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Neue Hinweise nach Aktenzeichen XY
Laaspher Mordfall bleibt rätselhaft

Das Haus an der Bad Laaspher Bahnhofstraße wird zum Ort eines grausamen Verbrechens. Ein noch unbekannter Täter erschlägt Vezir Akpinar (kl. Foto) in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2020 im Schlaf.
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  • Das Haus an der Bad Laaspher Bahnhofstraße wird zum Ort eines grausamen Verbrechens. Ein noch unbekannter Täter erschlägt Vezir Akpinar (kl. Foto) in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2020 im Schlaf.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

vö Bad Laasphe. Knifflig, mysteriös, festgefahren: Die Mordkommission der Kriminalpolizei Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen kommen bei der Suche nach dem Mörder von Vezir Akpinar nicht entscheidend voran. Der 49-Jährige wird in der Nacht vom 23. auf den 24. März in seiner Wohnung im Schlaf brutal erschlagen. Am Mittwochabend sollte die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY neue Ansätze in der Ermittlungsarbeit liefern. „Es sind Hinweise eingegangen, die wir jetzt prüfen werden. Danach geht es in die Auswertung“, sagt Tino Schäfer, Sprecher der Polizei Hagen, am Donnerstag auf Anfrage. Ob die ganz heiße Spur dabei ist? Fraglich.

Die Ermittler tun sich insbesondere schwer damit, das soziale Umfeld von Vezir Akpinar zu beleuchten.

Bad Laasphe. Knifflig, mysteriös, festgefahren: Die Mordkommission der Kriminalpolizei Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen kommen bei der Suche nach dem Mörder von Vezir Akpinar nicht entscheidend voran. Der 49-Jährige wird in der Nacht vom 23. auf den 24. März in seiner Wohnung im Schlaf brutal erschlagen. Am Mittwochabend sollte die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY neue Ansätze in der Ermittlungsarbeit liefern. „Es sind Hinweise eingegangen, die wir jetzt prüfen werden. Danach geht es in die Auswertung“, sagt Tino Schäfer, Sprecher der Polizei Hagen, am Donnerstag auf Anfrage. Ob die ganz heiße Spur dabei ist? Fraglich.

Die Ermittler tun sich insbesondere schwer damit, das soziale Umfeld von Vezir Akpinar zu beleuchten. Fest steht, dass sich der Türke im Sommer 2018 aus seiner Heimatstadt Bodrum in Richtung Bad Laasphe verabschiedet, um eine Immobilie an der Bahnhofstraße für 100 000 Euro zu kaufen. Sein Plan: Im Dachgeschoss selbst wohnen, die Wohnung darunter vermieten und im Ladenlokal des Erdgeschosses ein eigenes Café betreiben. Die Renovierung des betagten Hauses nimmt er mit Unterstützung von Verwandten, die im Raum Bad Laasphe zahlreich leben, und Billigarbeitern in Angriff.

14000 Euro verschwunden

Merkwürdig allerdings: Seine Ehefrau, eine Britin, bleibt weiterhin in der Türkei. Und in Bad Laasphe läuft es für den 49-Jährigen nicht nach Plan: Die Sanierung des Hauses zieht sich hin, die Mieterin der Wohnung kündigt. Zudem muss Vezir Akpinar 14 000 Euro für die Reparatur der Heizung aufbringen. Das Geld holt er wenige Tage vor seinem Tod nachweislich in zwei Tranchen von seiner Bank in bar ab. Von den Scheinen fehlt bis heute jede Spur. „Wir gehen aber sehr sicher davon aus, dass das Geld nicht mit verbrannt ist“, sagt Florian Angelkorte, Leiter der Mordkommission Hagen, in der Sendung Akzenzeichen XY.

Die Ermittler finden am Tatort außerdem zwei Sorten von Brandbescheuniger. Soll heißen: Der Täter versucht bereits unmittelbar nach der Bluttat, das Haus in Brand zu stecken. Das funktioniert nicht, deshalb kehrt er in der Nacht vom 25. auf den 26. März noch einmal zurück, um einen zweiten Anlauf zu starten. Es brennt zwar in der Wohnung, die Feuerwehr kann die Flammen aber löschen. Ganz wichtig: Ein Zeuge beobachtet in der Tatnacht des Mordes – zwischen 1 und 2 Uhr – einen Mann, der vor dem Haus an der Bad Laaspher Bahnhofstraße eine Kiste oder einen Karton in einen silber-farbenen Kombi einlädt.

Woher kam der Alkoholwert?

Auch mit Blick auf den Tag der schrecklichen Tat tappen die Ermittler noch weitgehend im Dunklen. Fest steht, dass Vezir Akpinar an besagtem 23. März mit einem Verwandten im Haus renoviert und abends noch einkauft. Wie er den Abend verbringt, ist unklar. Fest steht indes, dass er später zwei Promille Alkohol im Blut haben wird – und dies für einen Mann, der normalerweise so gut wie keinen Alkohol trinkt. Die Polizei findet auch im Haus keinerlei Spuren, die auf einen Alkoholkonsum hindeuten. Die Polizei kann auch nur darüber spekulieren, ob der Türke neben einem Bankkredit möglicherweise Schulden bei Privatpersonen angehäuft hat oder „in Sachen verstrickt war, über die wir nichts wissen“, wie es Florian Angelkorte formuliert.

Hinweise nimmt weiterhin die Polizei in Hagen, Tel. (0 23 31) 9 86 20 66 entgegen.

Das Haus an der Bad Laaspher Bahnhofstraße wird zum Ort eines grausamen Verbrechens. Ein noch unbekannter Täter erschlägt Vezir Akpinar (kl. Foto) in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2020 im Schlaf.
Das Feuer in der Bahnhofstraße wurde vom 25. auf den 26. März gelegt, Vezir Akpinar (kl. Foto) allerdings schon in der Nacht vom 23. auf den 24. März getötet.
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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