Maßstabsgetreu etwas übers Leben lernen

Der Rüppershäuser Julian Schaumann züchtet schon seit drei Jahren Kaninchen

JG Rüppershausen. Wenn Julian Schaumann zuhause vor die Tür geht, dann steht er in einer – selbst für Wittgensteiner Verhältnisse – seltenen Idylle: Im Teich ziehen japanische Kois ihre Runden, auf der benachbarten Weide blöken seltene Coburger Fuchsschafe, während die Hühner gackern, eine Katze über den Hof streift und der Berner Sennenhund Cora aufpasst, dass sich niemand dem Haus unangemeldet nähert. In eigenen Ställen wuseln Kaninchen herum. Tiere gehören für die Familie Schaumann einfach zum Leben dazu. Und aus dieser Atmosphäre heraus entschloss sich Julian vor drei Jahren, Kaninchen zu züchten. Damals war er gerade mal zehn Jahre alt.

Gleich ein Ehrenpreis im ersten Jahr

Mit zwei Häsinnen fing alles an. Die beiden grauen Widderzwerge ließ Julian am Jahresanfang decken, so dass zum ersten großen Züchter-Termin der Saison die insgesamt acht Jungen schon springlebendig waren: In Wittgenstein ist dieser erste große Termin traditionell das Stünzelfest Anfang Juni. Und direkt im ersten Jahr gab es schon einen Ehrenpreis für den Jungzüchter Julian. Bewertungsgrundlagen waren dabei das Gewicht, die Körperform, das Fell und ganz einfach der allgemeine Pflegezustand der Tiere. Und gute Ergebnisse gibt es hier nicht einfach so, da muss der Züchter schon etwas für tun: Jeden Abend bekommen Tiere frisches Gras, Heu, gepresstes Trockenfutter, im Winter gibt es Futtermöhren. Zweimal am Tag brauchen die Kaninchen frisches Wasser, alle 14 Tage muss der Stall saubergemacht werden. Und in der Hochphase waren es knapp 20 Tiere, für die Julian die Verantwortung hatte.

Der Letzte der ganz jungen Garde

Gemeinsam mit ihm hatten einige Kinder beim Kaninchenzuchtverein–»Oberes Lahntal« angefangen. Mittlerweile ist von der ganz jungen Garde nur der 13-Jährige übrig geblieben. Zur Zeit hat er noch sieben junge und vier alte Kaninchen im Stall. Weil der Nachwuchs in diesem Jahr ein wenig spät kam, setzt er diesmal bei den Ausstellungen aus, obwohl er als Züchter sogar Landesschau-Erfahrung gesammelt hat. Aber selbst wenn die glücklichen Momente und Erfolge überwogen, so gab es auch andere Erlebnisse: Einmal etwa brachte eine Häsin ausschließlich tote Junge zur Welt – und das nach 30 Tagen der Vorfreude auf den neuen Wurf. Im kleinen Maßstab hat Julian so mit seinen Tieren viel über das wahre Leben gelernt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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