»Mit 66 Jahren fängt das Leben an...«

Besser spät als nie: Erwin Schlabach regiert in Oberndorf / Rainer Müller erneut Kaiser

as Oberndorf. »Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an...« – woran Udo Jürgens denkt, wenn er seinen Klassiker zum Besten gibt, ist schwer zu sagen. Aber was die meisten Oberndorfer seit dem Wochenende wissen: Für einen unter ihnen fangen mit 66 Jahren zwölf ganz besondere Monate an. Die Rede ist von Erwin Schlabach, der seit drei Jahren davon träumte, einmal Schützenkönig zu werden. Weil ja bekanntlich aller guten Dinge drei sind, setzte er kurzerhand am Freitagabend auf dem Schießstand »Unterm Stein« seinen Wunsch in die Tat um.

Doch ganz so einfach war das Unterfangen nicht: Nach mehr als zwei Stunden bildete der neue Regent neben vier Schützenbrüdern den harten Kern der Bewerber. Nun galt es, die Konkurrenz zu besiegen und der Nervosität die kalte Schulter zu zeigen. Treffsicher erwies sich Erwin Schlabach aber schon zuvor, als er das Zepter des hölzernen Tieres schoss. Die Krone ging an Wolfgang Schlabach, Heiko Haßler sicherte sich den Reichsapfel. Michael Müller und Ralf Bodo Horn raubten dem Vogel seinen linken bzw. rechten Flügel. Als Schnappritter ging Marc Haßler aus dem Rennen. Nachdem der Vogel nun »nackt« war, ließ Erwin Schlabach ihn mit einem gezielten Schuss zu Boden fallen. Das Merkwürdige an der Sache: Normalerweise beschäftigt sich der Rentner in seiner Freizeit damit, Holz zusammen zu leimen, auf keinen Fall damit, es zu zerstören.

Dennoch: An diesem Abend war er überaus glücklich, sich mal von einer anderen Seite zu zeigen. Auch die Zuschauer zeigten sich zufrieden mit dem frisch gewonnenen König, der nun zusammen mit seiner Lebensgefährtin Antje Völkel die Oberndorfer Schützen anführen wird. Von seiner Autorität machte er auch schon kurze Zeit später Gebrauch, als er im Gespräch mit der Siegener Zeitung eine Gratulantin bestimmt zurechtwies mit den Worten: »Von jetzt an musst du auf mich hören!« Er hatte also in keinster Weise Schwierigkeiten damit, in die Rolle Stefan Franks zu schlüpfen, der an diesem Abend seinen Königstitel abgab.

Aber das war nicht die einzige Veränderung in den Reihen der Oberndorfer Schützen. In diesem Jahr galt es ebenfalls den Posten des Kaisers neu zu besetzen. Hierzu traten die ehemaligen Könige des Vereins an und lieferten sich einen spannenden Kampf. Nach ungefähr 210 Schüssen fiel das Federvieh zu Boden, Rainer Müller feuerte den entscheidenden Treffer ab. Zur Mitregentin wählte er seine Ehefrau Ingrid aus. Das neue Kaiserpaar wird die Oberndorfer Schützen von nun an fünf Jahre lang begleiten. Eigentlich hätte Rainer Müller den rechten Flügel des Vogels schießen müssen, denn bis auf ihn habe er dem Tier alles schon doppelt und dreifach abgenommen. Das zeugt von Treffsicherheit, die ihm 1990 half, den Königstitel zu erringen und in 1993 verantwortlich dafür war, dass er sich schon einmal Kaiser nennen durfte. Noch morgens habe er keinen Gedanken daran verloren, auf den Kaiservogel zu schießen, erklärte der Rückershäuser gegenüber der SZ. Doch Unverhofft kommt bekanntlich oft, und umso glücklicher war der neue Kaiser.

Die Jugend stand den Senioren in nichts nach: Hier nahmen Manuel Künkel (Krone), Christoph Schneider (Zepter) und Vanessa Roth (Reichsapfel) den Vogel bis auf das Grundgerüst auseinander. Den Rest erledigte Benjamin Markus, der Tatjana Schwarz schon vorgewarnt hatte, dass sie wahrscheinlich Königin werden würde. Das neue Königspaar löst Dominik Künkel und Tina Homrighausen ab und wird nun für ein Jahr der Jugend voran schreiten. Gefeiert wurde der neue Oberndorfer Schützenadel noch am Freitag in gemütlicher Runde. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Samstagabend, an dem die Salzburger Gruppe »Die Pucher« nach Festumzug und Krönung für Tanzmusik und gute Stimmung im Zelt sorgten. Den Festausklang bildete gestern der traditionelle Familientag. Auch hier waren »Die Pucher« zuständig für die musikalische Unterhaltung.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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