Hilfe für Opfer der Flutkatastrophe
Martin Vahland aus Banfe dankt Spendern und Helfern

Viele Menschen im Ahrtal stehen sprichwörtlich vor den Trümmern ihrer Existenz. Durch die enorme Hilfsbereitschaft von Menschen aus ganz Deutschland schöpfen sie wieder Hoffnung.
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  • Viele Menschen im Ahrtal stehen sprichwörtlich vor den Trümmern ihrer Existenz. Durch die enorme Hilfsbereitschaft von Menschen aus ganz Deutschland schöpfen sie wieder Hoffnung.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Banfe. Wenn man davon spricht, dass nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine regelrechte Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt hat, dann ist Martin Vahland nicht ganz unschuldig daran: Der Banfer organisierte noch aus seinem Urlaub an der Ostsee heraus eine Hilfsaktion, die durchaus Maßstäbe setzen sollte. In der Banfer Festhalle türmten sich Kleidungsstücke, Möbel, Lebensmittel, Decken und Werkzeug (die Siegener Zeitung berichtete).

Martin Vahland mit Verlauf der Spendenaktion für Flutopfer zufrieden

Er sei überaus dankbar dafür, dass Bernd Kleikamp, der 1. Vorsitzende des Vereins für Kultur, Sport und Freizeitgestaltung, spontan und ohne Auflagen die Banfer Festhalle zur Verfügung gestellt habe. Und: „Es hat mich beeindruckt, wie viele Menschen gespendet und wie viele Freiwillige mit angepackt haben. Einfach klasse.“ Jede Menge Sponsoren hätten außerdem auf Anhieb mit ins Rad gegriffen. Der Unternehmer, der sich auf Haus- und Wohnungsentrümpelungen spezialisiert hat, macht im SZ-Gespräch deutlich, dass er mit dem Verlauf der Hilfsaktion absolut zufrieden sei – und sich weitere Initiativen gut vorstellen könne.

Martin Vahland steuerte den dritten Transport selbst ins Krisengebiet.

Im Katastrophengebiet werden keine Lebensmittel benötigt

Nur: „Es muss sichergestellt sein, dass die Spender wissen, wohin ihre Sachen kommen.“ Der erste 30-Tonner mit Banfer Hilfsgütern – zur Verfügung gestellt vom Unternehmen C+P – fuhr nach Marburg, um sich dort der HR3-Aktion für die Flutopfer anzuschließen. Der zweite Lkw, diesmal vom Holzenergie-Lieferanten Schulte Fecks aus Eslohe, steuerte ebenfalls die Zwischenstation Marburg an, um dann weiter ins Krisengebiet geleitet zu werden. Beim dritten Transport mit seinem Kleinbus saß Martin Vahland selbst am Steuer. An Bord: Desinfektionsmittel, 600 Eimer, Verbandsmaterial, Hygieneartikel und jede Menge Wasser, viele Produkte davon gespendet vom Raiffeisen-Westmarkt in Bad Laasphe.

Der Banfer wollte eigentlich in Dernau abladen, wo viele Wittgensteiner Helfer im Einsatz waren. Doch dort waren die Lagerkapazitäten erschöpft. Über Ahrweiler gelangte er schließlich nach Bad Neuenahr, wo er beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) dankbare Abnehmer für seine Transporter-Ladung fand. „Über mehrere Helfer versuchen wir eigentlich immer, den Kontakt zum DRK und zur Feuerwehr nicht abreißen zu lassen.“ Dort habe er auch erfahren, so Martin Vahland, dass derzeit keine weiteren Lebensmittel – mit Ausnahme von frischem Wasser – benötigt würden, weil Märkte wie Aldi oder Netto in der Region wieder geöffnet seien.

"An der Zeit, einfach etwas zurückzugeben"

Dafür fehle es an anderen Artikeln wie Baumaterial und Werkzeug. Gefragt außerdem: Gaskocher. Die Menschen sehnten sich danach, zumindest etwas Normalität zurückzugewinnen. Und das fange schon damit an, dass man sich möglicherweise eine Dose Ravioli heiß mache statt täglich an der Suppenküche des Roten Kreuzes anstehen zu müssen. Wenn sich die Möglichkeit ergebe, Gaskocher und Brennstoff ins Flutgebiet zu transportieren, werde man die Chance selbstverständlich nutzen.

Die Dankbarkeit der Betroffenen drückt sich in vielfältiger Weise aus.

Dass sich der Banfer so intensiv für die Flutopfer im Ahrtal ins Zeug legt, hat auch mit seiner persönlichen Geschichte zu tun. Er kenne die Gegend seit 2014 und 2015 sehr gut, als er in Ahrweiler wegen seiner Depressionen behandelt worden und als Wanderer viel in der Umgebung unterwegs gewesen sei. Sowohl die Region, als auch die Menschen habe er kennen und schätzen gelernt. „Jetzt ist es einfach an der Zeit, etwas zurückzugeben.“

Kleidung kann dem DRK auch zu freien Verwendung zur Verfügung gestellt werden

Das tue er beispielsweise für einen befreundeten Antiquitäten-Händler aus Ahrweiler, der seine Geschäftsgrundlage komplett verloren habe. Dessen Wunsch, nach den ersten Wochen einfach mal ein paar Tage „raus zu kommen“, habe er erfüllen können, so Martin Vahland. Das Waldhotel Haferkiste habe spontan Übernachtungsmöglichkeiten für die Familie des Antiquitäten-Händlers zur Verfügung gestellt.

Ein Hinweis liegt dem Banfer noch am Herzen: Große Mengen an gespendeter Kleidung lagerten noch in der Schützenhalle Herbertshausen ein, weil es bislang keine Möglichkeit gegeben habe, diese vor Ort an der Ahr abzugeben. Alle Lager seien derzeit an der Kapazitätsgrenze: „Ich kann nicht allen Spendern garantieren, dass die Kleidung auch bei den Flutopfern vor Ort Verwendung findet, weil das Spendenaufkommen aus ganz Deutschland gewaltig ist.“ Alternativ werde man die Kleidung dem DRK zur freien Verwendung zur Verfügung stellen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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