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Zuschussgeschäft Freibäder
Hohe Auflagen lassen die Betriebskosten steigen

Das Freibad Bad Laasphe öffnet derzeit im Schichtbetrieb. Regelmäßig schließt das Wabachbad für eine Stunde, um die Anlage zu reinigen und zu desinfizieren. Eine wesentliche Vorgabe, ebenso wie das Einhalten der angezeigten Schwimmrichtung. Foto: Timo Karl
  • Das Freibad Bad Laasphe öffnet derzeit im Schichtbetrieb. Regelmäßig schließt das Wabachbad für eine Stunde, um die Anlage zu reinigen und zu desinfizieren. Eine wesentliche Vorgabe, ebenso wie das Einhalten der angezeigten Schwimmrichtung. Foto: Timo Karl
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tika Bad Berleburg/Bad Laasphe. Die Hitze der vergangenen Tage mündete in schwüles Wetter – bis Anfang kommender Woche soll ein wenig Regen fallen. Dennoch, angesichts des Stelldichein auf den vorhergesagten Hitzesommer waren und sind Freibäder hoch im Kurs – eine verlässliche Aussage unter normalen Bedingungen. Wie genau sich allerdings die Corona-Pandemie auf den laufenden Betrieb bis zum Ende der gerade erst gestarteten Freibadsaison auswirkt, steht noch gänzlich in den Sternen. Der Betrieb ist nun immerhin möglich – unter Auflagen.

Klar ist: Mit den hohen Auflagen, die für den Betrieb zu erfüllen sind, gehen auch gestiegene Kosten einher. Und dies ausgerechnet in Frei- und Hallenbädern, die ohnehin meritorische Güter sind – also Angebote, die sich finanziell nicht selbst tragen.

tika Bad Berleburg/Bad Laasphe. Die Hitze der vergangenen Tage mündete in schwüles Wetter – bis Anfang kommender Woche soll ein wenig Regen fallen. Dennoch, angesichts des Stelldichein auf den vorhergesagten Hitzesommer waren und sind Freibäder hoch im Kurs – eine verlässliche Aussage unter normalen Bedingungen. Wie genau sich allerdings die Corona-Pandemie auf den laufenden Betrieb bis zum Ende der gerade erst gestarteten Freibadsaison auswirkt, steht noch gänzlich in den Sternen. Der Betrieb ist nun immerhin möglich – unter Auflagen.

Klar ist: Mit den hohen Auflagen, die für den Betrieb zu erfüllen sind, gehen auch gestiegene Kosten einher. Und dies ausgerechnet in Frei- und Hallenbädern, die ohnehin meritorische Güter sind – also Angebote, die sich finanziell nicht selbst tragen. Die Kommunen subventionieren die Bäder aber dennoch, tragen sie doch maßgeblich zur Attraktivität bei und sind damit ein wichtiger Standortfaktor. Erste Kommunen in Nordrhein-Westfalen rechnen nun damit – bislang noch hinter vorgehaltener Hand –, dass sich die Subventionskosten pro Besucher in diesem Jahr durch Corona vervierfachen könnten.

„Wir sind froh, nach der langen Schließungszeit das Rothaarbad endlich wieder für Gäste öffnen zu können und sind bemüht, die Einschränkungen für die Badegäste so gering als möglich zu halten“, erklärte Manuel Spies. Der Betriebsleiter des Rothaarbades der Stadt Bad Berleburg verhehlte nicht, dass die Badesaison deutlich zurückhaltender anläuft als üblich. „Dies liegt vermutlich auch am persönlichen Verhalten der Nutzer und Vereine, die das Risiko durch Corona für sich selbst einschätzen“, analysierte Manuel Spies.

Die durchschnittliche Besucherzahl seit der Eröffnung des Freibades auf dem Bad Berleburger Stöppel vor acht Tagen liegt demnach derzeit bei 85 Badegästen täglich – mit zunehmender Tendenz. Am Dienstag etwa verbuchte die Stadt Bad Berleburg exakt 208 Besucher. Der Zuschussbetrag pro Besucher für den Betrieb des Bades nach vorläufigem Abschluss des Haushaltsjahres 2019 liegt bei sechs Euro – dies gilt sowohl für das Frei-, als auch das Hallenbad auf dem Stöppel. Eine Differenzierung ist nicht möglich, „da nicht alle Kosten aufgeteilt werden können“, erläuterte Manuel Spies. Inwiefern sich die Corona-bedingten Auflagen in den Zuschusskosten widerspiegeln, ist offen. Der Betriebsleiter erwartet zumindest keine horrenden Subventionskosten.

„Festzustellen ist natürlich, dass erhebliche Einnahmen weggefallen sind. Andererseits sind durch die konsequente Stilllegung der Anlage auch erhebliche Wasser-, Energie- und Personalkosten eingespart worden“, erläuterte Manuel Spies. Zudem hätten sich finanzielle Vorteile aus dem Betrieb des Blockheizkraftwerks ergeben, da ein Teil des während der Schließungsphase produzierten Stroms verkauft worden sei. „Es wird erwartet, dass sich die Effekte im Saldo zumindest teilweise gegenseitig kompensieren“, konstatierte Manuel Spies.

Ähnlich stellt sich die Situation in Bad Laasphe dar, wo das Wabachbad am Samstag in die Saison gestartet hat. Im vergangenen Jahr lag der Zuschussbedarf für die Bäder in Bad Laasphe und Feudingen nach vorläufiger Rechnung bei 5,61 Euro pro Besucher. Wie hoch die Subventionskosten in diesem Jahr ausfallen, kann auch die Stadt Bad Laasphe bislang nicht beziffern. „Diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Solche Zahlen ergeben sich erst am Ende der Badesaison, wenn genau bekannt ist, wie hoch die Einnahmen und die Ausgaben jeweils waren“, erklärte Ann Kathrin Müsse. Die Pressesprecherin der Stadt Bad Laasphe gab allerdings bereits zu bedenken, „dass Corona Auswirkungen auf die Einnahmen beziehungsweise Ausgaben haben wird. Doch wie diese ausfallen, kann noch nicht gesagt werden“.

Derzeit sei es nicht möglich, die endgültige Höhe der Einnahmen oder Ausgaben abzuschätzen, da das Geschäft witterungsabhängig sei „und die weitere Entwicklung rund um Corona nicht bekannt ist“. Ausschlaggebend dafür sei, ob der Hitzesommer tatsächlich komme, wie lange die corona-bedingten Einschränkungen bestünden und wann möglicherweise Lockerungen eintreten würden – oder aber eine neue Infektionswelle. „Entwicklungen in alle Richtungen sind möglich. Deshalb muss die Badesaison erst abgewartet werden“, konstatierte Ann Kathrin Müsse. Immerhin, in den ersten vier Tagen – von Samstag bis Dienstag – besuchten 842 Menschen das Wabachbad in Bad Laasphe. „Unter den gegebenen Voraussetzungen kann man mit dieser Zahl zufrieden sein“, betonte Ann Kathrin Müsse.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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