„Wir sind finanziell gut durchgekommen“
Kulturring meistert die Pandemie

Eine Operngala im Haus des Gastes gehört zum Programm des Bad Laaspher Kulturrings. Inzwischen sind die Anforderungen an die Technik und somit die Kosten aber stark gestiegen.
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howe Bad Laasphe. Man sollte meinen, der Kulturring Bad Laasphe hätte unter der Pandemie gelitten – ohne Konzerte und Kabarett, ohne Oper und Orchester. Doch Vorsitzender Wolfgang Gerber unterstrich am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitales und Kultur: „Wir sind finanziell ganz gut durchgekommen.“ Und das liegt daran, dass der Kulturring keine Verpflichtungen aus Verträgen hatte. „Alle Verträge haben wir so ausgehandelt, dass sie bei höherer Gewalt unwirksam wurden.“ Der Kreiskulturring habe den örtlichen Kulturverein da gut unterstützt und beraten.

Zuschauerzahlen nehmen ab

Wo der Schuh viel mehr drückt: „Die Zuschauerzahlen nehmen beständig ab“, berichtete Wolfgang Gerber – unabhängig von der Pandemie. „Es trägt sich kaum noch eine Veranstaltung.“ Der Verein müsse immer ein Polster in der Kasse haben, um Veranstaltungen, die nicht so laufen würden, abfangen zu können. Dazu stiegen die Nebenkosten wie Gema oder Beiträge für die Künstlersozialkasse, ebenso die Honorare der Künstler. Auch die Technik sei anspruchsvoller geworden. „Viele Künstler haben eine Liste, was erwartet wird in Sachen Technik.“ Da sei der Kulturring öfters gezwungen gewesen, Technik und Techniker dazu zu mieten.

Kulturring kooperiert mit TKS und VHS

„Die Hausmeister im Haus des Gastes sind nett und rührig. Die können sich aber nicht ständig an das Technikpult setzen. Die haben andere Dinge zu tun.“ Letztlich versuche der Kulturring, die Lasten und Risiken dadurch zu begrenzen, dass er kooperiere – etwa mit der TKS, der VHS, den Kirchen oder dem Kino, mit den Schulen und nicht zuletzt mit den Kulturvereinen in Wittgenstein und dem angrenzenden Hessen. Wolfgang Gerber warb für die Veranstaltungen des Kulturrings, verteilte Flyer in der Runde der Kommunalpolitiker. „Wir wollen einigermaßen anspruchsvolle, kulturelle Veranstaltungen anbieten. Kommen Sie bitte in unsere Veranstaltungen, werben Sie dafür, werden Sie Mitglied.“

Als Zukunftsaufgabe beschrieb Wolfgang Gerber das eher geringe Interesse an kulturellen Veranstaltungen in Bad Laasphe und die weiter bestehenden Vorgaben durch die Pandemie. „Wenn wir den Saal nur halb belegen können, brechen uns die Einnahmen weg.“ Wolfgang Gerber appellierte an die Politik, im Zuge der Corona-Pandemie „besondere Bedingungen“ zu schaffen, was Lüftung und Luftreinigung anbetrifft. „Ist hier in der Stadt schon mal an sowas gedacht worden?“

Nach Daubs Melanie war Schluss

Eine Antwort erhielt der Vorsitzende des Bad Laaspher Kulturrings nicht, immerhin erhielt er die Gelegenheit, seinen Vorschlag zu Gehör zu bringen. „Das muss in einem Veranstaltungsraum eine zertifizierte Anlage sein“, ergänzte Wolfgang Gerber mit Blick auf eine mögliche Ausstattung im Haus des Gastes. Eigentlich, so der pensionierte Lehrer, habe er die kommende Spielsaison vorstellen wollen.
Jedoch: Im März 2020 fand die letzte Veranstaltung des Kulturrings mit Daubs Melanie statt. „Dann war Schluss.“ Im Herbst sei dann ein neuer Anlauf gestartet worden mit „Jazzmine“ im Kräutergarten. Und am 3. Oktober sei das Spezialprogramm der Philharmonie zur Aufführung gekommen. „Danach ging schon wieder nichts mehr.“

Aktuell habe der Kulturring nun „einen Stau von Veranstaltungen“, die teilweise um ein oder zwei Jahre verschoben worden seien. Wolfgang Gerber: „Die Künstler warten sehnsüchtig auf Möglichkeiten.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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