Gewerbepotenzialflächen für Regionalplan
Klaus Preis: „Die Flächen sind gar nicht verfügbar“

Gut 26 Hektar westlich der Kreisstraße und des bestehenden Industriegebietes „In den Espen“ dienen als Gewerbeflächen-Suchraum des Regionalplans. Foto: Björn Weyand
  • Gut 26 Hektar westlich der Kreisstraße und des bestehenden Industriegebietes „In den Espen“ dienen als Gewerbeflächen-Suchraum des Regionalplans. Foto: Björn Weyand
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bw Bad Laasphe. Wenig nachvollziehbar war das ja schon am Mittwoch im Bad Laaspher Bauausschuss: Der sollte einerseits Wohnbau-Reserveflächen zurücknehmen und rein planerisch in landwirtschaftliche Flächen umwandeln, was sie im Prinzip heute sind. Andererseits ging es darum, für den Regionalplan landwirtschaftliche Flächen auszuwählen, die in nicht allzu naher Zukunft als Gewerbeflächen in Frage kommen könnten. Widersinnig war das Ganze für Klaus Preis (FDP) allerdings aus einem ganz anderen Grund: Die durch das Kölner Planungsbüro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Siegen ausgewählten Suchräume, quasi Gewerbepotenzialflächen für die Regionalplanung, seien ja gar nicht verfügbar. „Die Besitzer werden die Flächen nie aufgeben“, erläuterte der Rückershäuser.

Der Suchraum schließt sich westlich in Richtung Weide an die Gewerbeflächen „In den Espen“ an und ist knapp über 26 Hektar groß. Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Bauausschuss, diesen Suchraum gegenüber der Bezirksregierung als kommunale Potenzialflächen zu benennen, damit die in die Fortschreibung des Regionalplans eingefügt werden. Klaus Preis enthielt sich letztlich wegen seines Einwands, gegen das Vorgehen stimmte Anne Bade (Grüne), die das gesamte Verfahren kritisierte: „Hier geht es doch nur um das Signal, Eure IHK kümmert sich um Arbeitsplätze.“ Zum Einwand, dass es Flächen seien, die gar nicht zur Verfügung stünden, merkte der Bad Laaspher Bauamtsleiter Marcus Winkeler im Bauausschuss an: „Hier geht es um das große Ganze. Ob so eine Fläche umsetzbar ist, steht in den Sternen.“

Und ähnlich fraglich ist auch, ob diese Flächen in den kommenden Jahrzehnten überhaupt für Industrie- und Gewerbeansiedlungen gebraucht werden. Nur für Bad Laasphe hat nämlich besagte Untersuchung des Planungsbüros einen Überhang an Reserveflächen für Gewerbe ergeben: Bad Laasphe hat eine Reserve von 32,2 Hektar, der Bedarf wird auf rund 22 Hektar beziffert – macht unter dem Strich einen Überschuss von 10 Hektar. Mit den nun ausgewählten Suchräumen wären es insgesamt über 36 Hektar, die im künftigen Regionalplan vorgesehen wären.

Im gesamten Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein besteht ein Flächenbedarf von 524 Hektar, für Bad Berleburg wird dieser Bedarf auf 37 Hektar und für Erndtebrück auf 22 Hektar geschätzt.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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