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Persönliches Budget
Mehr Freiheit und Teilhabe gewährleisten

Eine Wanderausstellung im Bad Laaspher Rathaus befasst sich noch bis Freitag mit dem Thema „Persönliches Budget“.
  • Eine Wanderausstellung im Bad Laaspher Rathaus befasst sich noch bis Freitag mit dem Thema „Persönliches Budget“.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Erndtebrück. Wenn Kinder Taschengeld bekommen, dann verfügen sie über ihr eigenes, persönliches Budget. Dann liegt es in ihrer Hand, was sie wofür ausgeben. Zum Tragen kommen hier natürlich pädagogische Aspekte wie Selbstständigkeit und Vertrauen. Ähnlich ist es bei Menschen mit Behinderungen, die nicht erst seit dem Bundesteilhabegesetz und dem Begriff der Inklusion unterstützt werden sollen. Seit 2008 gibt es das sogenannten „Persönliche Budget“ – bislang ist das Thema noch nicht so richtig in der Öffentlichkeit angekommen. Oder anders: Kostenträger tun sich schwer, den Paradigmen-Wechsel zu vollziehen: weg von den gesteuerten Dienstleistungen hin zur Selbstbestimmung.

howe Erndtebrück. Wenn Kinder Taschengeld bekommen, dann verfügen sie über ihr eigenes, persönliches Budget. Dann liegt es in ihrer Hand, was sie wofür ausgeben. Zum Tragen kommen hier natürlich pädagogische Aspekte wie Selbstständigkeit und Vertrauen. Ähnlich ist es bei Menschen mit Behinderungen, die nicht erst seit dem Bundesteilhabegesetz und dem Begriff der Inklusion unterstützt werden sollen. Seit 2008 gibt es das sogenannten „Persönliche Budget“ – bislang ist das Thema noch nicht so richtig in der Öffentlichkeit angekommen. Oder anders: Kostenträger tun sich schwer, den Paradigmen-Wechsel zu vollziehen: weg von den gesteuerten Dienstleistungen hin zur Selbstbestimmung. Am Mittwochabend lud die Senioren-Service-Stelle der Stadt Bad Laasphe in den Sitzungssaal des Rathauses ein – zum einen, um zunächst im Foyer die Wanderausstellung zum „Persönlichen Budget“ anzuschauen, zum anderen, um zwei Vorträge zu erleben.

Maike Thielmann von der Senioren-Service-Stelle und Fachbereichsleiter Volker Kohlberger hatten den Kontakt zu Christiane Rischer vom Kompetenzzentrum „Selbstbestimmt Leben“ (KSL) des Regierungsbezirks Arnsberg und Jan-Frederik Fröhlich von der Teilhabe-Beratung Siegen-Wittgenstein hergestellt. Dabei sollte es darum gehen, dem interessierten Publikum, zum Teil auch Menschen mit Behinderungen, das „Persönliche Budget“ vorzustellen. „Der Mensch bekommt das Geld aufs Konto, um die von ihm benötigten Hilfen einzukaufen“, brachte es die Diplom-Psychologin Christiane Rischer auf den Punkt. Die Menschen seien so in der Lage, ihr Leben zu gestalten. Es geht also um die Selbstbestimmung. Per Vertrag werden Ziele formuliert und Leistungen benannt. Der Leistungsnehmer kümmert sich mit seinem Budget um die Umsetzung. „Das fördert die Selbstbestimmung, braucht aber auch ein Umdenken bei den Kostenträgern und Dienstleistern. Schließlich können bei diesem Modell auch Hilfeleistungen „jenseits des Behindertensystems“ eingekauft werden. Die Unterstützung könne auch außerhalb der Behindertenhilfe stattfinden. Will heißen: Der Fahrdienst muss dann nicht mehr der Behindertenfahrdienst sein. Das kann auch über ein Taxi geregelt werden.

Das Spektrum der Leistungen ist groß: Wohnen, Betreutes Wohnen, Haushaltshilfe, Pflege oder Assistenz, auch KfZ-Hilfe, berufliche Anpassung oder Ausbildung und Berufsvorbereitung, ebenso Heil- und Hilfsmittel, Reha, häusliche Krankenpflege oder Fahrtkosten – um nur die wichtigsten Dinge zu nennen. Die Wanderausstellung untermalte am Mittwochabend die Vorträge. Hier kommen Menschen zu Wort, die ihr Persönliches Budget beantragt und erhalten haben. „Wohnheim und Pflegedienst, das ist alles nach Schema ’F’“. Er könne sich die Helfer jetzt selbst aussuchen, stellte ein Mann mit Behinderung fest. „Wir sind nicht mehr in der Rolle der Bittsteller“, wusste eine Frau zu berichten. Auch für die Assistenten, so erfuhren die Teilnehmer in einem kurzen Video, ergeben sich zahlreiche Vorteile. Von „reizvoller, persönlicher Arbeit und klaren Aufträgen“ war die Rede. Das KSL bietet Broschüren und Informationen zum Thema, die Teilhabe-Beratung für Siegen-Wittgenstein stehe ebenfalls zur Verfügung.

Wo es noch hängt, das kristallisierte sich während der Veranstaltung heraus: Zwar können sogenannten Budget-Berater in das Antragsverfahren mit eingebunden werden, um die Antragsteller zu unterstützen, „das ist aber erst noch ein Markt, der erschlossen werden muss.“ Es gibt nämlich so gut wie keine.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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