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Neues Führungstrio im Kirchenkreis
Lebbare Strukturen für Pfarrer schaffen

Der ehemalige Superintendent Stefan Berk übergab den Generalschlüssel für das Haus der Kirche an seine Nachfolgerin Simone Conrad – im Beisein von Peter Liedtke, Kerstin Grünert und Dieter Kuhli (hinten v. l.)
  • Der ehemalige Superintendent Stefan Berk übergab den Generalschlüssel für das Haus der Kirche an seine Nachfolgerin Simone Conrad – im Beisein von Peter Liedtke, Kerstin Grünert und Dieter Kuhli (hinten v. l.)
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vö Bad Laasphe. So ganz viel Zeit, sich in ihre neue Aufgabe hinein zu denken und zu finden, hat Simone Conrad nicht. Sie sehe sich gerade „mit einem Kessel Buntes“ konfrontiert, der sie überfalle. Aber: „Ich versuche, das gut zu sortieren.“ Dazu gehöre auch, dass sie ihre bisherige Kirchengemeinde in Birkelbach geordnet übergebe, machte die Wingeshäuserin am Dienstagmorgen beim Pressetermin im Bad Laaspher Gemeindehaus deutlich.
Fusion der KirchenkreiseUnd sie weiß, worauf es in den nächsten Wochen und Monaten ankommen wird – vor allem beim Thema einer möglichen Fusion mit dem Kirchenkreis Siegen. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Projektsteuerungsgruppe wolle man moderieren, erklären und die Menschen mitnehmen.

Bad Laasphe. So ganz viel Zeit, sich in ihre neue Aufgabe hinein zu denken und zu finden, hat Simone Conrad nicht. Sie sehe sich gerade „mit einem Kessel Buntes“ konfrontiert, der sie überfalle. Aber: „Ich versuche, das gut zu sortieren.“ Dazu gehöre auch, dass sie ihre bisherige Kirchengemeinde in Birkelbach geordnet übergebe, machte die Wingeshäuserin am Dienstagmorgen beim Pressetermin im Bad Laaspher Gemeindehaus deutlich.

Fusion der Kirchenkreise

Und sie weiß, worauf es in den nächsten Wochen und Monaten ankommen wird – vor allem beim Thema einer möglichen Fusion mit dem Kirchenkreis Siegen. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Projektsteuerungsgruppe wolle man moderieren, erklären und die Menschen mitnehmen. In Kürze gingen Schreiben an die Wittgensteiner Gemeinden heraus, wobei die Führung des Kirchenkreises gerne für Gespräche zur Verfügung stehe – sofern das in den Gemeinden gewünscht sei.

Superintendentin und Synodalassessor

Frisch im Amt ist nicht nur die Superintendentin. Neuer Synodalassessor ist der bisherige Stellvertreter Peter Liedtke, der damit Dieter Kuhli ablöst. Und auf den Stellvertreter-Posten rückt die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert. Entsprechend traf Pressesprecher Jens Gesper mit seiner Feststellung, dass das Führungsgremium auf allen Positionen verjüngt worden sei und Frauen deutlicher abgebildet würden, den Nagel auf den Kopf. Simone Conrad, die sich selbst als Interims-Superintendentin sieht, freute sich auf die anstehende Teamarbeit: „Ich habe Freude an Leitung und bin dankbar, dass wir im Team wirken.“

Entwicklung der Sozialräume

Peter Liedtke machte deutlich, dass es jetzt in den ersten Wochen darum gehe, die Arbeit auf breite Schultern zu legen. Er sehe diesem Neustart optimistisch entgegen. Kerstin Grünert stufte die Entwicklung der Sozialräume als einen Schwerpunkt der Arbeit ein, die ja die bisherigen Regionalräume abgelöst hätten: „Dieses Prinzip lebt davon, dass sich die Gemeinden untereinander abstimmen.“ Eigentlich sollten noch vor Ostern die Presbyterien besucht werden – doch bekanntermaßen sei Corona dazwischen gekommen. Die große Herausforderung bestehe darin, wie Gemeinden trotz weniger werdender Pfarrer-Kollegen noch zu bedienen seien: „Wir wollen nicht in die Lage kommen, dass wir gestaltet werden.“ Klar sei, so Simone Conrad, dass besagte Sozialräume noch mal eine ganz andere Verbindlichkeit hätten.

