SZ

Kurhessenbahn will investieren
Mit dem Bahnsteig nicht auf der Höhe

Der Bahnsteig in Feudingen, wie jene in Oberndorf, Leimstruth und Schameder auch, hat nur eine Höhe von 38 Zentimeter. Die Züge allerdings sind auf 58 Zentimeter Einstiegshöhe ausgelegt. Jetzt sollen die genannten Bahnsteige umgebaut werden.
  • Der Bahnsteig in Feudingen, wie jene in Oberndorf, Leimstruth und Schameder auch, hat nur eine Höhe von 38 Zentimeter. Die Züge allerdings sind auf 58 Zentimeter Einstiegshöhe ausgelegt. Jetzt sollen die genannten Bahnsteige umgebaut werden.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Freudingen. Also, behindertengerecht ist anders. Zuletzt wunderten sich Bahnreisende in Feudingen über den unbequemen Ein- und Ausstieg am dortigen „Steig“. Hier muss man eine Stufe nehmen, um vom Bahnsteig in den Zug zu gelangen. Dabei soll das Ganze doch – nach Ausbaustandard – barrierefrei sein. Ein Beobachter fand heraus: In Feudingen besteht eine Distanz zwischen Bahnsteigniveau und Einstiegsplatte von geschätzten 12 bis 15 Zentimeter. Ohne Assistenz ist also ein Zugang für Rollstuhlfahrer oder Rollator-Benutzer gar nicht möglich. Das Kuriose: Am Bahnhof in Bad Laasphe passt alles. Hier liegt die Einstiegsplatte beim Halt des Schienenbusses am Bahnsteig fast genau auf. Der Zugang in den Zug darf mit Fug und Recht als behindertenfreundlich bezeichnet werden.

howe Freudingen. Also, behindertengerecht ist anders. Zuletzt wunderten sich Bahnreisende in Feudingen über den unbequemen Ein- und Ausstieg am dortigen „Steig“. Hier muss man eine Stufe nehmen, um vom Bahnsteig in den Zug zu gelangen. Dabei soll das Ganze doch – nach Ausbaustandard – barrierefrei sein. Ein Beobachter fand heraus: In Feudingen besteht eine Distanz zwischen Bahnsteigniveau und Einstiegsplatte von geschätzten 12 bis 15 Zentimeter. Ohne Assistenz ist also ein Zugang für Rollstuhlfahrer oder Rollator-Benutzer gar nicht möglich. Das Kuriose: Am Bahnhof in Bad Laasphe passt alles. Hier liegt die Einstiegsplatte beim Halt des Schienenbusses am Bahnsteig fast genau auf. Der Zugang in den Zug darf mit Fug und Recht als behindertenfreundlich bezeichnet werden. Doch warum diese Unterschiede?

Haltepunkt Feudingen wurde erst vor Kurzem hergerichtet

„Man hat zwar vor etwa zwei Jahren in Feudingen eine leichte Erhöhung des Bahnsteiges vorgenommen, aber das war in meinen Augen fortgeschmissenes Geld“, erzählt ein Feudinger Bürger. „Hoffentlich wird bald eine sinnvolle Bahnsteigerhöhung vorgenommen.“ Auf jeden Fall solle ein erhöhtes Niveau des Bahnsteigs in der Zuwegung von der vorgesehenen „Busbucht“ berücksichtigt werden. Wir erinnern uns: Es ist gar nicht so lange her, dass die Deutsche Bahn den Haltepunkt in Feudingen hergerichtet hat: ein neuer Bahnsteig mit den entsprechenden Markierungen auf dem Boden, dazu das moderne Fahrgastinformationssystem, das mit einem Tastendruck aktiviert werden kann.
Vielleicht liegt die Maßnahme zwei, drei Jahre zurück – jedenfalls investierte die Kurhessenbahn auf ihrer Strecke von Marburg nach Erndtebrück ganz ordentlich, als sie den Zuschlag für die Linie der RB94 erhielt.
Rund 13,5 Millionen Euro butterte das Unternehmen in den Betrieb, neun Verbrennungstriebwagen sollten in Dienst gestellt werden, später sollte die Zahl der VT 642 auf 27 aufgestockt werden. Als Besonderheit angepriesen wurde damals die Fußbodenhöhe der neuen Züge von 58 Zentimeter. Damit werde bei einem Bahnsteig mit einer Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante ein ebenerdiger Einstieg ermöglicht, hieß es seinerzeit.

Haltepunkte sollen auf eine andere Höhe gesetzt werden

Nicht so in Feudingen. Hier beträgt die Einstiegshöhe des Bahnsteigs gerade einmal 38 Zentimeter. „Das ist in der Region dort geschichtlich, historisch gewachsen“, verriet ein Bahn-Sprecher auf Anfrage der Siegener Zeitung. In der Tat liege der Bahnsteig von Feudingen niedriger als der in Bad Laasphe. „Hier war die Höhe auf 55 Zentimeter eingerichtet worden, weil damals ein neuer Zentraler Omnisbusbahnhof entstanden war.“ Der Bahn-Sprecher weiter: „Es gibt aber Planungen, die Haltepunkte Feudingen, Oberndorf, Leimstruth und Schameder auf eine Höhe von 55 Zentimeter zu setzen.“ Das könne zwar ein paar Jahre dauern, aber das Vorhaben sei im Plan. Tatsächlich hatte die Kurhessenbahn kürzlich angekündigt, auf der Strecke nochmals investieren zu wollen, unter anderem ja in einen Kreuzungsbahnhof in Saßmannshausen.

Deutsche Bahn agiert mit drei verschiedenen Höhen

Otto Wunderlich vom Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen wusste zu berichten, dass die Problematik der Bahnsteighöhen in sich verändernden Bedingungen und Regeln begründet sei. „Ähnliche Probleme haben wir in Niederschelden, Birkelbach oder Aue.“ Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe arbeite hier für den gesamten Verkehrsraum an einer Lösung. Sinnvoll wäre, so Otto Wunderlich, die Fahrzeugbeschaffungsplanung an die infrastrukturellen Fragestellungen anzupassen. Insofern liege das Grundproblem in der Unterschiedlichkeit der Fahrzeuge. Letztlich müsste sich eine Bahnsteighöhe immer wieder an die jeweiligen Fahrzeuge anpassen. Die SZ fand heraus, dass die Deutsche Bahn AG in ihrem Bahnsteighöhenkonzept inzwischen mit drei Höhen agiert.
Es heißt in dem Konzept: „Auf Regionalverkehrs-Linien mit vielen sehr niedrigen und schwach frequentierten Bahnsteigen würde der Einsatz von Fahrzeugen mit einer Einstiegshöhe von 76 cm noch für viele Jahre eine schlechte Einstiegssituation bedeuten, da Investitionen in Bahnsteigerhöhungen hier nur mit nachgelagerter Priorität stattfinden. Der Einsatz von Fahrzeugen mit einer Einstiegshöhe von 60 cm ist in diesem Fall ein guter Kompromiss, da im Regelfall nur eine Stufe zum niedrigen Bahnsteig besteht. Somit ist auch hier eine Zielhöhe von 55 cm vorteilhaft.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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