Thema im Laaspher Bauausschuss
In Bioabfällen lauern viel zu viele Störstoffe

Plastiktüten haben in der Biotonne eigentlich nichts verloren, auch wenn sie vom Handel als biologisch abbaubar beworben werden. Sie sind ein Störstoff. Foto: Björn Weyand
  • Plastiktüten haben in der Biotonne eigentlich nichts verloren, auch wenn sie vom Handel als biologisch abbaubar beworben werden. Sie sind ein Störstoff. Foto: Björn Weyand
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bw Bad Laasphe. Kreisdezernent Arno Wied tingelt derzeit durch die Rathäuser in Siegen-Wittgenstein – in Erndtebrück war er am Montag und am Mittwoch nun in Bad Laasphe. Sein Thema ist dabei der mit 12 Prozent viel zu hohe Anteil von Störstoffen im Biomüll der Haushalte im Kreisgebiet.

„Wir mussten in den letzten fünf Jahren eine deutliche Verschlechterung feststellen“, erklärte der Umweltdezernent im Bad Laaspher Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss. Rund ein Zehntel der angelieferten Abfälle – wie Grünabfälle, Essensreste – müssen separiert werden und können nicht einer Wiederverwertung zugeführt werden. Im Olper Entsorgungszentrum bestehe durch den hohen Störstoffanteil eine erhebliche Beeinträchtigung.

Im Hinblick auf den 2022 auslaufenden Vertrag mit dem Verwerter sei es dringlich geboten, den Anteil der Störstoffe auf unter 5 Prozent zu reduzieren, forderte Arno Wied. Und dabei ist jeder gefragt. Im Biomüll landen ihm zufolge leider zu oft auch Elektroschrott oder Sperrmüll. Ein riesiges Problem sind jedoch Plastiktüten, die vom Handel als biologisch abbaubar beworben würden. Das seien sie zwar auch, aber dieses „Abbauen“ geschehe nicht in einer Geschwindigkeit, die notwendig wäre. Größere Gartenabfälle würden auch allzu oft in Müllsäcken gesammelt und in diesen in die braune Tonne gesteckt.

Der Kreis hat jetzt eine Kampagne begonnen, die zunächst aus einer Sensibilisierung der Stadt- und Gemeindeverwaltungen bestand, nun folgen die politischen Gremien. Im nächsten Schritt soll dann die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden, um die Bürger zum Umdenken und zum Handeln aufzufordern. „Erfahrungen anderer Kreise zeigen: Das wirkt“, berichtete Arno Wied im Laaspher Fachausschuss. Es sei in den vergangenen Jahren auch vernachlässigt worden, intensiv zu informieren.

Nach der Öffentlichkeitsarbeit folgt als nächster Schritt die Kontrolle der Tonnen. Wenn ein Fehlverhalten festgestellt wird, gebe es zunächst die „gelbe Karte“, verriet Arno Wied. Wenn sich das Fehlverhalten fortsetzt, könnte die „rote Karte“ folgen – und die Tonne bliebe stehen. „Es muss ja auch eine Phase kommen, in der ernst gemacht wird“, konstatierte der Umwelt-Dezernent der Kreisverwaltung. Bis zum ersten Quartal 2020 will der Kreis den Anteil der Störstoffe auf unter fünf Prozent senken. Wenn das nicht gelingt, müssen sich alle Bürger womöglich auf steigende Gebühren einstellen: „Es wird teurer und teurer – aber jetzt kann man noch nachsteuern“, erläuterte Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann. Ausschussvorsitzender Günter Wagner (CDU) forderte, bei den Haushalten, die keine Biotonne haben, zu prüfen, wo der Biomüll dort landet.

Arno Wied merkte noch an, dass nach der Thematik Biomüll die Wertstofftonne auf die Agenda kommen werde. Und auch die Restmülltonne rückt dann in den Fokus, denn in der landet auch zu viel Abfall, der rein gar nichts in der schwarzen Tonne verloren hat.

Autor:

Björn Weyand aus Bad Laasphe

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