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Bürgerbusverein feiert Geburtstag
„Luftige“ Fahrten vor genau 20 Jahren

Nächster Halt: Königstraße. Der Bürgerbus hat sich in der Lahnstadt seit den Anfängen vor genau 20 Jahren fest etabliert. Am Donnerstag erinnerte der Verein in gemütlicher Runde an die Anfänge.
  • Nächster Halt: Königstraße. Der Bürgerbus hat sich in der Lahnstadt seit den Anfängen vor genau 20 Jahren fest etabliert. Am Donnerstag erinnerte der Verein in gemütlicher Runde an die Anfänge.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Was für ein Glück, dass die Corona-Inzidenz rechtzeitig so niedrig ist. Und was für ein Glück, dass die Fahrer des Bad Laaspher Bürgerbusvereins alle „Drei-G“ sind. So konnten sie am Donnerstagabend immerhin in einem gastronomischen Betrieb der Stadt ein Bierchen trinken und ein Schnitzel essen – sozusagen im Vorgriff auf den 20. Geburtstag am heutigen Freitag. Der Bürgerbus ist aus der Lahnstadt nicht mehr wegzudenken. Heute müsste man Achim Walder aus Kreuztal nochmal dankbar sein.

Der hatte nicht nur die Erfahrungen aus dem Siegerland nach Bad Laasphe gebracht und damals den ersten Vorsitz in der Wittgensteiner Bürgerbus-Kommune übernommen. Nein, er sorgte auch dafür, dass die Laaspher auch die ersten Haltestellenschilder bekamen – nämlich die alten aus Kreuztal.

howe Bad Laasphe. Was für ein Glück, dass die Corona-Inzidenz rechtzeitig so niedrig ist. Und was für ein Glück, dass die Fahrer des Bad Laaspher Bürgerbusvereins alle „Drei-G“ sind. So konnten sie am Donnerstagabend immerhin in einem gastronomischen Betrieb der Stadt ein Bierchen trinken und ein Schnitzel essen – sozusagen im Vorgriff auf den 20. Geburtstag am heutigen Freitag. Der Bürgerbus ist aus der Lahnstadt nicht mehr wegzudenken. Heute müsste man Achim Walder aus Kreuztal nochmal dankbar sein.

Der hatte nicht nur die Erfahrungen aus dem Siegerland nach Bad Laasphe gebracht und damals den ersten Vorsitz in der Wittgensteiner Bürgerbus-Kommune übernommen. Nein, er sorgte auch dafür, dass die Laaspher auch die ersten Haltestellenschilder bekamen – nämlich die alten aus Kreuztal. Aber darüber später mehr.

Aller Anfang ist schwer

Der aktuelle Vorsitzende Günter Rothenpieler erinnerte an die erste Fahrt am 11. Juni 2001, die Arno Vomhof als „Pionier“ vornahm. Fünf Linien gab es seinerzeit, die waren mitunter „abenteuerlich“, wie Günter Rothenpieler wusste. Und nicht alle waren von Erfolg gekrönt – schon gar nicht die Waldweg-Route oder bis ins Laasphetal. „Anfangs war die Gästezahl nicht so berauschend, heute hat sich das eingependelt“, formulierte Günter Rothenpieler. Arno Vomhof fand da mit einem Lachen eine etwas andere Formulierung: Viele Bürger hätten ihn damals darauf angesprochen: „Ihr fahrt ja nur heiße Luft“. Das habe einem wehgetan, so Arno Vomhof.

"Anfangs war die Gästezahl nicht so berauschend, heute hat sich das eingependelt."
Günter Rothenpieler
Vorsitzender Bürgerbusverein

Zumal man sich ja ehrenamtlich für die Sache eingesetzt habe. Ab dem 1. März 2002 wuchs übrigens die Erkenntnis, dass der Stundentakt des Bürgerbusses Sinn macht und günstig ist. Irgendwann kristallisierten sich dann drei Linien heraus: Niederlaasphe nach Puderbach, Schlossberg in die Wallachei und die Feldberg-Tour.

„Was keiner weiß: Der erste Mitfahrer lässt sich nicht mehr ergründen“, scherzte Günter Rothenpieler. Mit 15 Fahrern startete der Verein vor 20 Jahren, von denen sind inzwischen vier verstorben. Das Erfreuliche aber: Gut die Hälfte der Männer der ersten Stunde sind auch heute noch als Bürgerbus-Fahrer aktiv. Zurzeit fahren 19 Männer und Frauen den Bürgerbus – „eine Zahl, mit der man leben kann“, so Günter Rothenpieler.

Gemeinschaftsgefühl bis heute

Arno Vomhof erzählte darauf noch einmal die Geschichte mit den Schildern. Achim Walder hatte Zuschüsse für die Ausstattung der Kreuztaler Fahrtwege beantragt und erhalten. Dafür musste das alte Material abgebaut werden. Da kam Bad Laasphe gerade richtig. „Wir fuhren mit mehreren Leuten hin und montierten die Schilder ab. Am Kreuztaler Bahnhof fand ich sogar auf einem Betonüberstand eine Frauenhandtasche. „Am Anfang hatten wir viel Arbeit, Gemeingeist und Ehrenamt. Aber das Gemeinschaftsgefühl ist heute noch sehr ausgeprägt“, verriet Günter Rothenpieler.

Er selbst könne berichten, dass er eine große Dankbarkeit der Mitfahrer erlebe. Heute läuft das Bürgerbus-Projekt von einst durchaus erfreulich. Die Zahlen sind gut, die Fahrer und Gäste zufrieden. „Wir wissen ja inzwischen, wer wo an welcher Haltestelle und zu welcher Zeit steht und einsteigt“, rief ein Fahrer in die Runde. 850 Gäste transportierte der Bürgerbus in Spitzenzeiten, zuletzt waren es rund 550 bis 600 – freilich auch der Corona-Krise geschuldet. Arno Vomhof fiel auf, wie sehr sich doch die Zeiten verändert hätten.

Es ginge noch mehr...

Damals sei es dem Bürgerbusverein ein Anliegen gewesen, ein Angebot für Kinder und Jugendliche vorzuhalten. Heute könnten die zum Beispiel die Zehnerkarte für 5 Euro locker nutzen. Stattdessen werde jedes Kind von Mutter und Vater überall hingefahren. „Für 50 Cent könnten die Kinder und Jugendlichen am Tag mehrfach mit dem Bürgerbus zum Spiel- oder Sportplatz, zum Schwimmbad oder in die Stadt fahren“, so Arno Vomhof.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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