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„Hugo“ Wehn ist machtlos
Immer mehr Baumaterialien lagern rund ums Haus

Das bauausführende Unternehmen hat die Fläche rund um das Haus Königstraße 58 von „Hugo“ Wehn – wie der sagt – „komplett okkupiert“. Der Bewohner ist machtlos. Niemand reagiert. Foto: privat
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  • Das bauausführende Unternehmen hat die Fläche rund um das Haus Königstraße 58 von „Hugo“ Wehn – wie der sagt – „komplett okkupiert“. Der Bewohner ist machtlos. Niemand reagiert. Foto: privat
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howe Bad Laasphe. „Ist denn wirklich niemand willens oder in der Lage, diese abstrusen Verhältnisse rund um unser Haus abzustellen?“ Heinz Walter „Hugo“ Wehn ist machtlos. Alles hat er versucht: Briefe geschrieben, Bürgermeister, Stadt, Kreis oder hiesige Kommunalpolitiker mit in den Verteiler genommen. Lange Zeit ist nichts geschehen. Selbst die SZ-Berichterstattung scheint von den Akteuren vollkommen ignoriert worden zu sein. Es ändert sich nichts, im Gegenteil: „Nachdem die Baustelle immer weiter von uns weg wandert, dachte ich, dass auch die Belästigungen nachlassen würden“, sagt Hugo Wehn. Nein, immer mehr Materialien würden um das Haus deponiert. Dabei handele es sich keinesfalls um Gegenstände des täglichen Bedarfs, sondern um leere Gitterboxen, Europaletten oder Pflastersteine.

howe Bad Laasphe. „Ist denn wirklich niemand willens oder in der Lage, diese abstrusen Verhältnisse rund um unser Haus abzustellen?“ Heinz Walter „Hugo“ Wehn ist machtlos. Alles hat er versucht: Briefe geschrieben, Bürgermeister, Stadt, Kreis oder hiesige Kommunalpolitiker mit in den Verteiler genommen. Lange Zeit ist nichts geschehen. Selbst die SZ-Berichterstattung scheint von den Akteuren vollkommen ignoriert worden zu sein. Es ändert sich nichts, im Gegenteil: „Nachdem die Baustelle immer weiter von uns weg wandert, dachte ich, dass auch die Belästigungen nachlassen würden“, sagt Hugo Wehn. Nein, immer mehr Materialien würden um das Haus deponiert. Dabei handele es sich keinesfalls um Gegenstände des täglichen Bedarfs, sondern um leere Gitterboxen, Europaletten oder Pflastersteine. Die Zentner schweren Rohre, zu Beginn der Maßnahme noch mit Holzkeilen auf 10 Zentimeter Abstand fixiert, lägen mittlerweile direkt an der verklinkerten Hauswand, ärgert sich Hugo Wehn. Ob die eingeklemmten Plastiktüten eine Beschädigung der Hauswand verhinderten?

Immerhin: Der Besitzer des Hauses Königstraße 58 in Bad Laasphe entdeckt in Manfred Zode einen Hoffnungsschimmer. Der Kämmerer der Stadt hat Hugo Wehn dieser Tage schriftlich geantwortet. „Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 27. September“, schreibt Hugo Wehn zurück, „Sie sind das erste Mitglied der Verwaltung, bei dem ich den Eindruck habe, dass es unsere Beschwerden ernst nimmt.“ Leider aber seien in den „wohlwollenden Worten“ in dem Schreiben keinerlei verbindliche Aussagen enthalten. „Ich halte jede Wette, dass die Baufirmen im Frühjahr 2020 mit dem Argument, es gebe schlussendlich keinerlei Alternativen, wieder auf dem Parkplatz aufschlagen.“ Hugo Wehn weiter: „Nehmen wir mal an, rein hypothetisch, der Parkplatz wäre nicht im städtischen Besitz. Gäbe es dann keine Fernwärme in Bad Laasphe?“

Übersetzt: Ist das der einzige Platz auf der Welt, wo man Baumaterialien lagern kann? Der Kleingerätecontainer könne vor der (geschlossenen) städtischen Bedürfnisanstalt stehen. Nicht gebrauchte Materialien und Gerätschaften könnten in der Stockwiese, wohin die Firma zigmal am Tag pendelt, lagern. Die Baumaschinen könnten, wie aktuell ja auch zeitweise, in dem gesperrten Baustellenbereich verbleiben oder auch in der Stockwiese „übernachten“. Ein Problem macht Hugo Wehn auch im „unkooperativen Verhalten“ der Baufirma aus. Der Bürgersteig vor dem Haus sei „bis auf den letzten Quadratzentimeter okkupiert“. Dieses Verhalten sei vielleicht vertragsgemäß, „für mich handelt es sich um reine Schikane.“

Unzählige Mitbewohner der Altstadt verstünden das Verhalten der Kommune nicht und schüttelten ob der Verhältnisse rund um das Haus mit dem Kopf. Manfred Zode hatte Hugo Wehn geantwortet, nachdem zwischen beiden ein Gespräch stattgefunden hatte: „Während des Gesprächs haben Sie noch einmal darum gebeten, dass die Gestattung gegenüber der Baufirma zur Lagerung von Bau- und Arbeitsmaterialien auf dem Grundstück zwischen Ihrem Haus und dem Haus Nr. 62 nicht über den 31. Dezember 2019 verlängert wird.“ Nach Rücksprache mit der BL-E (Bad Laaspher Energie GmbH) als Auftraggeber der Bauarbeiten sei dies derzeit auch nicht geplant, so Manfred Zode.

„Dennoch vermag ich Ihrem Wunsch nach einer schriftlichen Zusage, dass eine Lagerung von Material über den 31.12.2019 hinaus dort nicht stattfinden wird, nicht zu entsprechen.“ Die Lagermöglichkeiten innerhalb der Altstadt seien sehr knapp bemessen. Es stünden keine Alternativflächen, die im Eigentum der Stadt lägen, zur Verfügung. Dennoch würden die Bauarbeiten zur Verlegung weiterer Leitungen für das Nahwärmenetz im kommenden Jahr fortgeführt. Es sei „angestrebt“, heißt es in dem städtischen Schreiben weiter, „den Lagerplatz dann nicht wieder zur Verfügung zu stellen.“ Er könne jedoch nicht absolut ausschließen, so Manfred Zode, dass aufgrund nicht vorhandener alternativer Möglichkeiten die Freifläche definitiv nicht wieder genutzt werden müsse.

Das bauausführende Unternehmen hat die Fläche rund um das Haus Königstraße 58 von „Hugo“ Wehn – wie der sagt – „komplett okkupiert“. Der Bewohner ist machtlos. Niemand reagiert. Foto: privat
Zuerst gab es noch 10 Zentimeter Abstand zum Haus. Jetzt liegen die Rohre für das Nahwärmenetz direkt an der verklinkerten Hauswand des Besitzers. Foto: privat
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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