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CDU-Stammtisch in Bad Laasphe
Landratskandidat stellte sich in Wittgenstein vor

CDU-Landratskandidat Arne Fries (M.) diskutierte mit den Christdemokraten in der Lahnstadt. Auch Kreisvorstandsmitglied Georg Freitag (l.) war mit von der Partie.  Foto: Martin Völkel
  • CDU-Landratskandidat Arne Fries (M.) diskutierte mit den Christdemokraten in der Lahnstadt. Auch Kreisvorstandsmitglied Georg Freitag (l.) war mit von der Partie. Foto: Martin Völkel
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vö Bad Laasphe. Kein Wahlkampfauftakt, vielmehr eine lockere Vorstellungsrunde bei alkoholfreiem Bier und Espresso: Arne Fries, der bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr den amtierenden Landrat Andreas Müller (SPD) ablösen will, stellte sich am Montagabend beim offenen CDU-Stammtisch den Christdemokraten in Bad Laasphe vor. Der 47-jährige Freudenberger ist in einer Führungsposition bei der Stadt Siegen tätig und geht als Kandidat der CDU Siegen-Wittgenstein in das Rennen um das Amt des Landrates. „Ich möchte die Dinge nicht nur beobachten. Wenn ich die Gelegenheit bekomme, mit zu wirken und mit zu gestalten, dann will ich das auch tun. Als die Anfrage der CDU kam, konnte ich die eindeutig mit Ja beantworten“, erklärte der Verwaltungsfachmann auf Nachfrage zur Motivation seiner Kandidatur.

Bad Laasphe. Kein Wahlkampfauftakt, vielmehr eine lockere Vorstellungsrunde bei alkoholfreiem Bier und Espresso: Arne Fries, der bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr den amtierenden Landrat Andreas Müller (SPD) ablösen will, stellte sich am Montagabend beim offenen CDU-Stammtisch den Christdemokraten in Bad Laasphe vor. Der 47-jährige Freudenberger ist in einer Führungsposition bei der Stadt Siegen tätig und geht als Kandidat der CDU Siegen-Wittgenstein in das Rennen um das Amt des Landrates. „Ich möchte die Dinge nicht nur beobachten. Wenn ich die Gelegenheit bekomme, mit zu wirken und mit zu gestalten, dann will ich das auch tun. Als die Anfrage der CDU kam, konnte ich die eindeutig mit Ja beantworten“, erklärte der Verwaltungsfachmann auf Nachfrage zur Motivation seiner Kandidatur. Der Südsiegerländer haute in der Lahnstadt keineswegs auf die große Pauke – vielmehr schlug er ruhige, sachliche Töne an und nutzte die Gelegenheit zum Zuhören. Schließlich drückt in Bad Laasphe an vielerlei Ecken der Schuh. „Ich denke, in Bad Laasphe sind andere Dinge aktuell als in Wilnsdorf“. Er wolle in den nächsten Monaten die Chance dazu nutzen, die Stadt- und Gemeindeverbände kennenzulernen und in die Kommunen hineinzuhören.

Wahlkampf? „Frühestens im Frühjahr, die Menschen wollen zum jetzigen Zeitpunkt doch gar nicht damit belastet werden.“ Generell widerstrebe ihm es eigentlich, so der Freizeitsportler und Hobby-Waldbauer, „draußen herum zu laufen und Show zu machen“. Er sei, so seine Selbsteinschätzung, kein geborener Politiker: „Ich bin eher der Handwerker.“ Er stehe dafür, die Dinge strukturiert und organisiert anzupacken. Und er gehe mit den Grundwerten der CDU einher, die dem Bürger die Dinge erkläre und „keine plakativen Lösungen hin knallt, die nicht funktionieren können“. Obwohl dieser Weg sicher der kompliziertere sei. Kein Geheimnis machte der 47-Jährige daraus, dass er es bedauert habe, die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein verlassen zu haben. Das habe nichts mit seiner Beschäftigung bei der Stadt Siegen zu tun, „wo viel Dynamik drin und immer was los ist“.

Allerdings habe er ein anderes Verständnis von Verwaltungsführung im Kreishaus, als das aktuell der Fall sei. Er wolle einen Dialog mit den Kollegen führen, die vorhandene Fachkompetenz im Haus wieder stärker nutzen und wissen, wo die Ideen her kämen: „Meine feste Überzeugung ist es, dass der Team-Chef auch im Mannschaftsbus mitfahren sollte. Ich will wissen, was passiert. Die Stimmung im Team darf dem Chef nicht egal sein.“ Einige Themen wurden am Montagabend durchaus intensiver diskutiert, es entwickelte sich eine immerhin knapp zweistündige Gesprächsrunde, in der auch die Stammtisch-Besucher im „Wittgensteiner Hof“ oft zu Wort kamen.

Kreishaushalt: Kreistagsmitglied und Bad Laasphes CDU-Fraktions-Chef Martin Achatzi erinnerte daran, dass im Kreis-Etat 2020 die Personalkosten noch einmal um 9,5 Prozent angehoben werden sollten, Landrat Andreas Müller habe bei 900 Mitarbeitern begonnen, „jetzt reißen wir die 1000-Mitarbeiter-Marke“. Arne Fries forderte einen intensiveren Dialog zwischen Kreis-Spitze und den Bürgermeistern. Es gelte zu hinterfragen, was eigentlich gewollt sei – und was eben nicht mehr. Rund 20 Prozent des Kreishaushaltes seien durch die so genannten freiwilligen Leistungen bestimmt. „Klar ist, dass jeder Euro, der im Kreishaus nicht ausgegeben wird, den Kommunen hilft, die über die Kreisumlage in der Pflicht sind.“

Neubau Kreisverwaltung: „Es wird nicht hinterfragt, wie viel Platz in den vorhandenen Immobilien noch vorhanden ist“, sagte Arne Fries. Zudem sei er überzeugt davon, dass das Thema Home-Office in naher Zukunft mächtig Fahrt aufnehmen werde und müsse. Dazu müsse man die Mitarbeiter aber kennen „und nicht morgens in den Aufzug einsteigen, in den 13. Stock fahren und das war es dann“.

ÖPNV: Bekannt sei, so der CDU-Landratskandidat, dass die Verträge noch eine Laufzeit bis ins Jahr 2028 hätten. Nur: „Deshalb darf man das Thema nicht unangepackt lassen.“ Es gehe darum, sehr genau hinzuschauen – ob der ÖPNV privat oder unter kommunaler Regie laufe, sei nicht die entscheidende Frage: „Ausschlaggebend ist doch, dass wir die Frage in der Siegener Stadtmitte anders betrachten als in den ländlichen Kommunen.“

Erneuerbare Energien: Klare Kante des Freudenbergers auf Nachfrage von Windenergie-Investor Karl Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg: „Dass wir die erneuerbaren Energien dringend brauchen, wird doch niemand ernsthaft anzweifeln.“ Beim Beispiel Windenergieanlagen tendiere er dazu, „mehr zu genehmigen als zu verhindern, allerdings mit einer eindeutigen Rückbauverpflichtung“. Auch hier gelte: Der Dialog mit den unmittelbar Betroffenen sei ganz wichtig.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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