Hohe Tannen und Wittgensteiner Heimatlied

Der Vertriebenen-Ortsverband Niederlaasphe/Puderbach lud wieder zum alljährlichen Tag der Heimat ein

tk Niederlaasphe. Jeder Mensch hat nur eine wirkliche Heimat. Wehmütig denken viele Vertriebene an ihr altes Zuhause in ehemals deutschen Gebieten zurück. Zum Tag der Heimat treffen sich auch in Wittgenstein alljährlich Mitglieder des Bundes der Vertriebenen, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und einen wichtigen Abschnitt ihres Lebens nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der BdV Niederlaasphe/Puderbach lud jetzt in die Niederlaaspher Gastwirtschaft Schäfer ein. Nachdem Ruth Schreiber die Gäste mit einem Gedicht begrüßt hatte, erhob der Männergesangverein die Stimme. Mit dem Lied »Heimat, ewig liebe Heimat«, so Otmar Achenbach, drücke der Gesangverein ja auch das Motto des Tages aus.

Erinnerung an erlittenes Unrecht

Der Vorsitzende des Ortsvereins, Karl Prietzel, erinnerte in seiner Begrüßungsrede an die Geschehnisse in den Nachkriegsjahren. Im September 1946 hätten die letzten Heimatvertriebenen den Osten verlassen müssen. Dabei sei nicht nach Menschen- und Völkerrecht gehandelt worden, sondern nach dem Willen der Sieger. Nicht grundlos lagen auf allen Tischen Liedblätter aus, denn im Anschluss an Prietzels Rede wurde »Hohe Tannen weisen die Sterne« angestimmt.

»Mit Menschenrechten Europa vollenden«

Es folgte die Festansprache der Niederlaaspher Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer. Sie finde es gut, dass der Tag der Heimat jährlich stattfinde und an die Vertreibung der 15 Millionen Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnere, von denen zwei Millionen gewaltsam umkamen. Da der Tag der Heimat diesmal unter dem Motto »Mit Menschenrechten Europa vollenden« stand, ging Waltraud Schäfer auch auf dieses Thema näher ein. Mit dem Beitritt der zehn Nachbarn im Osten in die EU zum Mai 2004 werde endlich die künstliche Spaltung Europas überwunden. Die Gründungsväter des BdV hätten schon 1950 in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen erklärt, dass sie die Schaffung eines geeinten Europas unterstützen würden. Der BdV habe damit die Hände zur Verständigung gereicht. Dennoch dürfe man auf keinen Fall aufhören, die schrecklichen Geschehnisse in Erinnerung zu rufen, da sie auch in der Gegenwart mahnten.

Dank an Ruth Schreibers Engagement

Die Ächtung von Vertreibungen sei ein universelles Menschenrechtsanliegen, so die Ortsvorsteherin. Jeder noch so kleine Ort des Gedenkens sei wichtig. Dies merke man an der Ostdeutschen Heimatstube im Banfer Heimatmuseum. Ein großer Dank ging in diesem Zusammenhang an Ruth Schreiber, die liebevolle und intensive Arbeit eingebracht habe. Mit dem passenden Sprichwort »Lass dir die Fremde zur Heimat, nie aber die Heimat zur Fremde werden« beendete Waltraud Schäfer ihren gelungenen Vortrag.

»Hoffentlich nie wieder nötig«

Nun wurde es Zeit für die Grußworte der Gäste. Der stellvertretende Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Jürgen Althaus, lobte die Mitglieder des BdV. Durch ihr Wirken engagierten sie sich für eine menschlichere Welt. Die meisten der rund hunderttausend Ehrenamtlichen im BdV seien in der sozialen Beratung und Betreuung tätig. Ein weiteres Aufgabenfeld stelle die Bewahrung der Vielfalt kultureller Traditionen und des Kulturgutes der Deutschen im Osten als Bestandteil des gesamten europäischen Erbes dar. Sein Grußwort beendete er mit ungewöhnlichen, aber dennoch passenden Worten: »Ich wünsche mir von Herzen, dass ein solcher Verband wie der ihrige nie wieder gegründet werden muss.« Auch Laasphes stellvertretender Bürgermeister Willi Dreisbach ließ es sich nicht nehmen, den Anwesenden für ihre sinnvolle Arbeit zu danken und Grüße der Stadtverwaltung zu überbringen.

Deutschlandlied schloss Veranstaltung

Nach einem gemütlichen Kaffeetrinken fand der Tag der Heimat seinen gebührenden Ausklang bei verschiedenen Mundartvorträgen und gemeinsam gesungenen Liedern. Auf dem Programm stand neben dem Wittgensteiner Heimatlied auch »Land der dunklen Wälder«, das aus Ostpreußen stammt. Zum Abschluss erklang die deutsche Nationalhymne.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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