Die eigene Rolle finden

Sie sehe es als Aufgabe dieser Generation an, solche Strukturen für Pfarrer zu schaffen, die lebbar seien. „Findet eure eigene Rolle“, sagte der ehemalige Superintendent Stefan Berk in Richtung seiner Nachfolgerin und ihres Teams. Denn: Leitung in kleinen Systemen sei immer personenabhängig: „Das ist sicherlich die Chance, Dinge nach vorne zu stellen, die mir weggerutscht sind.“
Die Kultur des Wandels sei etwas grundsätzlich Evangelisches, so Stefan Berk: „Ich vertraue darauf, dass viele Menschen hier bereit sind, Kirche mitzutragen.“ Der Weg hin zu einer Fusion mit dem Kirchenkreis Siegen sei definitiv ein offener Weg.

Weg gemeinsam gehen

Dieter Kuhli, der bisherige Synodalassessor, appellierte an seine Kollegen im Kirchenkreis, „dass wir immer wieder schauen müssen, ob und wie dieser Weg gemeinsam zu gehen ist“. Er kenne die Evangelische Kirche so, dass nicht von oben herab bestimmt werde: „Wir müssen und dürfen die Sache selbst in die Hand nehmen und sollten es nicht auf Andere abschieben.“

Pfarrkonferenz stellt die ersten Weichen für Weihnachten Kerstin Grünert, neue stellv. Synodalassessorin des Kirchenkreises Wittgenstein, stellte während der Corona-Krise eine ganz neue Aufmerksamkeit für Kirche fest: „Wann zuvor wurden wir schon einmal mit Baumärkten verglichen?“ Die Fragestellung, warum die Menschen zwar im Baumarkt einkaufen dürfen, dagegen Gottesdienste aber ausfallen müssen, habe die Menschen beschäftigt. Sie finde es beeindruckend, so die Erndtebrücker Pfarrerin beim Pressetermin am Dienstagmorgen im Gemeindehaus Bad Laasphe, was die Gemeinden quasi von einem Tag auf den anderen auf die Beine gestellt hätten. Beispiel Ostern: Gottesdienste hätten zwar nicht stattfinden dürfen, dafür seien aber sehr kreative Alternativen angeboten worden. Dass man jetzt für Weihnachten sehr viel mehr Vorbereitungszeit habe, sei „Fluch und Segen zugleich“. Klar sei, dass die neue Situation von funktionierenden Gemeinden angepackt werde, freute sich Kerstin Grünert. Wer letztlich die schönste Outdoor-Location für Weihnachten aus dem Hut zaubere, sei zunächst einmal zweitrangig; „Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche.“ Simone Conrad, die neue Superintendentin des Kirchenkreises Wittgenstein, kündigte an, dass in der nächsten Woche eine Wittgensteiner Pfarrkonferenz stattfinde, bei der es auch um das Thema Weihnachten gehe. Zum einen wolle man gemeinsam auf das schauen, was die Landeskirche bereits auf den Tisch gelegt habe, „natürlich wollen wir auch eigene Ideen miteinander entwickeln“. Das Gespräch untereinander mache stark, betonte die Wingeshäuserin. Das sei gerade in einer Zeit notwendig, in der sich die persönlichen Kontakte verschoben hätten. Telefonate, soziale Medien und Videokonferenzen hätten sicherlich neue Möglichkeiten aufgezeigt. Davon werde man sicherlich auch einiges beibehalten. Aber natürlich könne ein Telefonat nicht ein persönliches Gespräch ersetzen – beispielsweise beim Trauergespräch. Simone Conrad: „Wir werden wieder neue Nähe lernen müssen, nachdem wir ja auch lernen mussten, Distanz zu halten.“
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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