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Hirschbrunft mit Tasso Wolzenburg
Könige der Wälder brüllen ab sofort wieder

Die Geräusche und das Rufen der Hirsche zu deuten, das sei, wie ein Buch zu lesen, weiß Tasso Wolzenburg. Er gibt jetzt wieder Seminare am Forsthaus Hohenroth. Foto: Björn Weyand
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  • Die Geräusche und das Rufen der Hirsche zu deuten, das sei, wie ein Buch zu lesen, weiß Tasso Wolzenburg. Er gibt jetzt wieder Seminare am Forsthaus Hohenroth. Foto: Björn Weyand
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bw Welschengeheu. Die Hirschbrunft gehört ganz sicher zu den interessantesten Naturschauspielen bei uns in Wittgenstein. Absoluter Fachmann auf diesem Gebiet ist der viermalige Deutsche Hirschruf-Meister Tasso Wolzenburg, der natürlich gerade jetzt, da die Könige der Wälder wieder beginnen zu brüllen, ein gefragter Mann ist. Am Forsthaus Hohenroth hält der Mann aus Welschengeheu immer wieder Seminare ab, in denen er die Teilnehmer in die Geheimnisse der Hirschlaute einweiht. „Vor allem Jäger können da noch einiges dazulernen“, verrät Tasso Wolzenburg im SZ-Gespräch. „Es gibt manche Jäger, die gehen schon 30 Jahre auf die Rotwild-Jagd und können die Rufe immer noch nicht deuten.

bw Welschengeheu. Die Hirschbrunft gehört ganz sicher zu den interessantesten Naturschauspielen bei uns in Wittgenstein. Absoluter Fachmann auf diesem Gebiet ist der viermalige Deutsche Hirschruf-Meister Tasso Wolzenburg, der natürlich gerade jetzt, da die Könige der Wälder wieder beginnen zu brüllen, ein gefragter Mann ist. Am Forsthaus Hohenroth hält der Mann aus Welschengeheu immer wieder Seminare ab, in denen er die Teilnehmer in die Geheimnisse der Hirschlaute einweiht. „Vor allem Jäger können da noch einiges dazulernen“, verrät Tasso Wolzenburg im SZ-Gespräch. „Es gibt manche Jäger, die gehen schon 30 Jahre auf die Rotwild-Jagd und können die Rufe immer noch nicht deuten.“

Dabei machen es die Hirsche ihren Jägern gerade jetzt in der Brunftzeit einfach, denn sie verraten sich und ihren Standort durch ihr Brüllen. Die Vorbrunft hat schon Ende August begonnen, weiß Tasso Wolzenburg zu berichten – sehr früh in diesem Jahr, denn zu dem Zeitpunkt herrschten ja noch hochsommerliche Temperaturen. Bis um den 20. September herum dauert noch die Vorbrunft an, die Hauptbrunftzeit liegt meist etwa zwischen dem 20. und 25. September. Tasso Wolzenburg weiß, mit den Hirschen zu kommunizieren. Er fühlt sich angenommen von ihnen, die Hirsche reagieren auf seine Rufe.

Die Geräusche der Hirsche zu deuten, das sei, wie ein Buch zu lesen. Er kann nur allen Jägern dazu raten, sich nicht nur materiell zu verbessern, sondern auch durch die individuellen Fähigkeiten. Dazu gehört eben auch, die Rufe einordnen zu können. Ein junger Hirsch unterscheide sich deutlich von einem älteren Hirsch. Der Ruf des jungen Hirsches werde mit zunehmender Dauer der Brunft immer emotionaler und klagender. „Junge Hirsche rufen mit allem, was die Hormone hergeben“, erklärt Tasso Wolzenburg. Älteren Hirschen sei dagegen anzuhören, ob sie beim Brunftrudel stehen oder nicht. Tasso Wolzenburg kann sogar unterscheiden zwischen harten und sanften Sprengrufen. Bei harten Sprengrufen sei ein junger Hirsch in der Nähe, während beim sanften Sprengruf ein Platzhirsch die Kälber bei der Stange halten wolle. Wenn die Brunft in vollem Gange ist, duldet der Platzhirsch keinen anderen Mann im Rudel, nicht mal einen „Spießer“, also einen ganz jungen Hirsch, dessen Geweih noch keine Verästelungen aufweist.

Zum Beginn der Brunft können sich im Umfeld eines Kahlwildrudels noch mehrere Hirsche aufhalten; nach dem Drohen und den ersten Kämpfen verbleibt schließlich nur der stärkste Hirsch unter ihnen in der Nähe des Kahlwildrudels – der Platzhirsch. Die sich in einiger Entfernung aufhaltenden Hirsche werden Beihirsche genannt. Das Kommando im Rudel hat auch während der Brunft das Leittier, „schließlich hat sie ihre Sinne geschärft“, erläutert Tasso Wolzenburg. Die Hirsche hingegen sind von ihren Hormonen gesteuert.

Natürlich habe die Dürre in den vergangenen beiden Jahren auch Auswirkungen auf das Rotwild, das aber anpassungsfähig sei. Die Körperpflege werde intensiver, da das Wohlbefinden eine große Rolle spiele, sagt Tasso Wolzenburg.

• Der viermalige Hirschruf-Meister bietet noch Seminare zur Hirschbrunft am Forsthaus Hohenroth an, diese finden am Freitag, 20. September, am Samstag, 21. September, und am Samstag, 28. September, statt. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Anmeldungen nimmt Tasso Wolzenburg unter Tel. (0152) 32089052 entgegen.

Die Geräusche und das Rufen der Hirsche zu deuten, das sei, wie ein Buch zu lesen, weiß Tasso Wolzenburg. Er gibt jetzt wieder Seminare am Forsthaus Hohenroth. Foto: Björn Weyand
Die Hirschbrunft hat begonnen, wobei die Hauptbrunft etwa vom 20. bis zum 25. September dauert. Der Platzhirsch gibt zwar im Rudel die Kommandos – doch wo es langgeht, das bestimmt die Leitkuh. Foto: Björn Weyand
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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