»Im Ort fest verwurzelter Verein«

Niederlaaspher Tambourcorps feierte pünktlich zum Gründungsdatum 50-jähriges Bestehen

tk Niederlaasphe. 50 Jahre alt wurde das Tambourcorps Niederlaasphe am Freitag. Aus diesem Anlass luden die Musiker zum Festkommers in die örtliche Turnhalle ein. Zur Eröffnung der Veranstaltung gab der Spielmannszug zwei schnelle Stücke zum Besten. Anschließend begrüßte Vorsitzender Hans-Armin Kohlberger, der sein Amt seit 31 Jahren bekleidet, die Mitglieder und Freunde des Tambourcorps in der voll besetzten Turnhalle. In seiner Rede gab er einen kurzen Überblick der Geschichte des Tambourcorps, das in ähnlicher Form schon vor dem Zweiten Weltkrieg existierte.

Schon in den 20er Jahren musizierte ein Niederlaaspher Spielmannszug. Während des Krieges sei der Spielbetrieb natürlich zum Erliegen gekommen, so der Vorsitzende. »Aber bereits im Sommer 1951 wurde das Tambourcorps im Turnverein neu gegründet.« In der Folgezeit sei es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Spielleuten und dem TuS gekommen. »Es war daher nur eine Frage der Zeit, ehe am 17. November 1956 das eigenständige Tambourcorps im Gasthof Schreiber gegründet wurde.« In diesem Zusammenhang wies Hans-Armin Kohlberger auf die seltene Möglichkeit hin, ein Jubiläum am Gründungstag zu feiern. Darüber hinaus betonte er ausdrücklich die seit einigen Jahren außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen Spielleuten und TuS. Wie zum Beweis hatten Aktive des Turn- und Sportvereins die Bewirtung der Gäste übernommen.

Die Vereinsgeschichte betrachtend stellte Kohlberger fest, es habe, wie in jedem Verein, Höhen und Tiefen gegeben. In der Summe müsse aber festgestellt werden, »dass es eine schöne, erfolgreiche und kameradschaftliche Zeit war und immer noch ist«. Bemerkenswert sei die Tatsache, dass das Corps keine Nachwuchsprobleme habe. Jung und Alt musizierten harmonisch miteinander, was in erster Linie Übungsleiter Manfred Dreisbach zu verdanken sei. Auch für die Zukunft hoffte der Vorsitzende, dass es genügend ehrenamtliche Musiker gebe, die den Spielbetrieb fortführen: »Selbst die modernste digitale Technik wird den aktiven Gesang und das Musizieren im Verein eines Dorfes nicht ersetzen können.«

Im Anschluss hielt Schirmherrin Waltraud Schäfer die Festansprache. Die Ortsvorsteherin hob die Bedeutung des Spielmannszuges für das Dorfleben hervor. Seit seiner Gründung habe der »im Ort fest verwurzelte« Verein »immer seine Aufgabe darin gesehen, das Vereinsleben sowie die Dorfgemeinschaft zu pflegen und zu festigen«. Sehr stolz seien die Niederlaaspher auch darauf, dass das Corps auch über die Grenzen der Stadt Bad Laasphe hinaus ein eindrucksvolles Zeugnis seines musikalischen Könnens ablege. Waltraud Schäfer fand speziell für Hans-Armin Kohlberger ebenfalls lobende Worte. Es sei nicht alltäglich, dass ein Vorsitzender »das Vereinsschiff schon seit 31 Jahren bewährt in sicheren Fahrwassern steuert«. Besonders beglückwünschte sie den Verein zu seiner aus sechs Flötistinnen bestehenden Jugendgruppe. Abschließend bedankte sich die Ortsvorsteherin bei allen Aktiven, Stabführern, Übungsleitern Mitgliedern, Vorständen und Förderern der Vereinsgeschichte: »Ohne ihren Idealismus und Zusammenhalt hätte der Verein dieses Jubiläum sicherlich nicht erlebt.«

Vorsitzender Hans-Armin Kohlberger hatte Waltraud Schäfer im Vorfeld der Veranstaltung gebeten, die Vereins-Chronik zu verlesen, was sie gern tat. Dabei blieb beispielsweise der Besuch zahlreicher Tambour-Wettstreite, vor allem in der Region, nicht unerwähnt. In 1958 richteten die Niederlaaspher zum ersten Mal selbst einen Wettstreit aus. Auch erinnerte Schäfer unter anderem an die Jahre 1968 bis 1974, als der Spielmannszug am Düsseldorfer Rosenmontagszug teilnahm.

Es folgten Liedvorträge des Niederlaaspher Frauenchors, bevor Ehrengäste Grußworte an den Spielmannszug richteten. Nacheinander traten Bürgermeister Robert Gravemeier, Theo Sting als Vorsitzender des Kreisverbands Siegen-Wittgenstein im Volksmusikerbund NRW und Pfarrerin Heike Lilienthal von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe ans Mikrofon. Anschließend zeigten junge Turnerinnen des TuS Niederlaasphe unter Leitung von Volker Schäfer ihr Können am Minitrampolin, bevor auch die Vertreter der örtlichen sowie der Gastvereine Grußworte sprachen. Anschließend sang der MGV Niederlaasphe, zunächst allein, dann gemeinsam mit dem Frauenchor. Zur Musik der Gruppe »Extra 3« wurde bis tief in die Nacht getanzt und gefeiert. Das Musikfest zum 50-Jährigen des Tambourcorps findet im kommenden Juni im Rahmen der Feierlichkeiten zum Niederlaaspher Dorf-Jubiliäum statt.

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