel Kaufkraft

Eingangs der Diskussion hatte Bürgermeister Robert Gravemeier betont, dass das Gutachten in Auftrag gegeben worden sei, weil es Pläne für eine Entwicklung des Koch-Geländes gegeben habe. Das Areal sei vor Jahren für die Ansiedlung eines Lebensmittelanbieters nicht in Frage gekommen, »so dass der ein oder andere Bewerber von dannen gezogen ist und sich sehr zu unserem Leidwesen in Nachbarkommunen angesiedelt hat«. Der Verwaltungsleiter bedauerte, »dass uns einiges an Kaufkraft verloren geht«. Als sehr starke Mitbewerber seien die Oberzentren in Siegen und Marburg einzustufen, Biedenkopf sei ein ernsthafter Bewerber, Bad Berleburg ein mittlerer Konkurrent und Erndtebrück – wegen der Nähe zu Feudingen – immerhin noch ein schwacher Mitbewerber für die Lahnstadt.

350 Quadratmeter Erweiterung für Lidl

Nicht zu leugnen seien die Leerstände von Ladenlokalen in der Stadt, ergänzte der Bürgermeister, »das liegt aber auch daran, dass die Eigentümer einiger Objejekte nicht gewillt sind, Groschen in die Hand zu nehmen und etwas für das Erscheinungsbild zu tun«. In den Gesprächen mit den Landesplanern habe sich herauskristallisiert, dass Bad Laasphe noch einen weiteren Lebensmittelmarkt mit 1700 Quadratmeter Fläche gebrauchen und der Lidl-Markt um 350 Quadratmeter erweitert werden könne: »Die Investoren können mit diesen Größenordnungen leben.« Während die Stadt einerseits über die gute Sortimentsstruktur verfüge, seien in der Nahversorgung deutliche Defizite festzustellen.

Bade: Sorgen um Feudingen und Banfe

Anne Bade (Grüne) hatte den Eindruck, »dass hier ein Gutachten erstellt wurde, das eine klare Zielvorgabe hatte – nämlich das Gelände Koch zu beleben«. Angesichts der demographischen Entwicklung, die nun einmal nicht von der Hand zu weisen sei, müsse schon die Frage erlaubt sein, wie sinnvoll ein neuer Lebensmittelmarkt im Außenbereich sei. Nicht zuletzt bereite ihr die Zukunft der Einkaufsmöglichkeiten in Feudingen und Banfe Sorgen. Martin Achatzi (CDU) argumentierte, »dass wir den Wettbewerb in Bad Laasphe brauchen und auch wollen«. Allerdings generiere man Wett- bewerb nicht mit einem Lebensmittelmarkt auf der grünen Wiese. Der Laaspher Einzelhandel habe vielmehr Defizite im Bereich Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte und Wäsche, »und das bekommen wir nur, wenn wir in der Innenstadt etwas machen«. Die Orientierung Richtung Koch-Gelände schrecke potenzielle Investoren für die Innenstadt ab. Arno Vomhof (SPD) forderte die Schaffung einer Beschlusssituation, »damit so schnell wie möglich etwas passiert«. Die Argumentation Martin Achatzis kenne er seit 30 Jahren und er wisse, dass in der Stadt leider zu wenig passiert sei: »Leere Läden gibt es genug, daran kann es nicht liegen, dass keine neuen Anbieter in die Innenstadt kommen.« Waltraud Schäfer (SPD) wünschte sich eine Anbindung des Koch-Geländes für Fußgänger. Tino Strackbein (Neue Fraktion) appellierte an Martin Achatzi, Konzepte für die Innenstadt zu entwickeln, »damit mir als Kunde das Einkaufen in der Königstraße wieder Spaß macht«. Dr. Frank Müller (SPD) sprach hinsichtlich des vorliegenden Gutachtens von einer wichtigen Entscheidung für die Stadt, »die nach meiner Auffassung noch nicht ausgegoren ist«. Das sei alles noch Stückwerk. Indes meinte Wolfgang Weber, der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses, dass man natürlich jedes Konzept verzögern könne, wenn man nur wolle: »Man wird immer einzelne Punkte finden, die zu verbessern wären.«

»Stillstand ist Rückschritt«

Jürgen Tang (CDU) befürchtete, dass die Ausschüsse auf dem besten Weg seien, wieder etwas zu zerreden. Die Konsequenzen könne man im Fall von Obi- und Herkules-Markt sehen. »Stillstand ist Rückschritt«, meinte Heinrich Benfer (SPD) und ermunterte die Ausschusskollegen, dem Vorhaben in der Stockwiese positiv gegenüber zu stehen. Die Abstimmung brachte ein deutliches Ergebnis.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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