Laaspher Ausschuss folgte nicht Vorlage der Verwaltung

Gremium stärkte gestern die Bauvoranfrage für neuen Lidl

Bad Laasphe. Der Bad Laaspher Bauausschuss beschäftigte sich gestern mit einer Voranfrage der Firma Lidl, die in der Lahnstadt gern einen Lebensmittelmarkt errichten möchte. Nicht etwa in der direkten Kernstadt, wo es zwar noch das tägliche Brot, aber sonst schon seit längerer Zeit nur wenige Nahrungsmittel zu kaufen gibt, sondern in der Stockwiese möchte die Firma bauen.

Das scheint verwunderlich, weil es hier ja bereits einen Lidl-Laden gibt. Ein Vertreter des Unternehmens aus Unna, der namentlich lieber unerwähnt bleiben wollte, erläuterte dem Gremium deshalb die Beweggründe. Seit zehn Jahren gebe es den bestehenden Markt: »Dieser hat sich mit der Zeit als wesentlich zu klein erwiesen.« Deshalb wolle man ein neues Gebäude auf der Industriebrache in der direkten Nachbarschaft errichten, wobei man mit dem entsprechenden Grundstückseigner sich schon einig sei.

Getränkemarkt und Bäckerei-Shop als Mitnutzer des bisherigen Gebäudes würden dort bleiben und hätten bereits Interesse an größeren Verkaufsflächen geäußert. Außerdem könne man überlegen, ein Bistro hier neu einzurichten, da es im direkten Einzugsgebiet ja rund 900 Beschäftigte gebe, die sich verpflegen müssten. Und mit 700 Quadratmetern Verkaufsfläche sei das neu zu bauende Geschäft unterhalb der so genannten Großflächigkeit und damit vom Regierungspräsidenten nicht zu blockieren.

Auch die im Bauausschuss vorgelegte Beschlussvorlage der Verwaltung ging von einer Steigerung der Verkaufsfläche von bisher 400 auf 700 Quadratmeter aus, sah jedoch sehr wohl Probleme: Nach dem derzeitigen Stand der geplanten Änderungen des Bebauungsplanes wäre die Errichtung eines Lebensmittelmarktes in diesem Bereich unzulässig, zudem würde seine Zulassung an dieser Stelle dem Einzelhandelserlass widersprechen.

Beigeordneter Dr. Heinrich Loske mochte lieber erst einmal einen für Oktober geplanten Work-Shop zur Umgestaltung des Bahnhofsbereichs abwarten. Deshalb wollte die Verwaltung eine Entscheidung über die Bauvoranfrage bis August 2002 aussetzen, was einer Ablehnung gleichkam, denn bis zur nächsten Woche muss die Stadt beim Kreis mit Ja oder Nein zur Anfrage Stellung bezogen haben. Deshalb war auch eine von der SPD zunächst beantragte Vertagung der Drucksache auf Oktober nicht möglich. So wurde die Drucksache auf Antrag der CDU, die schon bei dem Wort »Work-Shop« allergisch reagiert, mit zehn Stimmen aus CDU, FDP, SPD und von den Grünen bei fünf SPD-Enthaltungen abgelehnt. Und damit den Lidl-Bauplänen der Rücken gestärkt. Die Firma hat übrigens in Aussicht gestellt, sich an der Finanzierung eines Kreisverkehrs für die Kreuzung Bahnhofstraße, Stockwiese und Friedrichstraße zu beteiligen.

JG

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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