Keine 40000 E für den Sportplatz

Antrag spaltete Wittgensteiner Zweckverband / Haushalt trotzdem einstimmig angenommen

JG Bad Laasphe. Über den Haushalt des Zweckverbands »Region Wittgenstein« sprach am Dienstagabend die zuständige Verbandsversammlung im Laaspher Rathaus. Dabei erregten die bereits geschriebenen Zahlen und Buchstaben in Satzung und Planung weniger Interesse als ein Antrag Fritz Hoffmanns. Wegen der Probleme des Sportvereins Schameder (die Siegener Zeitung berichtete) beantragte der Birkelbacher Christdemokrat, dass für den örtlichen Sportplatz noch 40000 e in den Vermögenshaushalt des Zweckverbands eingestellt werden sollten. Seine Motivation: »Wir müssen helfen.« Seine Begründung: »Der Zweckverband hat die größte Schuld daran«, dass der Sportplatz heute so aussehe, wie er aussehe.

Die einen: 1997 ist das relevante Jahr

Dabei stellte Fritz Hoffmann folgenden Zeitplan zusammen: In dem Hin und Her, ob der Sportplatz Schameder nun am bestehenden Ort bleiben könne oder nicht, habe Arno Wied 1997 dem SV zugesagt, dass dieser einen Sportplatz bekomme. Und Arno Wied sei damals Geschäftsführer des Zweckverbands gewesen. Die Ungewissheit sei der Ausgangspunkt der Schwierigkeiten für den SV Schameder gewesen, der 1997 ja Planungen für einen neuen Sportplatz gehabt habe. Und die Fördermittel seien damals auch schon bewilligt gewesen, unterstrich Erndtebrücks Beigeordneter Thomas Müsse bei der jüngsten Zweckverbandssitzung. Deshalb war für beide klar, dass der Zweckverband in der Verantwortung stehe. Bei einem Verein, der mittlerweile am Rande einer Platzsperrung stehe, wie Carsten Dreisbach aus Schameder und von der CDU eindringlich deutlich machte. Für den stellvertretenden Verbandsvorsteher Jürgen Weber – der bei dieser Sitzung den Platz des fehlenden Verbandsvorstehers Heinz-Josef Linten einnahm – stellte sich die Situation jedoch völlig anders dar.

Die anderen: 2000 ist das relevante Jahr

Es habe zwar erst Unsicherheiten über den Verbleib des Sportplatzes gegeben, doch seit November 2000 stehe fest, dass das Spielfeld an Ort und Stelle verbleiben könne – auch weil der Zweckverband seine Erschließung des gemeinsamen Industrieparks im Jägersgrund umgeplant habe: »Seit über drei Jahren besteht absolute Investitionssicherheit.« Für ihn sehe es eher so aus, als habe die Gemeinde Erndtebrück hier ihre Aufgaben nicht gemacht, und der Zweckverband solle nun für die Edergemeinde einspringen. Es gebe für den Zweckverband weder eine rechtliche, noch eine moralische Verpflichtung. Der letzte Schriftverkehr in der Sache datiere vom November 2000, deshalb sei er sehr erstaunt gewesen, jetzt aus der Zeitung von vermeintlichen Verantwortlichkeiten und angenommenen Ansprüchen zu erfahren. Dem pflichtete der Berleburger CDU-Mann Peter Weller bei und außerdem warf er die Frage auf, ob Arno Wied vielleicht als Erndtebrücker Beigeordneter – das sei er ja damals auch gewesen – den neuen Platz versprochen haben könnte.

»Planung war 2001 nicht abgeschlossen«

Hans-Werner Braun erinnerte zudem an eine Erndtebrücker Aussage, 2001 festgehalten in einem Protokoll, wonach es da noch keine konkreten Planungen für ein neues Sozialgebäude am Sportplatz gegeben habe. Wäre man mit den Planungen schneller vorangekommen, war sich der Berleburger Bürgermeister sicher, dann hätte es »mit Sicherheit« bis heute einen Bewilligungsbescheid über die Fördergelder gegeben. Sein Laaspher Amtskollege Robert Gravemeier klagte sein eigenes Leid, auch die Lahnstadt habe drei renovierungsbedürftige Sportplätze, die von der neuen, niedrigeren Pauschal-Zuweisung betroffen seien. Ob es rechtliche Ansprüche des Sportvereins gebe, könne man ja prüfen lassen, und: »Eine moralische Verpflichtung ist keine Grundlage.«

Deutliche Trennung zwischen Kommunen

Aus dieser deutlichen Trennung zwischen dem Erndtebrücker Zeitplan und der gemeinsamen Laaspher und Berleburger Sicht der Dinge, scherte lediglich der Oberlahntaler FDP-Mann Hans-Hermann Gütting aus: »Wir sehen uns in einer moralischen Verantwortung.« Es müsse im Haushalt möglich sein, ein paar e zu finden und »mit etwas gutem Willen kann man da etwas tun«. Außerdem bedeute ein Sportplatz doch auch eine Aufwertung für den Industriepark.

Keine rechtliche Überprüfung nötig

Thomas Müsse verwahrte sich dagegen, dass man im Erndtebrücker Rathaus nicht schnell genug tätig geworden sei, man habe einige Aufgaben abarbeiten müssen, bevor im Juni 2002 der Förderantrag gestellt worden sei. Er räumte aber auch ein, dass man sich eine Überprüfung der rechtlichen finanziellen Ansprüche an den Zweckverband sparen könne, denn diese gebe es wohl nicht.

Zuschuss-Antrag wurde abgelehnt

Fritz Hoffmanns Antrag wurde gegen vier Erndtebrücker Stimmen abgelehnt. Verbandsversammlungs-Vorsitzender Werner Treude schlug den Erndtebrückern vor, an den Zweckverband einen formellen Förderantrag für den Sportplatz zu stellen. Der vorgelegte Haushaltsentwurf wurde bei fünf Enthaltungen am Ende einstimmig angenommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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