Laaspher Umweltausschuss macht Lachsen den Weg frei

Zwei Lahn-Wehre sollen abgebaut oder umgangen werden

Bad Laasphe. Vermutlich hieß Laasphe um das Jahr 800 Lasaffa, was manche als Lachswasser verstehen. Heute findet man von den Tieren keine mehr in der Lahn, seit rund 100 Jahren verbauen unüberwindliche Wehre und verhinderte lange Zeit eine sehr schlechte Wasserqualität den Weg zur Quelle. Das Laaspher Stadtmarketing und der Wittgensteiner Fischereiverein planen deshalb für Ende September ein großes Lachsfest, 2500 Jungtiere sollen an der Brückenstraße in der Lahn ausgesetzt werden.

Um ihnen den vorgezeichneten Weg aus dem Süßwasser ins Meer freizumachen, beschloss der Bad Laaspher Umweltausschuss einstimmig in seiner jüngsten Sitzung der Verwaltung zu erlauben, einen Förderantrag zu stellen. Zum einen soll das so genannte Buderuswehr am Sportplatz Niederlaasphe geschleift werden, zum anderen soll für das Achenbachwehr ein Umgehungsgerinne gebaut werden. Diese Maßnahme passt sich nicht nur in die Lach-Aktion ein, sondern auch in des Gewässer-Entwicklungskonzept für Lahn und Laasphe, das dem Gremium von dem diplomierten Ingenieur und Ökologen Uwe Meyer vorgestellt wurde.

Für das 19-seitige Konzept der Laaspher schaute der Erndtebrücker nach Netphen ins Quellgebiet der Lahn sowie nach Bad Berleburg in die Quellgebiete der Laasphe und des Weisenbachs. Innerhalb von 16 Jahren sollen, so das Papier, nach einem Entwurf der EU-Wasserrahmen-Richtlinien Fließgewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden. Maßgeblich für den Fachmann: die große Renaturierbarkeits-Bedürftigkeit zum einen, die gute Fähigkeit zur Eigenentwicklung andererseits.

Neben der Europäischen Union könnten die Laaspher damit auch Hessen und Rheinland-Pfälzern einen Gefallen tun, schließlich sind die beiden Bundesländer besonders eifrig damit befasst, den Lachs in der Lahn wieder einzubürgern: »Um diese Lebensräume kurzfristig mit vertretbarem Aufwand anbieten zu können, soll in einer ersten Phase die Durchgängigkeit und eine gewässerökologische Aufwertung der Lahn bis zur Einmündung der Laasphe, der Laasphe bis zu den Fischteichen Hülshof und der Weisenbach erreicht werden.« In der zweiten Phase geht es dann weiter lahnaufwärts bis nach Feudingen, danach sollen in einem dritten Abschnitt die restlichen Fließstrecken bis zur Quelle verbessert werden.

Drei Phasen, die sich zeitlich einordnen lassen: von 2002 bis 2006, von 2007 bis 2011, schließlich von 2012 bis 2016. Im frühesten Zeitabschnitt stehen auch Gebiete der Stadt Bad Berleburg auf dem Plan, im zweiten und dritten auch im Bereich der Stadt Netphen. Außerdem geht das Konzept davon aus, dass sich die Saßmannshäuser Firma Osterrath an einem Wehr-Umbau beteiligt. Als Kosten für die einzelnen Phasen ermittelte Uwe Meyer: 470000 DM, 330000 DM und 270000 DM.

Dieser geschätzte Ansatz umfasse nur die Kosten für die Maßnahmenumsetzung ohne Grunderwerbskosten, derzeit würden Renaturierungs-Vorhaben mit bis zu 80 Prozent Landesmitteln bezuschusst. Deshalb der gute Rat im Konzept: »Vorrangiges Ziel der Stadt Bad Laasphe sollte sein, die derzeit bestehende Zuschuss–praxis des Landes auszunutzen und den kurzfristigen Durchführungsplan (2000 bis 2006) umzusetzen. Entsprechende Förderanträge müssen vorab gestellt werden.« Und um fristgerecht die Anträge auf den Weg zu bringen, sagte der Umweltausschuss einstimmig Ja. Wenn auch die SPD gern noch einmal diskutiert hätte, ob man Banfe, Feudinge und Puderbach noch ins Konzept einfügen könnte.

JG

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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