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Überraschender Fund in Bad Laasphe
Lehrerin findet 2500 Jahre alte Glasperle

Diese 2500 Jahre alte Glasperle wurde vermutlich in Böhmen hergestellt und fand über das europäische Handelsnetz der Eisenzeit ihren Weg nach Laasphe.
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  • Diese 2500 Jahre alte Glasperle wurde vermutlich in Böhmen hergestellt und fand über das europäische Handelsnetz der Eisenzeit ihren Weg nach Laasphe.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vc Bad Laasphe. Eine Aneinanderkettung von glücklichen Zufällen führte jetzt dazu, dass eine rund 2500 Jahre alte Glasperle ihren Weg zum ehemaligen Boden- und Denkmalpfleger Günter Radenbach nach Berghausen fand. Der Experte für die Eisenzeit in der Region zeigte sich begeistert – auch angesichts des Fundortes.
Eigentlich war Sarah Kolb spazieren. Die Umgebung am Forsthaus Hirtsgrund in Bad Laasphe ließ auf den ersten Blick nichts Besonderes vermuten. „Dort fanden Erdarbeiten statt. Bei einem flüchtigen Blick auf den Boden sah ich es blau aufblitzen“, erzählte die Lehrerin der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg.
Der Fund kam ihr merkwürdig vor, und sie nahm die kleine blaue Perle mit nach Bad Berleburg.

vc Bad Laasphe. Eine Aneinanderkettung von glücklichen Zufällen führte jetzt dazu, dass eine rund 2500 Jahre alte Glasperle ihren Weg zum ehemaligen Boden- und Denkmalpfleger Günter Radenbach nach Berghausen fand. Der Experte für die Eisenzeit in der Region zeigte sich begeistert – auch angesichts des Fundortes.
Eigentlich war Sarah Kolb spazieren. Die Umgebung am Forsthaus Hirtsgrund in Bad Laasphe ließ auf den ersten Blick nichts Besonderes vermuten. „Dort fanden Erdarbeiten statt. Bei einem flüchtigen Blick auf den Boden sah ich es blau aufblitzen“, erzählte die Lehrerin der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg.
Der Fund kam ihr merkwürdig vor, und sie nahm die kleine blaue Perle mit nach Bad Berleburg. „In der Schule zeigte mir die Kollegin die Perle – und ich wusste sofort, dass ich so etwas schon einmal bei meinem Vater gesehen hatte“, sagte Teja Radenbach, der die Perle nach Berghausen brachte, wo Günter Radenbach den Fund untersuchte. Dass es eine Perle aus der Eisenzeit weit vor der Zeitenwende war, hätte die Finderin aus Weidenhausen nicht vermutet.
So führte der Weg der Perle in ein kleines Schächtelchen, in dem bereits verschiedene Glasperlen lagerten. „Diese Perlen wurden in den letzten 50 Jahren gefunden. Neben Hunderten Scherben und anderen Funden sind sie sehr selten – und nun dieser Neufund, ausgerechnet in Bad Laasphe“, freute sich Günter Radenbach. Die Fundlage beim Forsthaus Hirtsgrund ließ den Berghäuser vermuten, dass der Hirtsgrund einmal ein eisenzeitlicher Siedlungsplatz gewesen sein könnte.
„Terrassen, ein Quellgebiet und die geschützte Lage – wenn ich in der Eisenzeit irgendwo hätte wohnen wollen, dann im Hirtsgrund“, meinte Günter Radenbach augenzwinkernd. Es sei nun, neben dem Auerbachtal in Feudingen, der zweite mögliche Siedlungsort auf dem Grund und Boden der Stadt Laasphe. Man habe schon zahlreiche Hinweise auf Siedlungen auf Erndtebrücker und Bad Berleburger Gebiet gefunden. Aber in Bad Laasphe sei dies etwas Besonderes.
Die Perle selbst war nicht glatt gearbeitet, aber durch ihre Lufteinschlüsse vor allem im Gegenlicht faszinierend anzusehen. Es sei möglich, dass sie vom Niederrhein stamme, meinte Günter Radenbach. Doch er gehe davon aus, dass die kobalt-blaue Perle ihren Weg von Böhmen bis nach Laasphe gefunden habe. „Das passt. Dort sind die entsprechenden Lagerstätten des Rohmaterials“, so Teja Radenbach.
In der Schule zeigte mir die Kollegin die Perle – und ich wusste sofort, dass ich so etwas schon einmal bei meinem Vater gesehen hatte.
Teja Radenbach
Lehrer in Bad Berleburg
Dass die Perle bis nach Laasphe kam, bezeugt für Günter Radenbach vor allem eines: „Wer dort siedelte, beschäftigte sich mit Mode und Handel, war weltoffen. Solch ein Fund ist für die kulturhistorischen Zusammenhänge sehr wichtig.“ Es sei eine Kultur gewesen, die Waren importierte. Der älteste nachgewiesene Fund einer Glasperle stamme aus dem Gräberfeld bei Birkefehl. „Da fand sich noch Bronze an der Perle – ein Nachweis, dass sie als Schmuck getragen wurde.“

Diese 2500 Jahre alte Glasperle wurde vermutlich in Böhmen hergestellt und fand über das europäische Handelsnetz der Eisenzeit ihren Weg nach Laasphe.
Günter Radenbach, Sarah Kolb und Teja Radenbach sind froh über den Fund im Hirtsgrund bei Bad Laasphe. Er lässt Rückschlüsse auf die Eisenzeit und auf einen möglichen Siedlungsplatz in Laasphe zu.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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