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DNA-Proben sollen Licht in mysteriösen Todesfall bringen
Hoffen und Warten auf Analyse

Dass die unbekannte Tote von Zimmer 2805 im Plaza-Hotel in der norwegischen Hauptstadt Oslo die Straße „Auf der Stehde“ in Feudingen kannte und sogar einmal dort war, liegt für Carsten Mika weiterhin absolut im Bereich des Möglichen.
  • Dass die unbekannte Tote von Zimmer 2805 im Plaza-Hotel in der norwegischen Hauptstadt Oslo die Straße „Auf der Stehde“ in Feudingen kannte und sogar einmal dort war, liegt für Carsten Mika weiterhin absolut im Bereich des Möglichen.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

tika Feudingen/Oslo. Ein „cold case“ – ein „kalter Fall“ – ist die Causa Jennifer Fairgate längst nicht mehr. Weltweit recherchieren inzwischen Menschen über die Frau, die in Zimmer 2805 des Plaza-Hotels in der norwegischen Hauptstadt Oslo ihren Tod fand – vor über 25 Jahren und vor allem auf mysteriöse Weise. Spuren, die ebenfalls nicht erkaltet sind, führten dabei nach Feudingen und Müsse – in den Wittgensteiner Dörfern gibt es die Straßen „Auf der Stehde“ und „Unter der Stehde“.
Beim Check-in hatte die Unbekannte seinerzeit vermeintlich die „Rue de la Stehde“ im belgischen Verlaine angegeben – eine Straße, die es in diesem Ort allerdings mitnichten gibt. Möglicherweise, so glaubt unter anderem Carsten Mika, ein „Freud’scher Verschreiber“.

tika Feudingen/Oslo. Ein „cold case“ – ein „kalter Fall“ – ist die Causa Jennifer Fairgate längst nicht mehr. Weltweit recherchieren inzwischen Menschen über die Frau, die in Zimmer 2805 des Plaza-Hotels in der norwegischen Hauptstadt Oslo ihren Tod fand – vor über 25 Jahren und vor allem auf mysteriöse Weise. Spuren, die ebenfalls nicht erkaltet sind, führten dabei nach Feudingen und Müsse – in den Wittgensteiner Dörfern gibt es die Straßen „Auf der Stehde“ und „Unter der Stehde“.
Beim Check-in hatte die Unbekannte seinerzeit vermeintlich die „Rue de la Stehde“ im belgischen Verlaine angegeben – eine Straße, die es in diesem Ort allerdings mitnichten gibt. Möglicherweise, so glaubt unter anderem Carsten Mika, ein „Freud’scher Verschreiber“. Der Hennefer IT-Spezialist hat sich ebenfalls auf die Suche nach der Identität der Toten begeben, hat Kontakt zum norwegischen Journalisten Lars Christian Wegner aufgenommen, der den Fall seit 25 Jahren begleitet – und zu einer Vermissten-Organisation in den USA, durch die Carsten Mika die Identität per DNA-Analyse zu klären hofft (SZ berichtete).

Verwandte kennen Vermisste nicht mehr

Die Organisation führt eine Frau in ihrer Kartei, die in das Profil passt. „Die DNA wird immer spannender. Aber wir sind da in der Bürokratie des Lars Christian Wegner gefangen. Er hätte gerne noch mehr Bilder von der Frau“, erklärte Carsten Mika im SZ-Gespräch. Die Verwandten der Vermissten, die noch leben würden, würden die Vermisste nicht mehr persönlich kennen. „Da ist keiner dabei, der sie je gesehen hat. Aus ihrer Jugendzeit gibt es fast keine Erinnerungen mehr“, erzählte Carsten Mika. Der Kontakt zur Familie sei 1995 „Knall auf Fall abgebrochen. Die Frage ist, was passiert ist – hat sie sich zurückgezogen oder ist sie es wirklich, ist es Jennifer Fairgate?“
Wann es zu einer möglichen DNA-Analyse kommt, ist derzeit offen. „Es gibt kein Zeitfenster, momentan ist das große Warten angesagt. Wir basteln derzeit an einer zweiten Lösung und wollen die Analyse notfalls selbst veranlassen, wenn dies nicht durch Lars Christian Wegner passiert“, erklärte Carsten Mika.

Eventuell Verbindungen nach Verlaine

Der Hennefer brennt darauf, den Fall zu lösen. Seitdem die Netflix-Serie „Unsolved Mysteries“ den mysteriösen Todesfall thematisiert hat, ist das Interesse weltweit ohnehin noch einmal gewachsen. Klar ist für Carsten Mika: „Eine andere Möglichkeit als einen DNA-Abgleich sehe ich nicht. Nur so können wir klären, ob es sich bei der Vermissten um Jennifer Fairgate handelt.“ Neben einer Erklärung dafür, dass sich der Begriff „Stehde“ auf dem Check-in-Schein befindet, hat Carsten Mika indes inzwischen auch eine Verbindung nach Verlaine hergestellt. „Es gibt eventuell nachvollziehbare Verbindungen nach Verlaine, die wir gerade verfolgen. Der Bruder oder die Adoptiveltern der Vermissten haben offenbar für Siemens gearbeitet. Das Unternehmen ist Teil der Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks in Tihange. Monteure, die dort gearbeitet haben, lebten in dieser Zeit oft in Verlaine. Jennifer Fairgate könnte also selbst einmal dort gewesen sein oder zumindest aus Erzählungen davon gehört haben“, berichtete der Hennefer.

Anonyme Spur erweist sich als Irrweg

Derweil hat sich für ihn eine andere Spur als Irrweg erwiesen. Nach der jüngsten SZ-Berichterstattung über den Fall hatte sich ein anonymer Internetnutzer gemeldet und hatte die Identität der Toten aus seiner Sicht zweifelsfrei geklärt. Diese Spur hatte Carsten Mika nach eigenen Angaben ebenfalls verfolgt. Die Frau sollte demnach Technische Zeichnerin in einem Rüstungsbetrieb in Hermsdorf gewesen sein. Demnach sollte sie 1988 aus der thüringischen Kleinstadt in den Westen geflohen sein – angeblich allerdings im Auftrag der Staatssicherheit der ehemaligen DDR. Die Beschreibung passte demnach auf die der Jennifer Fairgate.
„Sie hat nach der Flucht in den Westen kurz in einem Modeunternehmen gearbeitet, sie gab vor, Modezeichnerin werden zu wollen“, teilte der anonyme Nutzer mit. Und weiter: „Man geht davon aus, dass sie von ihren Leuten getötet wurde, deren Chef“ ihr ehemaliger Arbeitgeber im Rüstungsbetrieb gewesen sein soll. Aber: „Diese Spur habe ich schon zurückverfolgt. Die Dame lebt – zum Glück für sie. Sie konnte sich sogar auf einem Bild, das mir dazu vorlag, wiederfinden und sich darauf eindeutig selbst identifizieren“, betonte Carsten Mika. Er hat seinen Fokus längst wieder verlegt – und hofft nun auf eine baldige DNA-Analyse.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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