Macht so weirer, ihr Weirer!

Weide feierte am Wochenende zwei Tage lang sein 300-jähriges Bestehen mit vielen Gästen, schönem Wetter und bei toller Stimmung

BW Weide. Für Zugereiste und Zugezogene war es am Samstagabend in Weide – oder sagen wir besser: in der Weide –– nicht immer ganz einfach. Es wurde viel Platt geschwätzt beim Festkommers zum 300. Geburtstag der Ortschaft auf den Höfen des Oberen Lahntals. Gleich am Anfang gaben Ortsvorsteherin Regina Althaus und ihr Dolmetscher Bernd Hackler den Ton für den Abend vor: Härer Regina begrüßte die rund 400 Gäste im voll besetzten Festzelt auf Hochdeutsch, Drechselersch Bernd übersetzte mehr oder aber auch weniger wörtlich auf Platt. Aus der Begrüßung der Ehrengäste wurde so: »Genowend, Paul. Genowend, Robert.« Der Rest ging im sehr lauten Gelächter von Paul Breuer, Robert Gravemeier und allen anderen Gästen unter.

Die Angesprochenen überbrachten ihre Glückwünsche zum runden Dorfgeburtstag – Landrat Paul Breuer versuchte sich sogar selbst am Platt und berichtete hierbei von einem Gespräch in Schwarzenau und einer Frage, die sich dort stellte: »Wie kemmt ma da no Weire?« Sicherlich hat trotz der Erklärung des Landrats kein Schwarzenauer den Weg nach Weide gefunden, überaus zufriedenstellend und über jede der kühnsten Erwartungen der Weider Organisatoren war das Weide-Fest jedoch dennoch. An beiden Festtagen war das Zelt bis auf wenige Plätze besetzt, den Pfingstsonntag verbrachten darüber hinaus viele Gäste bei schönem Wetter vor dem Zelt. Insgesamt kamen an den beiden Tagen mehr als 1000 Gäste.

Einige brachten natürlich auch Geschenke mit: Sei es in flacher Form, als Baum oder aber als Ruhebank, die der Laaspher Bürgermeister Robert Gravemeier höchstpersönlich mit dem Laster des Bauhofs nach Weide brachte. Er lobte die Dorfbevölkerung für ihr Engagement beim Jubiläumsfest und vor allem für die Eigenständigkeit der Weider. »Für ein kleines Dorf haben sie sehr viel auf die Beine gestellt«, sagte Robert Gravemeier – und stand mit seiner Meinung natürlich nicht allein da. Er habe Hochachtung, ergänzte Paul Breuer, für all jene Helfer, die für dieses Jubiläumsfest die Ärmel hochgekrempelt hätten. Ihre Glückwünsche überbrachten außerdem die örtlichen Vereine, die Oberlahntaler Ortsvorsteher durch den Großenbacher Willi Dreisbach sowie Gerd Karpf vom Wittgensteiner Heimatverein.

Die Weider Entstehungsgeschichte beleuchtete Festredner und Heimatforscher Eberhard Bauer, der vor allem zwei wesentliche Punkte herausarbeitete: Weide kann als einer von wenigen Wittgensteiner Ortschaften von sich zum einen behaupten, sein Gründungsjahr genau zu wissen, denn der ausschlaggebende Bittbrief von Johannes Haßler an den Grafen war die Grundlage für die Besiedlung von Weide. Und zum anderen hatten die Kanonisten gegenüber den Menschen in anderen Ortschaften einige Privilegien, da sich diese Kanonisten in wüster Landschaft ansiedelten. Nicht zuletzt ist Weide wohl die erste echte Kanonsiedlung, erklärte Eberhard Bauer im Festzelt.

Neben den Worten und Gratulationen war in der 300-Jahr-Feier ziemlich viel Musik drin. Singend zum Geburtstag gratulierten der Männergesangverein »Lyra« aus Rückershausen und die Landfrauen Rückershausen/Weide am Samstag sowie der Laaspher Chor »PopCHORn« beim Familientag am Sonntag. Den langen Samstagabend begleiteten die »Jungen Wittgensteiner«, am Sonntag gaben die Wittgensteiner Alphornfreunde vor dem herrlichen Weider Panorama ein Platzkonzert. Der Festsonntag begann aber mit einem Feldgottesdienst mit Gemeindepfarrer Matthias Gleibe und dem Posaunenchor Oberndorf. Ortsvorsteherin Regina Althaus war mit dem Jubiläumsfest natürlich mehr als zufrieden, denn mit solch einer Resonanz hatten wohl die wenigsten Weider gerechnet.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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