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Städtisches Gymnasium Bad Laasphe
Meister der Zahlen feiern den ganz großen Coup

Studiendirektor Steffen Roth (2. v. l.) freute sich mit (v. l.) Mohamed Taher Khazuran, Ole-Samuel Witt und Lea Grübener über deren großen Erfolg. Foto: Timo Karl
  • Studiendirektor Steffen Roth (2. v. l.) freute sich mit (v. l.) Mohamed Taher Khazuran, Ole-Samuel Witt und Lea Grübener über deren großen Erfolg. Foto: Timo Karl
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tika Bad Laasphe. Als die Jury die Ergebnisse bekanntgab, erlebten drei Schüler des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe eine Achterbahnfahrt der Emotionen. „Auf Platz 4 ist das Städtische Gymnasium – und in dem Moment dachten wir, dass wir raus sind. Das war kurz enttäuschend. Wir wollten den 4. Platz nicht“, erinnerte sich Lea Grübener. Am Ende sollten die 15-jährige Feudingerin, der 16-jährige Banfer Ole-Samuel Witt und der 18-jährige Biedenkopfer Mohamed Taher Khazuran ihren Ohren kaum trauen. Das „Gymbala“-Trio war Landessieger beim „Macht-Mathe-Wettbewerb“ der Grundkurs-Schüler – das zitierte Städtische Gymnasium war irgendeines aus Nordrhein-Westfalen, nicht aber das aus Bad Laasphe.

tika Bad Laasphe. Als die Jury die Ergebnisse bekanntgab, erlebten drei Schüler des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe eine Achterbahnfahrt der Emotionen. „Auf Platz 4 ist das Städtische Gymnasium – und in dem Moment dachten wir, dass wir raus sind. Das war kurz enttäuschend. Wir wollten den 4. Platz nicht“, erinnerte sich Lea Grübener. Am Ende sollten die 15-jährige Feudingerin, der 16-jährige Banfer Ole-Samuel Witt und der 18-jährige Biedenkopfer Mohamed Taher Khazuran ihren Ohren kaum trauen. Das „Gymbala“-Trio war Landessieger beim „Macht-Mathe-Wettbewerb“ der Grundkurs-Schüler – das zitierte Städtische Gymnasium war irgendeines aus Nordrhein-Westfalen, nicht aber das aus Bad Laasphe. Bei der Veranstaltung im „QUA-LiS“ in Soest setzten sich die Pennäler dabei gegen Mitstreiter durch, die bis zu drei Jahren älter waren – und damit über deutlich mehr Erfahrung verfügten.

„Die NRW-Ausscheidung in Soest zu erreichen, war eine Sensation für unsere Schule“, berichtete Steffen Roth. Nachdem der betreuende Studiendirektor die Ergebnisse des Schulentscheides zur Bewertung an die Jury gesendet hatte, hatte er nicht mit einer Qualifikation gerechnet. Beim Blick auf die Liste der insgesamt 120 Gruppen las er in aller Bescheidenheit rückwärts. „Ich habe unsere Schule erst nicht entdeckt – und dann plötzlich gesehen, dass wir für Soest qualifiziert sind“, stand dem Mathematiklehrer die Freude am Mittwoch noch immer ins Gesicht geschrieben – das „Gymbala“ rangierte dabei unter den Top 8. Auf Landesebene allerdings übertrafen die drei Schüler dann alle Erwartungen und setzten sich sensationell gegen die starke Konkurrenz durch.

Nun treten sie am Freitag und Samstag, 13. und 14. März, im niederländischen Garderen bei Amsterdam im internationalen Vergleich an. Ein Erfolg, von dem die Schule nicht zu träumen gewagt hätte – und der einmalig in der Geschichte des Städtischen Gymnasiums ist. „Das ist eine außergewöhnliche Geschichte, ein außergewöhnlicher Erfolg. Ich war sprachlos – und das kommt nicht oft vor“, bekannte Schulleiterin Corie Hahn nach dem Landessieg im Rahmen der Wettbewerbsklasse A-lympiade für Grundkurs-Schüler – für solche aus Leistungskursen gibt es die Wiskunde-B.

