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Keine ÖPNV-Anbindung: Eltern müssen Fahrt zahlen
Mit dem Taxibus zur Schule

Um von Großenbach in die Schule nach Erndtebrück zu gelangen, ist ein großer Aufwand notwendig. Der Rat der Stadt Bad Laasphe hat noch einmal gefordert, Lösungen zu finden.
  • Um von Großenbach in die Schule nach Erndtebrück zu gelangen, ist ein großer Aufwand notwendig. Der Rat der Stadt Bad Laasphe hat noch einmal gefordert, Lösungen zu finden.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tika Großenbach/Bad Laasphe. Eine Fahrt in die Schule – von Großenbach zur Realschule nach Erndtebrück. Für Lena Schneider drohte sie zur Odyssee zu avancieren. Die Tochter von Jessica und Matthias Schneider, die in dem kleinen Bad Laaspher Ortsteil wohnen, verbrachte die Sommerferien mit Ungewissheit. Lange schien unklar, wie sie zur Schule gelangen sollte, denn eine durchgängige ÖPNV-Anbindung gab es nicht (SZ berichtete exklusiv). Die Hoffnung ruhte auf verschiedenen Linien und Verbindungen, letztlich musste die Familie auf einen Taxibus zurückgreifen, der Lena Schneider nun täglich von Großenbach bis nach Benfe fährt – von dort fährt sie mit dem Linienverkehr bis nach Erndtebrück weiter.

tika Großenbach/Bad Laasphe. Eine Fahrt in die Schule – von Großenbach zur Realschule nach Erndtebrück. Für Lena Schneider drohte sie zur Odyssee zu avancieren. Die Tochter von Jessica und Matthias Schneider, die in dem kleinen Bad Laaspher Ortsteil wohnen, verbrachte die Sommerferien mit Ungewissheit. Lange schien unklar, wie sie zur Schule gelangen sollte, denn eine durchgängige ÖPNV-Anbindung gab es nicht (SZ berichtete exklusiv). Die Hoffnung ruhte auf verschiedenen Linien und Verbindungen, letztlich musste die Familie auf einen Taxibus zurückgreifen, der Lena Schneider nun täglich von Großenbach bis nach Benfe fährt – von dort fährt sie mit dem Linienverkehr bis nach Erndtebrück weiter. Die Crux: Die Kosten für den Taxibus müssen Jessica und Matthias Schneider selbst tragen – fast 200 Euro monatlich.

Individuelles Problem umfassend betrachten

„Für die Familie bleibt ein hoher Betrag monatlich offen. Die Frage ist, ob die Stadt da nicht aushelfen kann“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Klaus Preis am Montag im Rat der Stadt Bad Laasphe. Ein Problem, dass konkret die Schneiders betrifft, grundsätzlich aber umfassender zu betrachten ist. „Das ist zunächst natürlich ein individuelles Problem. Man sollte aber noch einmal genau hingucken und versuchen, im gesamten Bereich von Wittgenstein besser zu kooperieren“, forderte Anne Bade. Die Grüne verdeutlichte damit, dass derartige Probleme theoretisch in allen Kommunen auftreten könnten – schließlich dürfen Erziehungsberechtigte die Schule, die ihr Kind besuchen soll, frei wählen. „Wir müssen eine Lösung finden, die nicht für die Stadt, aber auch nicht für die Eltern zu teuer wird. Wir müssen den Eltern, die ihren Kindern Bildung gönnen möchten, die entsprechenden Möglichkeiten schaffen“, konstatierte Anne Bade.

Kosten für Taxibus zahlen die Eltern

Im speziellen Fall allerdings sind der Stadt Bad Laasphe weitgehend die Hände gebunden. Als Moderator hat die Verwaltung versucht, zwischen Familie Schneider und Gemeinde Erndtebrück zu vermitteln. Die Edergemeinde hatte daraufhin eine Kostenpauschale in Aussicht gestellt, stellt als Schulträger das Schülerticket für die junge Großenbacherin – die Kosten für den Taxibus allerdings sind in diesem Ticket mitnichten inbegriffen. „Wir haben hier keinerlei Zuständigkeit. Der Schulträger trägt die Verantwortung – und das ist die Gemeinde Erndtebrück, denn das Kind besucht eine Schule in Erndtebrück“, konstatierte Volker Kohlberger. Der Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Bad Laasphe hob hervor, dass die Lahnstadt wiederum für Schüler aus Erndtebrück und Bad Berleburg verantwortlich zeichne, die eine Einrichtung im Bad Laaspher Stadtgebiet besuchen würden. „Für diese Schüler hat Bad Laasphe die Kosten zu tragen, es gilt das Schulträgerprinzip“, erläuterte Volker Kohlberger.

Fahrplan der SB 5 erweitern

Die Kosten für diese Schüler wiederum seien „nicht unerheblich“. Und weiter: „Wenn das Kind aus Großenbach an eine Schule in Bad Laasphe wechselt, dann tragen wir Sorge für eine Lösung. Die Familie will das Kind aber nicht auf eine städtische Schule in Bad Laasphe schicken. Und so etwas ist ja kein Einzelfall, dass Eltern Kosten selbst zu tragen haben“, sagte Volker Kohlberger. Hoffnung könnte nun ein Vorstoß der SPD-Fraktion machen – unter anderem für Familie Schneider aus Großenbach. Die Sozialdemokraten brachten am Montag den Antrag ein, den Tourenplan der Linie SB 5 zu erweitern und wochentags einen Taxibus einzusetzen. Umgekehrt soll nach dem Willen der SPD am Wochenende ein Taxibus von Walpersdorf nach Bad Laasphe fahren, um touristische Ziele besser erreichen zu können.
Der Vorschlag für Wochentage wiederum soll dafür sorgen, dass Schüler aus Großenbach, Volkholz und Welschengeheu direkten Anschluss in Feudingen an die Linie R 30 haben, die sie dann nach Erndtebrück bringt.

Verbesserung für Arbeitnehmer

Auch für Arbeitnehmer und Studierende aus dem Oberen Lahntal hätte dieser Vorschlag Charme.
Für letztere möchte die SPD auch die Linien R 30 und R 32 um einen Taxibus am Abend erweitern lassen – um 21.15 und 22.15 Uhr von Erndtebrück nach Bad Laasphe und um 21.30 und 22.30 Uhr ins Banfetal. Letzteres, um die Anbindung von Marburg und Siegen bis dort sicherzustellen. „Wir stehen den Vorschlägen positiv gegenüber. Wir werden das weitergeben und haben das sicherlich auch schon mal gemacht. Wir müssen abwarten, was daraus wird“, erläuterte Volker Kohlberger.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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