Keine Oberflächensanierung der B62

Die Laaspher FDP – im Bild Klaus Preis (l.) und Rüdiger Petri (r.) – hat sich Unterstützung aus Düsseldorf geholt. Die Landtagsabgeordnete Angela Freimuth will über die Bauausführung noch einmal mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sprechen.
  • Die Laaspher FDP – im Bild Klaus Preis (l.) und Rüdiger Petri (r.) – hat sich Unterstützung aus Düsseldorf geholt. Die Landtagsabgeordnete Angela Freimuth will über die Bauausführung noch einmal mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sprechen.
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howe Bad Laasphe. „Die von Straßen NRW geplante Ausführung mit einer abschnittsweisen Vollsperrung führt zu Beeinträchtigungen des Einzelhandels.“ Mit diesem einzigen Satz hatte die FDP-Landtagsabgeordnete Angela Freimuth am Dienstag beim Arbeitsgespräch in Bad Laasphe alles gesagt.

Vollsperrung beeinträchtigt den Einzelhandel

Die Politikerin folgte der Einladung der Bad Laaspher Freidemokraten um deren Fraktionschef Klaus Preis und den Stadtverbandsvorsitzenden Rüdiger Petri. Dabei sei es darum gegangen, sich „auszutauschen“, um Informationen mit nach Düsseldorf zu nehmen. Das soll jedoch beileibe nicht alles sein. Denn die Vollsperrung würde Bad Laasphe regelrecht ins Mark treffen. Die örtliche FDP jedenfalls kann sich mit der Art und Weise, wie der Landesbetrieb die Marschroute für den Neubau der Bundesstraße 62 festlegt, nicht anfreunden. Dass der Zug abgefahren sei, um auf kommunalpolitischer Ebene noch irgendetwas steuern zu können geschweige denn ein begleitendes Stadtentwicklungskonzept aufzustellen, das glaubt auch Klaus Preis. „Da ist nichts mehr drin. Das Gefühl habe ich.“

Baumaßnahme dauert mehrere Jahre an

Das Land NRW habe den Einzelhandel wegen der Corona-Krise durch bestimmte Förderprogramme unterstützt, formulierte Angela Freimuth vor Ort. „Für mich ist wichtig, mitzunehmen, wie sehr die Geschäfte hier von einer Vollsperrung betroffen wären.“ Die Einbettung des Stadtentwicklungskonzepts in die Überplanung sei auf der politischen Ebene noch nicht fortgeschritten. „Nach der Sommerpause finden ja noch Workshops statt“, wusste die Landtagsabgeordnete. Angela Freimuth war auch über den Zeitplan im Bilde: Allein die Bauabschnitte 2 und 3 werden in den Jahren 2023 und 2024 sowie ab 2025 folgen. Will heißen: Die Stadt Bad Laasphe ist von der Baumaßnahme B62 mehrere Jahre lang betroffen. Klaus Preis erläuterte, der Landesbetrieb habe vor, den Lehm-Unterbau komplett auszukoffern. Dafür sei eine Ausbautiefe von 1,70 Metern nötig. Das wiederum habe zur Folge, dass eine einseitige Verkehrsführung aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei.

Eine Oberflächensanierung reicht nicht aus

Heißt im Klartext: Die Durchfahrtsstraße muss für die Bauzeit komplett gesperrt werden. Der Landesbetrieb habe es abgelehnt, über eine Oberflächensanierung nachzudenken. „Die waren mit dem Unterbau nicht zufrieden“, so Klaus Preis. Nun sei die ganze Stadt über Jahre arg gebeutelt. Rüdiger Petri malte das Szenario, dass viele Kunden die Stadt gar nicht mehr ansteuerten und woanders einkaufen würden. Und nach längerer Zeit der Bauphasen sei es schwierig, die verlorenen Kunden zurückzuholen. Das könne schwerwiegende Folgen für die Lahnstadt haben. Rüdiger Petri erinnerte auch an den ständigen Kreiselstau aufgrund des Verkehrsaufkommens und auf die zu erwartende Überstrapazierung der Seitenstraßen während des Neubaus der B 62. Da sei es nicht möglich, die „Baustelle“ über die Stockwiese sozusagen auszuweiten, um hier eine einspurige Umfahrung anzubieten. Angela Freimuth musste am Dienstag durchaus erkennen, dass „die Entscheidung des Landesbetriebs sehr weit fortgeschritten“ sei, wie sie es formulierte.

Beeinträchtigungen sollen so gering wie möglich ausfallen

Dennoch würde sie gerne nach gemeinsamen Lösungen suchen, welche Möglichkeiten sich vielleicht doch ergeben könnten. Sie kenne etliche Baumaßnahmen, bei denen sich der Landesbetrieb doch noch kleinere Lösungen habe einfallen lassen und bei denen die Anlieger im Gespräch mit ins Boot geholt worden seien. „Hier müssen Lösungen gefunden werden, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“ Genau dafür wolle sie sich stark machen. „Das werde ich mit dem Landesbetrieb Straßen NRW besprechen.“ Einmal habe sie bereits versucht, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Sie werde aber am Ball bleiben.

„Ich werde mir die Überlegungen genau schildern lassen, auch die Bauabschnitte.“ Derweil wäre für Angela Freimuth eine Umgehung beileibe nicht völlig vom Tisch. „Aus dem Bundesverkehrswegeplan ist sie raus. Aber wenn Einigkeit bestünde, dass wir die wollen, dann gäbe es wieder eine Perspektive.“ Die Ortsumgehung sei damals ja nicht rausgefallen, weil kein Bedarf dagewesen sei, sondern wegen der fehlenden Einigkeit. „Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie vor Ort Einigkeit herstellen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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