In den vergangenen Jahren hatten Schüler des „Städtischen“ immer wieder den Landesentscheid um wenige Punkte verpasst, diesmal reichte es zum Coup. In acht Zeitstunden hatte sich das erfolgreiche Trio in der Schulausscheidung mit angewandter Mathematik beschäftigt. Konkret ging es um geometrische Orts- und Treffpunktbestimmungen. Beim Landesentscheid stand dann der Klimawandel im Fokus – und damit die Berechnung von CO2-Bindungspotenzialen sowie des Meeresspiegelanstiegs. „Bevor wir eine Gleichung für den Meeresspiegelanstieg entwerfen konnten, mussten wir zunächst einmal viele Daten sammeln“, deutete Ole-Samuel Witt den hohen Aufwand an, den die Gruppe für den Erfolg betrieben hatte. Dazu standen ihnen professionelle Rahmenbedingungen im „QUA-LiS“ in Soest zur Verfügung, in dem ansonsten Lehrerfortbildungen stattfinden. Ein eigener Konferenzraum mit Beamer und genügend Raum zur Entfaltung beeindruckte die Gymnasiasten durchaus – blendete sie allerdings keinesfalls, wie das Resultat am Ende belegen sollte.

Anders als noch der Wettbewerb auf Schulebene, war der gegen Mitbewerber aus dem gesamten Bundesland auf zwei Tage ausgedehnt. So schlossen sich am zweiten Tag Berechnungen zur optimalen CO2-Bindung durch Bäume an. Und damit ganz konkrete Resultate, die einen Praxisbezug der besten Art und Weise haben. „Wichtig ist es, unterschiedliche Baumarten zu pflanzen, keine Monokulturen. Aber man muss die Anteile richtig sortieren“, erklärte Mohamed Taher Khazuran. Dies bedeutet auch: Langfristig ist die Fichte der beste „Binder“. Zwar binden etwa Buche oder Eiche kurzfristig mehr CO2, darüber hinaus allerdings ist die Fichte im langfristigen Vergleich effektiver, weil schneller wachsend.

Die Berechnungen, die das Bad Laaspher Trio dazu anstellten, überzeugten die Jury vollends. Dabei war Lea Grübener zuvor noch skeptisch. Die 15-Jährige hatte sich mit zwei Schülerinnen aus Solingen angefreundet und mit diesen auch über die Resultate des ersten Tages sinniert. „Die hatten das schon sehr gut ausgearbeitet, da habe ich nicht gedacht, dass wir eine Chance haben. Jetzt bin ich schon sehr stolz auf unser Team. Es ist schön, dass wir so zusammenarbeiten können“, konstatierte die Feudingerin.

Die Begeisterung für die Mathematik bei den drei Schülern kommt nicht von ungefähr. Seit einigen Jahren bereits hatten Lea Grübener und Ole-Samuel Witt an der Mathe-Olympiade teilgenommen – und zuletzt auch Mohamed Taher Khazuran, der erst seit vier Jahren in Deutschland lebt. Nachdem er viele Ortswechsel hinter sich hatte und endlich einen Deutschkurs belegen durfte, besuchte er die Realschule ab Klasse 8 – und absolvierte seinen Abschluss mit der Traumnote von 1,0. Am Städtischen Gymnasium Bad Laasphe knüpft der 18-Jährige nun an diese Leistungen an und hat das Abitur fest vor Augen. Schon jetzt ist derweil klar: Egal wie die A-lympiade im Rahmen des „Macht-Mathe-Wettbewerbs“ für die drei Schüler des „Gymbala“ endet, den Fachbereich favorisieren sie auch über ihre schulische Laufbahn hinaus.

Lea Grübener ist sich bereits jetzt sicher, ein Studium beginnen zu wollen. „Es kann sich natürlich bis dahin noch viel ändern, aber ich möchte Medizin, Maschinenbau oder Mathe studieren“, verriet die junge Feudingerin. Ole-Samuel Witt plant ebenfalls ein Studium, aber: „Es wird wohl eher Physik als Mathe“, berichtete der 16-jährige Banfer. Und Mohamed Taher Khazuran hat sich zuletzt etwa mit der Luft- und Raumfahrt beschäftigt. „Momentan allerdings denke ich eher über ein Medizinstudium nach“, bekannte der Biedenkopfer.

Zuvor allerdings hat das Trio noch die Möglichkeit, die Monate des Erfolgs zu feiern. Die Schüler haben schließlich für ein Novum im „Gymbala“ gesorgt – und sich damit schon jetzt unweigerlich in den Geschichtsbüchern der Schule verewigt.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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