»Kirchen schürten den Hass gegen Andersdenkende«

Ulf Lückel macht Hexenprozesse in Wittgenstein zum Thema

sz Bad Laasphe. Morgen, 8. November, bietet Ulf Lückel im Haus des Gastes in Bad Laasphe den Vortrag »Einführung der Hexenverfolgungen und Hexenprozesse« anhand ausgewählter Beispiele aus Wittgenstein an. Die Geschichte der Hexenprozesse und Hexenverfolgungen ist eines der dunkelsten Kapitel in der europäischen Kirchengeschichte. Bereits in der Antike kamen Verfolgungen einzelner Männer, besonders aber der Frauen vor, die bezichtigt wurden mit dämonischen Mächten in Kontakt zu stehen. Immer stärker wurden die Anfeindungen gegenüber den Beschuldigten und die Todesstrafe war der häufigste Urteilsspruch.

Zur Zeit des Hexenwahns wurde »Hexe« als Fremdbezeichnung auf Frauen und Männer angewandt, die sich vermeintlich oder tatsächlich in irgendeiner Weise vom christlichen Glauben entfernt hatten, womit ihre Verfolgung legitimiert wurde. Verfolgungen von der bösen Zauberei verdächtigten Personen gab es aber in fast allen Kulturkreisen, jedoch waren es insbesondere die christlichen Kirchen, die ganz bewusst den Hass im Volke gegen Andersdenkende schürten. Mit Hexenverfolgung als historischem Begriff bezeichnet man allerdings die Periode der legalen Hexenverfolgung bzw. der Hexenprozesse in Europa vom 15. bis ins 18. Jahrhundert. Der Großteil der Hexenverfolgungen liegt entgegen der landläufigen Ansicht nicht im Mittelalter, sondern in der frühen Neuzeit. Auch in Wittgenstein fand dieses traurige Kapitel seinen Niederschlag. Anhand einiger ausgewählter Beispiele werden die Besucher die Hexenverfolgungen im heimischen Raum kennenlernen. Darüber hinaus möchte der Vortrag in die Grundlagen zu diesem Themenkomplex einführen. So wird sich unter anderem mit der »Halsgerichtsordnung« Kaiser Karls des V. befasst und auch das Ende der Hexenverfolgungen bedacht, das mit den juristischen Erwägungen, wie sie von dem Jesuiten Friedrich von Spee in seinem einflussreichen Werk »Cautio Criminalis« (Rechtliche Bedenken wegen der Hexenprozesse) formuliert wurde.

Der erste Teil des Vortrags, ein Überblick zu einem der traurigsten Kapitel der Rechts- und Kirchengeshichte, richtet sich an alle heimat-, sozial- und kulturgeschichtlich Interessierten, freilich auch an alle Einheimischen, die etwas mehr über eines der dunkelsten Kapitel in der Wittgensteiner Heimathistorie erfahren möchten. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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