Hilfe für Freunde in Nicaragua

Städtisches Gymnasium Bad Laasphe: eine Art »Jugend forscht« für soziales Engagement

tk Bad Laasphe. Seit zweieinhalb Jahren läuft am Städtischen Gymnasium Bad Laasphe ein Hilfsprojekt von Schülern für Schüler. Damals erschien in der Siegener Zeitung ein Artikel über das ehrenamtliche Engagement von Heidi König, Mitarbeiterin des Eine-Welt-Ladens Weidenau. Sie hatte auf einer Reise in Nicaragua, genauer gesagt auf den Solentiname-Inseln, den berühmten Schriftsteller Ernesto Cardenal getroffen. Dieser berichtete von seinem Plan, vier Schulen auf den Inseln zu errichten, wofür noch Spenden benötigt würden. Pro Einrichtung müssten lediglich 3000 Dollar aufgebracht werden. Lehrer Hans-Ulrich Schmidt erzählte davon im Erdkundeunterricht der 8d.

Die Schüler überlegten nicht lange und luden Heidi König ein, um mehr über die Zusammenarbeit mit Cardenal zu erfahren. Nach dem Vortrag stand fest: Die Gymnasiasten werden das Projekt unterstützen. In den folgenden fünf Monaten kamen durch Schulsammlungen und vor allem großzügige Spenden innerhalb des Klassenverbandes die benötigten 6400 DM zusammen. Fortan wurde die Arbeit nicht mehr als Klassenprojekt, sondern auf freiwilliger Basis weitergeführt, was zur Folge hatte, dass die Gruppenstärke erheblich schrumpfte, keineswegs aber die Intensität der Hilfe. Nachdem die erste Rate von 1500 Dollar bereits in Nicaragua angekommen war, fuhren einige Schülerinnen gemeinsam mit Hans-Ulrich Schmidt nach Wuppertal, um Ernesto Cardenal am Rande seiner Lesereise den Rest zu übergeben. Dieser teilte aber zur Überraschung der Gruppe mit, dass die Schule bereits gebaut worden sei und kein weiteres Geld überwiesen werden müsse.

Die Einwohner hatten mit angepackt und somit Baukosten gespart. Die Gruppe entschied sich nach einem Gespräch mit Cardenal, das übrige Geld für den Bau einer zweiten Schule zu verwenden, sodass mittlerweile zwei Schulen errichtet werden konnten. Da nur wenige Lehrer auf den Inseln unterrichten wollen, können sie nur mit einem besonders hohen Lohn angelockt werden. Das Durchschnittsgehalt eines Pädagogen in Nicaragua liegt bei umgerechnet rund 50 e. Die Bad Laaspher Schülergruppe bringt pro Lehrer 80 e monatlich auf. Langfristig bleibt es Ziel, die Lehrergehälter zu sichern, der Staat zahlt nämlich nichts dazu, wenn eine Schule nicht mindestens von 40 Schülern besucht wird. Die beiden »Partnerschulen« des Gymnasiums werden jeweils von etwa 30 Schülern besucht.

Zu Beginn dieses Jahres reifte die Idee, am Wettbewerb »Jugend hilft« teilzunehmen, eine Art »Jugend forscht« für soziales Engagement. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Die Laaspher landeten auf regionaler Ebene ganz vorne und zählen somit zu den 25 Gruppen, die zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen wurden. Da die Gattin des Bundespräsidenten, Christina Rau, Schirmherrin des Wettbewerbs ist, lag als Austragungsort das Schloss Bellevue nahe. Carola Wiesel und Helena Schneider, die als Einzige von Anfang an dabei sind, fuhren gemeinsam mit ihrem Lehrer Hans-Ulrich Schmidt in die Hauptstadt. Auf zwei Stellwänden präsentierten sie Jury und Prominenten ihr Projekt. Unter anderem schauten die Prinzen, Patrick Nuo, Superstar Juliette, das Comedy-Duo »Erkan und Stefan« sowie Bundespräsident Johannes Rau vorbei. Während der Preisverleihung am Sonntagnachmittag zitterten die Teilnehmer wie bei der Oscar-Verleihung um die vordersten Plätze, wobei nicht der Erfolg, sondern das Preisgeld ausschlaggebend waren.

Die Laudatio für Carola, Helena und Hans-Ulrich hielt Schauspielerin Gesine Cukrowski. Die Laaspher konnten sich über den vierten Platz in der Kategorie »Dritte Welt« freuen. Der Gewinn, stolze 1000 e, fließt natürlich in das Projekt. Dieser Erfolg dürfte wohl vielen Mitschülern ein Anreiz sein, die mehr als sinnvolle Arbeit zu unterstützen. Zur Zeit besteht die Gruppe aus folgenden vierzehn Mitgliedern: Jan Acker, Johanna Dörr, Aysun Gürsoy, Kira Heinrich, Lea Hickmann, Erika Koch, Johanna Latt, Diana Müller, Janina Müller, Janina Muschall, Miriam Pianka, Helena Schneider, Janina Wagener und Carola Wiesel.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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