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Verkauf der Buderus-Guss-Standorte
IG Metall und Betriebsrat wollen kämpfen

Die Bosch-Gruppe will die Buderus-Guss-Standorte in Breidenbach (hier im Bild), Ludwigshütte und Lollar verkaufen. Betriebsrat und Gewerkschaft zeigen sich aber kämpferisch und wollen für ihre Interessen eintreten.
  • Die Bosch-Gruppe will die Buderus-Guss-Standorte in Breidenbach (hier im Bild), Ludwigshütte und Lollar verkaufen. Betriebsrat und Gewerkschaft zeigen sich aber kämpferisch und wollen für ihre Interessen eintreten.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ako Breidenbach/Bad Laasphe. Überraschend hatte der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch vor Kurzem angekündigt, sich von drei Produktionsstätten zu trennen und die Buderus-Guss-Standorte im hessischen Breidenbach, Ludwigshütte und Lollar (Landkreis Gießen) zu verkaufen (die SZ berichtete). Für die mehr als 930 Beschäftigten, darunter viele aus dem Raum Bad Laasphe, war es eine Schreckensbotschaft – sie stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Die Betriebsräte und die Vertreter der IG Metall zeigen sich aber kämpferisch.

Der Verkauf könne

ako Breidenbach/Bad Laasphe. Überraschend hatte der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch vor Kurzem angekündigt, sich von drei Produktionsstätten zu trennen und die Buderus-Guss-Standorte im hessischen Breidenbach, Ludwigshütte und Lollar (Landkreis Gießen) zu verkaufen (die SZ berichtete). Für die mehr als 930 Beschäftigten, darunter viele aus dem Raum Bad Laasphe, war es eine Schreckensbotschaft – sie stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Die Betriebsräte und die Vertreter der IG Metall zeigen sich aber kämpferisch.

Der Verkauf könne wohl nicht verhindert werden, aber die Verantwortlichen wollen das Nötige tun, damit die Tarifbindung erhalten bleibt und die Arbeitsplätze langfristig gesichert sind.
„Wir wollen uns nicht verticken lassen wie die Schafe“, stellte Stefan Sachs klar. Der Geschäftsführer der IG Metall Mittelhessen erklärte gegenüber der Siegener Zeitung, dass Betriebsräte und Gewerkschaft auf alle kommenden Eventualitäten vorbereitet seien. Dabei sei die Motivation in erster Linie, konstruktiv mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten und sich den Verkaufsbegehren von potenziellen Käufern zu stellen.

IG Metall hat kein Verständnis für die Bosch-Gruppe

Generell sei aber gerade bei den Vertretern der IG Metall das Unverständnis über die Entscheidung der Bosch-Gruppe, die drei Standorte abzustoßen, groß. Die Erklärung, Buderus-Guss passe nicht zum restlichen Unternehmen, sei keine Begründung, die die Gewerkschaft nachvollziehen könne. Natürlich sei es Sache der Firma, sich für einen Verkauf zu entscheiden, aber „wir werden jetzt nicht warten, bis die bei Bosch das Ei gelegt haben, sondern den Arbeitgeber mit unseren Vorstellungen konfrontieren“, betonte Stefan Sachs, der sich auch „ein Leben“ außerhalb der Bosch-Gruppe vorstellen könne.

Buderus-Standort steht zum Verkauf

Einem kurzfristigen Verkauf stehe der Geschäftsführer der IG Metall Mittelhessen aber skeptisch gegenüber. Denn Namen von Käufern sind noch nicht genannt worden. Zudem gebe es in Lollar für die 300 Mitarbeiter ein Beschäftigungssicherungskonzept – eine geschlossene Tarifbindung, die bis zum 31. Dezember 2023 gelte: „Für einen Verkauf braucht es also unsere Zustimmung“, sagte Stefan Sachs. Ihm zufolge hätte auch der Standort in Breidenbach davon indirekt einen „kollateralen Nutzen“, da Bosch angekündigt hatte, die drei Standorte „en bloc“ zu verkaufen. Es könnte folglich auch noch mehr als ein Jahr dauern, bis es zu einem endgültigen Verkauf kommt.

Gewerkschaft und Betriebsräte fühlen Interessenten auf den Zahn

Gewerkschaft und Betriebsräte bestehen darauf, in die Verkaufsgespräche mit einbezogen zu werden. Deshalb hat am vergangenen Freitag auch eine Klausurtagung stattgefunden, auf der weitere Vorgehensweisen besprochen wurden. „Wir haben für unsere weitere Arbeit gemeinsam die Kolleginnen und Kollegen ausgesucht, die uns in den zukünftigen Verhandlungen extern unterstützen sollen“, erklärte Oliver John. Mit diesen externen Beratern werden nun Gespräche geführt – „ob diese bereit sind, uns zu beraten“, so der Betriebsratsvorsitzende in Breidenbach. Wenn das der Fall ist, soll dann in den nächsten Tagen eine gemeinsame Richtung ausgearbeitet werden.

Gewerkschaft und Betriebsräte wollen die potenziellen Käufer konkret an drei Punkten messen. Da ist zuallererst die Tarifbindung. Auch in Zukunft wollen die Verantwortlichen eine tarifvertraglich gestützte Entlohnung für die Beschäftigten. Zweitens ist es wichtig, dass die Stellen der Beschäftigten langfristig gesichert werden. Und zusätzlich soll es auch Investitionen in die Zukunft des Unternehmens geben: „Wenn es jemand anderen gibt, der uns bis 2030 und darüber hinaus übernehmen will, ist das nicht unser Feind“, konstatierte Stefan Sachs.

IG Metall kündigt harten Kamp an

Schließlich wollen Gewerkschaft und Betriebsräte, dass die Mitarbeiter in den Regionen weiterhin eine langfristige Existenz haben: „Wir müssen sehen, dass wir einen Käufer bekommen, der überzeugt von dem ist, was wir machen und der uns möchte. Allerdings nicht um jeden Preis und wir sind auch bereit, gegebenenfalls dafür zu kämpfen“, betonte Oliver John.
Die Gewerkschaft sei laut Stefan Sachs folglich auch auf Konfrontation eingestellt. Man werde werde gewiss nicht allem zusehen, nur weil es der Bosch-Gruppe in den Kram passt. Alle Dinge, die sich im „gewerkschaftlichen Baukasten“ befinden, seien vorstellbar: „Und jeder weiß, was das heißt“, so der Geschäftsführer der IG Metall Mittelhessen.

Autor:

Alexander Kollek

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