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Mögliche Flächen für Windenergie in Bad Laasphe und Erndtebrück
Kirschwiesental bleibt unangetastet

In Bad Laasphe wächst der Windpark im Banfetal weiter. Aktuell wird bei Banfe ein weiteres Windrad gebaut. Laut Regionalrat eignen sich auch andere Flächen in der Kommune für die Windkraft.
  • In Bad Laasphe wächst der Windpark im Banfetal weiter. Aktuell wird bei Banfe ein weiteres Windrad gebaut. Laut Regionalrat eignen sich auch andere Flächen in der Kommune für die Windkraft.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

howe Bad Laasphe/Erndtebrück. Für Bad Laasphe müsste die Situation der Windkraft und der Konzentrationszonen neu gedacht werden. Denn bislang hatten sich Rat und Verwaltung darauf beschränkt, lediglich das Banfetal für die Windkraft vorzusehen. So hat die Wittgenstein New Energy von Investor Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg zwischen Banfe und Hesselbach einen Windpark geschaffen, der in Kürze das elfte Windrad erhält.
Auch zwischen Fischelbach und Sohl ist bekanntlich eine Fläche vorgehalten – und zwar für die juwi AG in Wörrstadt – die aktuell nochmal komplett neu überplant wird.

howe Bad Laasphe/Erndtebrück. Für Bad Laasphe müsste die Situation der Windkraft und der Konzentrationszonen neu gedacht werden. Denn bislang hatten sich Rat und Verwaltung darauf beschränkt, lediglich das Banfetal für die Windkraft vorzusehen. So hat die Wittgenstein New Energy von Investor Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg zwischen Banfe und Hesselbach einen Windpark geschaffen, der in Kürze das elfte Windrad erhält.
Auch zwischen Fischelbach und Sohl ist bekanntlich eine Fläche vorgehalten – und zwar für die juwi AG in Wörrstadt – die aktuell nochmal komplett neu überplant wird. Aufgrund der ermittelten Ausschlusskriterien hatte das von der Stadt Bad Laasphe seinerzeit beauftragte Planungsbüro weitere Flächen, insbesondere nahe der Kernstadt oder im Oberen Lahntal, ausgeschlossen. Nun hat der Regionalrat die Flächen nochmal neu betrachtet und folgende Festlegungen getroffen:

Die Festlegungen für Bad Laasphe

  • Nördlich Puderbach, 24,8 Hektar, geringe bis mäßige Umweltauswirkungen und deshalb geeignet.
  • Westlich Puderbach, 31,9 Hektar, angegeben wird die Nähe zur L 903, L 718 und K 53. Die Fläche ist geeignet.
  • Südlich Feudingen, 44,7 Hektar, zwar ist die Fläche nur 300 Meter zum Erholungswald entfernt, es wird aber von geringen Auswirkungen aus Umweltsicht ausgegangen. Die Fläche ist geeignet.
  • Westlich Banfe, 23,4 Hektar, diese Fläche würde im Banfetal neu hinzukommen. Das Areal befindet sich in der Nähe eines Erholungswaldes der Stufe 1, dennoch betrachtet sie der Regionalrat als geeignet.
  • Östlich Banfe, 128,8 Hektar, weil im Plangebiet bereits die Windkraftanlagen von Prinz Wittgenstein stehen, gilt das Gebiet weiter als geeignet.
  • Südöstlich Welschengeheu, 25,8 Hektar, die Fläche ist bewaldet, eignet sich aber für die Windkraft.
  • Südlich Bad Laasphe, hier im Südteil stehen bereits zwei Anlagen, insofern wäre das Gebiet geeignet.
  • Westlich Fischelbach, 148,8 Hektar, das kritische Vogelschutzgebiet „Hauberge bei Haiger“ liegt etwa 1200 Meter entfernt – und das ist laut Regionalrat weit genug, um es aus Umweltsicht für Windkraft vorzusehen.

Aus Umweltsicht nicht geeignet sind 40 Hektar nördlich von Puderbach. Die Fläche überlagert sich mit dem Naturschutzgebiet „Buchenwälder“ und den Wiesentälern bei Stünzel. Außerdem ist das Kirschwiesental nur 100 Meter entfernt. Ebenfalls sei der Abstand zum Fischadler zu gering, heißt es. Keine Berücksichtigung aus Umweltsicht findet auch eine riesige Fläche von 470,5 Hektar westlich von Fischelbach. Hier seien erhebliche Beeinträchtigungen wegen des Vogelschutzgebietes „Hauberge bei Haiger“ zu erwarten.

Auf 20 Hektar passen drei Windräder

Eine große Fläche in Erndtebrück geeignet

Die Gemeinde Erndtebrück ist von der Windkraft bislang weitgehend verschont. Der Regionalrat hat nach der Ausschlussanalyse aber noch drei Flächen gefunden, von denen er eine – und zwar eine recht große – für geeignet hält.

  • Nördlich Womelsdorf, 368,6 Hektar, hier ist eine Nähe zum Erholungswald gegeben, die Fläche wird aber aus Umweltsicht als geeignet betrachtet.

Nicht berücksichtigt werden soll aus Umweltschutzgründen eine 45,8 Hektar Fläche nördlich von Womelsdorf, die randlich zum Naturschutzgebiet „Eder“ liegt. Sie ist Biotopverbundfläche der Stufe 1, hier entstehen artenschutzrechtliche Konflikte mit dem Rotmilan. Ebenfalls ungeeignet sind 33,1 Hektar westlich von Womelsdorf. Die Nähe zum Naturschutzgebiet „Zinser Bachtal“ beträgt weniger als 150 Meter, überdies entstehen Konflikte mit dem Schwarzstorch.

„So viele Vetos von zahlreichen Kommunen“

Die Stadt Bad Laasphe konstatierte am Montag auf SZ-Anfrage, es habe bereits beim Teilplan-Entwurf von 2014 „so viele Vetos von zahlreichen Kommunen gegeben“, dass dieser final nie aufgestellt worden sei. Bis 30. Juni dieses Jahres habe jeder das Recht, zu diesem Plan eine Stellungnahme abzugeben, von dieser Möglichkeit werde auch die Stadt Bad Laasphe Gebrauch machen. „Es wird eine Stellungnahme vorbereitet, die im Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss präsentiert und anschließend an die Bezirksregierung weitergeleitet wird – vorbehaltlich der Zustimmung der Politik“, erläuterte Pressesprecherin Ann Kathrin Müsse.
Die Stellungnahmen bezüglich der Vorrangzonen für Windenergie würden im Kern vermutlich ähnlich ausfallen wie in 2014. „Damals hatte die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergie durch den Regionalrat stark in die Planungshoheit der Gemeinden eingreift und mit dem gemeindlichen Selbstverwaltungsrecht kollidiert.“ Die Ausweisung von Windvorrangzonen sei natürlich parallel dazu weiterhin als kommunales Planungs- und Steuerungsinstrument beabsichtigt.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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