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Diakonische Gemeindemitarbeiterin
Ingrid Leinweber schenkt Senioren Zeit

Im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein besuchen Diakonische Gemeindemitarbeiterinnen viele ältere Menschen, die alleine leben oder keine Angehörigen mehr haben, und schenken ihnen Zeit.
  • Im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein besuchen Diakonische Gemeindemitarbeiterinnen viele ältere Menschen, die alleine leben oder keine Angehörigen mehr haben, und schenken ihnen Zeit.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ako Bad Laasphe. Persönliche Begegnungen, zuhören, unterstützen – und vor allem Zeit schenken: Die Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen im Kirchenkreis Wittgenstein bieten älteren Menschen einen kostenfreien Besuchs- und Beratungsdienst an. Mit ihrer Arbeit helfen sie zumeist alleinstehenden Senioren und Seniorinnen unter anderem dabei, ihre Aufgaben im Alltag besser zu bewältigen, auftretende Probleme zu lösen oder auch Ängste zu überwinden. Oft leisten sie ihren Klienten aber auch einfach nur Gesellschaft. Doch in Corona-Zeiten haben die Gemeindemitarbeiterinnen mit Hürden zu kämpfen.
Zeit schenkenGerade am Anfang, während des ersten Lockdowns im März, gab es im Hinblick auf persönliche Besuche große Einschränkungen. „Der Kontakt erfolgte zumeist telefonisch.

ako Bad Laasphe. Persönliche Begegnungen, zuhören, unterstützen – und vor allem Zeit schenken: Die Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen im Kirchenkreis Wittgenstein bieten älteren Menschen einen kostenfreien Besuchs- und Beratungsdienst an. Mit ihrer Arbeit helfen sie zumeist alleinstehenden Senioren und Seniorinnen unter anderem dabei, ihre Aufgaben im Alltag besser zu bewältigen, auftretende Probleme zu lösen oder auch Ängste zu überwinden. Oft leisten sie ihren Klienten aber auch einfach nur Gesellschaft. Doch in Corona-Zeiten haben die Gemeindemitarbeiterinnen mit Hürden zu kämpfen.

Zeit schenken

Gerade am Anfang, während des ersten Lockdowns im März, gab es im Hinblick auf persönliche Besuche große Einschränkungen. „Der Kontakt erfolgte zumeist telefonisch. Das habe ich auch lange so gemacht“, sagte Ingrid Leinweber im Gespräch mit der SZ. Die 59-Jährige ist seit 2008 Diakonische Gemeindemitarbeiterin und kümmert sich um Senioren und Seniorinnen in Bad Laasphe, Niederlaasphe, Laaspherhütte, Puderbach und Kunst-Wittgenstein. „Ich besuche ältere Menschen. Vorzugsweise die, die alleine leben, keine Angehörigen haben oder wegen ihrer körperlichen Beeinträchtigung ans Haus gebunden sind. Und ich schenke ihnen Zeit“, erklärte die gebürtige Hessin, die seit 1980 in der Lahnstadt lebt.

Einsame Festtage

Gerade in der Weihnachtszeit eine wichtige Aufgabe. Schließlich verbringen viele ältere Menschen, die keine Angehörigen haben, die Festtage, an denen normalerweise die ganze Familie zusammenkommt, ganz alleine: „Viele Menschen sind jetzt sehr einsam. Ich telefoniere sehr viel“, betonte Ingrid Leinweber. Doch was die persönlichen Begegnungen angeht, gibt es auch positive Nachrichten. Denn die Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen dürfen die Klienten – „wenn es notwendig ist“ – auch in Corona-Zeiten besuchen. Immer unter der Einhaltung von besonderen Hygienemaßnahmen sowie der Abstandsregeln.

Kleine Hilfen im Alltag

Deshalb verbringt Ingrid Leinweber gegenwärtig auch kaum Zeit in den Wohnungen oder Häusern ihrer Klienten: „Das findet eher an der Haustür statt.“ Zumindest hat die 59-Jährige aber so die Möglichkeit, die Senioren im Alltag punktuell zu unterstützen. Sei es einen Brief zur Post bringen, Geschenke kaufen, Erledigungen bei der Bank, Arzneimittel besorgen oder persönliche Gespräche: „All das, was das tägliche Leben so ausmacht.“
Welchen ihrer Klienten die Gemeindemitarbeiterin dabei wann und wie oft besucht, kann sie aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrungen sehr gut abwägen. Während sie einige Senioren täglich kontaktiert, spreche sie mit anderen nur einmal in der Woche, einmal im Monat oder nur einmal im Halbjahr. Das sei individuell sehr verschieden, wie Ingrid Leinweber erklärte. Wegen Corona verzichte sie derzeit aber auf Besuche in Altenheimen.

Arbeite eine große Bereicherung

„Hilfreich“ für ihre Arbeit ist, wie sie selbst sagte, dass sie viele Menschen in Bad Laasphe und darüber hinaus kennt. Weil die Gemeindemitarbeiterin zudem in engem Kontakt mit der Diakonie, den Pflegemitarbeitern und den Pfarrern der einzelnen Kirchengemeinden steht – „ein guter Informationsaustausch“ –, werde sie auch oft darauf aufmerksam gemacht, welche Menschen den Besuchs- oder Gesprächsdienst benötigen könnten.
„Für mich ist die Arbeit eine sehr große Bereicherung“, sagte Ingrid Leinweber, die hauptberuflich Seniorengymnastik und Seniorenwassergymnastik anbietet, Mitarbeiterin im August-Hermann-Francke-Haus ist und auch Kurse an der VHS leitet. Der 59-Jährigen war es wichtig zu betonen, dass es auch zu den Aufgaben der Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen gehört, Klienten in beispielsweise kritischen Situationen an professionelle Hilfe zu vermitteln: „Wenn ich einen Fall habe, wo ich sehe, das Pflege notwendig ist, dann kontaktiere ich die Diakonie.“

Zwölf Diakonische Gemeindemitarbeiterinnen

Ingrid Leinweber ist eine von insgesamt 13 Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein. Allerdings sind derzeit nur zwölf Stellen in den Kirchengemeinden besetzt, wie Barbara Lenz-Irlenkäuser erklärte. „Die Stelle in Banfe ist seit Kurzem vakant“, sagte die Koordinatorin des Projekts, das im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde. Neben dem Kirchenkreis unterstützen auch die Diakonie und der Landkreis Siegen-Wittgenstein das Projekt.
Der Wittgensteiner Kirchenkreis hat für die Diakonische Gemeindearbeit auch ein Spenden-Portal eingerichtet. Der Link: www.kd-onlinespende.de/organisation/evangelischer-kirchenkreis-wittgenstein/display/link.html.

Autor:

Alexander Kollek

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