Keine Märchen, sondern Lösungen

Bad Laasphe: NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann berichtete über Straßenbaupläne

awe Bad Laasphe. Halbe Märchenbücher seien die Bundesverkehrswegepläne ja früher gewesen. Axel Horstmann, Landesminister für Verkehr, Energie und Landesplanung wollte gestern in Bad Laasphe die Märchengeschichten beenden. Zu einem Gespräch über »Mobilität - eine Zukunftsaufgabe« hatten der SPD-Stadtverband Bad Laasphe und der Landratskandidat Friedhelm Franz den Gast aus Düsseldorf genau über jene Straßen nach Wittgenstein gelotst, um die es in dem Gespräch dann ging: Die Mär vom Weiterbau der A4 soll im neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 keine Fortsetzung finden. Für die alternative Lösung, den Ausbau der Bundesstraßen 62 und 508 seien planerische Lösungen vorhanden. Der verkehrstechnische Effekt sei vergleichbar mit dem einer Autobahn, meinte der Minister: »Wenn es in der Region einen Konsens für diese Lösung gibt, dann soll sie am Geld nicht scheitern. Die Pläne für die A 4 weiterzuverfolgen - davon rate ich ab.«

Eine Viertel Milliarde e sei dann im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen für die Region Siegen-Wittgenstein. »Verkehrsprojekte scheitern meist nicht am Geld, sondern am fehlenden Konsens«, ermahnte der Minister. Einig sei man sich ja schon, meinte der Laaspher Christdemokrat Volker Gautsch. Aber ein bisschen traurig sei er, ergänzte Heinz Duchardt, nämlich darüber, dass ein bisschen wenig zu erfahren sei vom Minister. Konkret erläuterten der Minister und sein Leitender Ministerialrat in der Abteilung Straßeninfrastruktur und Straßenverkehr, Ekhart Maatz, dann, dass die Linienführung für die Ortsumgehung Bad Laasphe dem Bundesverkehrsministerium nun vorgelegt werde. Damit sei sie zum Greifen nah. »Wenn vom Bundesministerium Grün gegeben wird, kann mit dem Planerstellungserfahren begonnen werden«, erklärte Ekhart Maatz. Stehen die Pläne, können sich auch die Bürger dazu äußern. Meist kämen dabei noch neue Aspekte ins Spiel. Für Erndtebrück stehe die Linienbestimmung unmittelbar bevor und damit ist man auf der Wittgensteiner Seite immerhin ein wenig weiter, wie in der Verlängerung in Hilchenbach. Der Ausbau der B 62 und der B 508 sei zumindest grundsätzlich finanziert.

Um Geduld warb Ekhart Maatz wahrscheinlich mit seiner ausführlichen Erklärung der planerischen und rechtlichen Hürden, die zu nehmen sind, bevor ein einziger Bagger tätig werden kann. Geduldig werden die Mobilisten auf den Landesstraßen wohl noch ein wenig mehr sein müssen. Was wird etwa aus der Landesstraße 553 zwischen Hatzfeld und Kirchhundem, der 719 zwischen Feudingen und Deuz, fragte sich nicht nur Otto Wunderlich aus Bad Laasphe.

Bei Landesstraßen unterscheide man grundsätzlich zwischen Ausbau- und Erhaltungsmaßnahmen, beschied Ekhart Maatz. Mittelfristig seien hier Erhaltungsmaßnahmen geplant für die L 718. Im nächsten Jahr solle damit begonnenn werden, die L 553 dauerhaft zu sanieren. Denn auch dem Minister schien dies dringend erforderlich. Mittelfristig werden noch die Hunde jammern, denen laut Einwurf von Willi Dreisbach das Reisen zwischen Feudingen und Walpersdorf beklagenswert beschwerlich erscheint. »Ein Ausbau ist dort nicht geplant«, erklärte Ekhart Maatz, aber die Fahrbahndecke soll in verschiedenen Teilabschnitten bis Kaan-Marienborn verbessert werden, mittelfristig.

Wer lieber mit der Bahn reist, konnte vom Minister erfahren, dass der Schienenausbau im Bundesverkehrswegeplan auch eine Rolle spielt und auch da soll die Region profitieren, etwa durch den Einsatz von Neigetechnik auf der Siegstrecke und der Strecke Siegen-Hagen. Auch Linienverbesserungen seien vorgesehen im Bundesverkehrswegeplan. Dieses viel zitierte Werk sehe für das Land ein Investitionsvolumen von insgesamt 2 Mrd. e vor, eine Viertel Milliarde davon sei für Siegen-Wittgenstein vorgesehen.

Darüber können sich die Wittgensteiner und Siegerländer freuen, wenn sie möchten. Vielleicht wären die Anwesenden allerdings ein klein wenig mehr beeindruckt gewesen von den Ministerworten und denen seines Ministerialrats, wenn die beiden die Namen der Orte, die an besagten Landes- und Bundesstraßen liegen, etwas gründlicher abgelesen hätten. Zumindest an dieser Stelle schien der Weg von Düsseldorf nach Bad Laasphe vielleicht doch wieder weit.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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